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Bundesliga

4:0-Sieg: Rapid drückt Sturm den Stempel auf

Das Spitzenspiel in der Meister-Gruppe zwischen Rapid und Sturm endete mit einem 4:0 für die Hütteldorfer. Die Grazer hatten gegen Schwab und Co. kaum eine Chance.

Rapid hat sich mit diesen Sieg in der Meister-Gruppe der Fußball-Bundesliga auf Platz drei verbessert. Die Hütteldorfer zogen mit einem 4:0-Heimsieg über Sturm Graz um einen Punkt am LASK vorbei und liegen nur aufgrund der um einen Treffer schlechteren Tordifferenz hinter dem zweitplatzierten WAC. Der Rückstand auf Spitzenreiter Red Bull Salzburg beträgt weiterhin sieben Punkte.
 
Ein Held des Abends war Kelvin Arase. Der ÖFB-U21-Teamspieler erzielte die beiden ersten Tore (25., 28.) für die Gastgeber, die danach durch Stefan Schwab (70./Elfmeter) und Taxiarchis Fountas (78.) nachlegten. Damit fuhren die Grün-Weißen nach der Niederlage am Mittwoch in Salzburg die ersten Punkte ein. Sturm hingegen kassierte die dritte Niederlage in Folge.
 

Hier das Match zum Nachlesen im oe24-LIVE-Ticker

Rapid auch ohne Fans stark

Bis zum ersten Tor verlief die Partie weitgehend ereignislos. Beide Teams nahmen kein allzu hohes Risiko, das erste Geisterspiel im Allianz Stadion entwickelte sich vorerst zu einem Mittelfeldgeplänkel - bis Arase zum ersten Mal zuschlug.
 
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Sturm-Goalie Jörg Siebenhandl misslang ein Abschlag, Thorsten Schick köpfelte auf Fountas, der Arase optimal einsetzte, und der 21-Jährige überwand den weit herausgeeilten Siebenhandl. Drei Minuten später legte Arase auf Knasmüllner ab, doch der Ex-Admiraner traf nicht ins leere Tor, sondern schoss Lukas Spendlhofer an.
 
Den darauffolgenden Corner von Schick verlängerte Spendlhofer auf Fountas. Der Grieche ließ für Arase abtropfen, und der Offensivspieler bezwang Siebenhandl mit einem trockenen Schuss ins kurze Eck. Vor der Pause kam Rapid einem weiteren Treffer zweimal nahe. In der 37. Minute parierte Siebenhandl einen Schuss von Knasmüllner, in der 45. Minute blieb der Sturm-Keeper gegen Fountas Sieger, den Abstauber schoss Knasmüllner über das Tor.
 

18-Jähriger bei Rapid in der Verteidigung

Auch die zweite Hälfte begann mit einer Topchance für Rapid. Der für den geschonten Arase gekommene Koya Kitagawa zog wenige Sekunden nach Wiederanpfiff allein aufs Sturm-Tor, scheiterte aber an Siebenhandl. Praktisch im Gegenzug hatte Kiril Despodow freie Bahn, wurde jedoch im letzten Moment von Leo Greiml an einem kontrollierten Torschuss gehindert.
 
Der 18-jährige Greiml war aufgrund von Rapids Personalmisere - Christopher Dibon, Mario Sonnleitner und Thomas Murg fehlten verletzungsbedingt - in die Innenverteidigung gerutscht. Im Tor der Hütteldorfer stand Tobias Knoflach anstelle des an Rückenproblemen laborierenden Richard Strebinger. Der Zweier-Goalie der Hütteldorfer bekam während der gesamten Partie einige Weitschüsse, aber keinen wirklich schwierigen Ball zu halten, daran änderten auch insgesamt vier Auswechslungen bei Sturm nach einer Stunde nichts.
 
© GEPA
 

Abseits-Tor zählt zum 4:0

Rapid verwaltete den Vorsprung souverän und lauerte auf Konter, was sich in der 70. Minute bezahlt machte. Nach einem schnellen Gegenstoß und Pass von Dejan Petrovic wurde Fountas von Siebenhandl zu Fall gebracht, den Elfmeter verwertete Schwab souverän. Acht Minuten später servierte der eingewechselte 17-jährige Yusuf Demir den Ball für Fountas, der nur noch einschieben musste. Der Grieche stand dabei im Abseits, das Tor zählte dennoch.
 
Damit holte Rapid gegen Sturm in dieser Saison sieben von neun möglichen Punkten. Sturm hingegen ist weiterhin Letzter der Meistergruppe, gegen die Top fünf schauten in dieser Spielzeit in bisher zwölf Partien nur neun Zähler (zwei Siege) heraus.
 

Stimmen zum Spiel:

Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): "Natürlich tut ein 4:0 sehr, sehr gut. Es war ein Sieg für alle verletzten Spieler, im Speziellen für den Dibi (Anm. Christopher Dibon). Wir haben ein Zeichen gesetzt, es war ein gutes Spiel von uns und ich bin wirklich sehr zufrieden mit der Mannschaft. Wir hatten Möglichkeiten, noch mehr Tore zu machen. Anderseits: Wenn man vier Tore macht, muss man zufrieden sein. Ich glaube, Sturm ist jetzt nicht mehr dabei bei den internationalen Plätzen. Das war unser Ziel."
 
Nestor El Maestro (Sturm-Trainer): "Ich nehme meinen Schuldanteil, ich laufe nicht weg davon. Wir haben ein sehr schlechtes Spiel gemacht, es ist schwer zu messen, wie schlecht wir letztlich eingestellt waren. Nach dem heutigen Spiel ist es klar: Wir befinden uns in einem leichten Formtief. Wir sind zumindest leicht verunsichert. Da können wir plötzlich auch Dinge nicht mehr, die wir sonst gut machen. Für mich ist das aber nicht überzubewerten. Wir haben die ersten beiden Spiele verloren, das ist extrem bitter, aber ich muss dennoch nach vorne schauen und versuchen, die Mannschaft nach bestem Wissen gut auf das nächste Spiel einzustellen. Ich hoffe, das wir am Mittwoch besser spielen."
 
Stefan Hierländer (Sturm-Kapitän): "Wir kriegen das 1:0 aus dem Nichts und verlieren dann komplett den Faden. Wir versuchen dann eine Reaktion zu zeigen, was uns überhaupt nicht gelingt. Und dann kommt ein sehr schlechtes Spiel heraus. Wir haben im letzten Drittel überhaupt keine Ideen. Es ist dann schwierig ohne Kreativität vorne, ohne Torchancen, ohne Entlastung, ohne Erfolgsmomente. Rapid hat das dann sehr clever gemacht und dann verliert man 4:0. Und das ist dann irgendwie auch verdient."