Plakat-Affäre

Rapid: Journalisten fordern Sanktionen

Gewerkschaft will sich mit grün-weißer Entschuldigung nicht begnügen.

Franz C. Bauer, Vorsitzender der Journalistengewerkschaft, hat am Montagnachmittag in einem offenen Brief an den Geschäftsführer des SK Rapid Christoph Peschek das Fan-Banner vom Bundesliga-Spiel gegen Sturm (1:2) als "beispiellose Entgleisung" verurteilt.

Peschek hatte angekündigt, dass jener Vorfall "besprochen" werde, die Wortwahl auf dem Spruchband "zwei Tage nach dem Drama in Barcelona deplatziert" sei. Darüber hinaus distanzierte sich Klub-Präsident Michael Krammer in einem offenen Brief an die Journalisten von der Aktion. Nicht genug für Bauer!

"Auf dem Transparent werden Journalisten als Terroristen bezeichnet. Die Wortwahl ist nicht 'deplatziert' und muss 'besprochen' werden, es handelt sich vielmehr um eine beispiellose Entgleisung, die nicht bloß 'besprochen' werden muss, sondern auf die aus Sicht der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp Konsequenzen zu folgen haben", betonte Bauer.

"Eine inakzeptabel Attacke"

Er nahm die Verantwortlichen in die Pflicht: "Zu klären sind unter anderem die Fragen, ob das nicht schon im Vorfeld angekündigt war, ob sie nicht zumindest vorhersehbar waren, ob die Vereinsleitung der zunehmenden verbalen Radikalisierung ihrer Fans ausreichend entgegenwirkt, und warum Ordner die Anbringung des Transparentes nicht verhindert haben. Gerade im Lichte jüngster Ereignisse ist die Verwendung des Begriffs 'Terroristen' im Zusammenhang mit unabhängiger Berichterstattung eine inakzeptable Attacke auf die Freiheit der Meinungsäußerung."

Am Samstag war auf einem Schriftzug vor dem "Block West" zu lesen gewesen: "Die wahren Verbrecher hier seid ihr - Journalisten Terroristen". Eine Phrase, die bei den Ultras "seit mehreren Jahren" gebräuchlich, wie in der entsprechenden Flugblatt-Ankündigung für die Choreographie vor dem Heimspiel gegen Sturm Graz unter dem Titel "Presse auf die Fresse!" betont wurde.