Bullen-Coach Stevens redet Klartext

Europa League

Bullen-Coach Stevens redet Klartext

Salzburgs Trainer spricht im Interview über die Erfolgsaussichten.

ÖSTERREICH: Herr Stevens, am Donnerstag startet die Europa League, aber Salzburg hat eine „Champions-League-Gruppe“ erwischt.
Huub Stevens:
Ja, das ist wirklich eine schwierige Gruppe mit Manchester City, Juventus Turin und Lech Posen. Ich würde trotzdem lieber in der echten Königsklasse spielen. Da bin ich ganz ehrlich ...

ÖSTERREICH: Auftaktgegner ManCity sucht ebenfalls noch nach der Form. Ein Vorteil für Sie?
Stevens:
Nein, die englischen Teams sind immer schnell im Rhythmus. Wir aber haben heuer erst wenige Spiele absolviert.

ÖSTERREICH: Einspruch: City hat bislang vier Ligaspiele gemacht, Salzburg hingegen schon fünf.
Stevens:
Ja, meinetwegen. Aber wir hatten viele Unterbrechungen durch Absagen. So kannst du doch keinen Rhythmus finden. Zumal wir viele Neuzugänge erst spät dazubekommen haben. Meine Mannschaft braucht Zeit.

ÖSTERREICH: War es ein Fehler, das Team im Sommer so massiv umzubauen?
Stevens:
Wir haben uns entschieden zu verjüngen, um langfristig etwas aufzubauen. Dennoch weiß ich: Du musst auch kurzfristig Erfolg haben. Und wir werden uns steigern.

ÖSTERREICH: 1997 haben Sie Schalke sensationell zum UEFA-Cup-Sieg geführt. Ist so was auch mit Salzburg möglich?
Stevens: Das mit Schalke war schon sensationell, da sind wir in einen Lauf gekommen. So etwas mit Salzburg zu schaffen, wäre noch viel sensationeller. Zumal heute andere Zeiten sind.

ÖSTERREICH: Wie kann Ihr Team ManCity schlagen, das im Sommer um 160 Mio. Euro verstärkt wurde?
Sevens:
Mein Assistent Eddy Achterberg war zweimal drüben, um City zu beobachten. Das Problem: Sie haben jedes Mal in einer anderen Besetzung gespielt. Ich weiß nicht einmal, wer gegen uns auflaufen wird.

ÖSTERREICH: Aber Ihr Schalker Leitspruch „Die Null muss stehen“ gilt vermutlich auch am Donnerstag, oder?
Stevens:
(lacht) Das hab ich 1997 vor einem wichtigen Heimspiel mit Schalke im UEFA-Cup gesagt, und das war nur auf dieses eine Spiel bezogen. Aber der Spruch verfolgt mich wohl ewig.