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Pacult-Interview

Rapid hat keine Angst vor Bullen

Rapids Meistertrainer Peter Pacult (48) bleibt trotz des Salzburger Höhenfluges gelassen. Warum die Grünen noch nicht in Hochform sind.

ÖSTERREICH: Herr Pacult, wie sehen Sie den Höhenflug von Red Bull Salzburg?
Peter Pacult (48): Ganz gelassen. Die Bullen haben heuer ein neues Gesicht bekommen, einen neuen Trainer mit einer neuen Philosophie. Dazu auch neue Spieler. Aber deswegen müssen wir noch lange nicht vor Ehrfurcht erstarren.

ÖSTERREICH: Die Bullen ziehen jedoch in der Tabelle davon …
Pacult: Salzburg liegt drei Punkte vor uns. Es gibt keinen Grund, nervös zu werden. Das direkte Duell mit Salzburg hätten wir übrigens gewinnen müssen.

ÖSTERREICH: Meister Rapid ist nur Fünfter, Abstiegskandidat Ried liegt auf Platz zwei.
Pacult: Nach drei Runden interessiert mich die Tabelle nicht. Nur so viel: Auch im Vorjahr waren wir nach drei Runden nicht auf Platz eins.

ÖSTERREICH: Aber Sie müssen zugeben, dass Rapid ist noch nicht in Hochform. Beim 1:0 gegen Kärnten gab es viele Leerläufe.
Pacult: Das ist doch normal, wir haben wichtige Spieler verloren, müssen uns erst alles wieder erarbeiten. Meine Spieler sind noch nicht in Form, wie sie es im Frühjahr waren. Salzburg hat auch den Vorteil, dass der Kader größer ist. Red Bull war auch in der vergangenen Saison der Titelfavorit.

ÖSTERREICH: Okay. Warum wirkte Rapid gegen Kärnten aber so platt?
Pacult: Wir waren nicht platt, sonst hätten wir nicht in der 95. Minute das Siegestor erzielt. Einige Spieler sind eben noch nicht topfit.

ÖSTERREICH: Sie spielen auf Katzer an …
Pacult: Seine EM-Nominierung kam für mich überraschend, weil er körperlich nach seinen Kreuzband- und Blinddarmoperationen einfach für die EURO nicht fit sein konnte. Bei ihm müssen wir noch Geduld haben. Auch Heikkinen braucht noch Zeit, er wird von Spiel zu Spiel besser.

ÖSTERREICH: Anders ausgedrückt: Die Vorbereitungszeit war zu kurz?
Pacult: Sie war schwierig, weil die Teamspieler sehr lange fehlten. Darum nützen wir auch diese spielfreie Woche, um Defizite aufzuholen. Da muss der eine oder andere Überstunden machen.

ÖSTERREICH: Die Sommerpause war also zu kurz?
Pacult: Da wir die meisten Teamspieler abstellen mussten, hat das die Vorbereitung natürlich beeinträchtigt. Aber nächste Woche müssen wir schon in der Champions-League-Qualifikation ran. So gesehen konnten wir schon Spielpraxis sammeln.

ÖSTERREICH: Wann rechnen Sie wieder mit Helge Payer?
Pacult: Das kann ich nicht sagen. Das wird erst die Untersuchung im November ergeben. Aber mit Georg Koch haben wir einen gleichwertigen Ersatz gefunden. Er hat gegen Salzburg und Kärnten seine Klasse bewiesen. Ein Fehler wie gegen Sturm, kann jeden Torwart der Welt passieren.

ÖSTERREICH: Anderes Thema: Wie Sehen Sie die Problematik in der Teamchefsuche?
Pacult: Auch ich wurde vom Rücktritt von Hickersberger überrascht. Ich bin auf alle Fälle für eine österreichische Lösung. Die guten Ausländer sind nicht zu bezahlen oder sind sich für Österreich zu gut. Ich hoffe nur, dass der ÖFB schnell den neuen Mann findet.