Rapid vorerst neuer Leader: 'Abgerechnet wird am Schluss'

Bundesliga

Rapid vorerst neuer Leader: 'Abgerechnet wird am Schluss'

Für Rapid hat die Frühjahrssaison der Fußball-Bundesliga mit dem Sprung auf Platz eins begonnen. 

Durch den 4:1-Heimsieg am Freitag über Sturm Graz stehen die Hütteldorfer zumindest bis Sonntag, wenn Red Bull Salzburg und der LASK erstmals in diesem Jahr ins Geschehen eingreifen, auf der Spitzenposition.
 
Dennoch war im Allianz Stadion kein Triumphgeheul zu hören. Flügelspieler Thorsten Schick etwa ließ der momentane Tabellenstand ziemlich kalt. "Das ist für die Medien spannender als für uns", beteuerte der Rechtsverteidiger. "Abgerechnet wird erst am Schluss."
 
Eine kleine Zwischenbilanz lässt sich aber schon jetzt ziehen: Rapids Ausbeute von 27 Punkten aus den ersten 13 Runden ist die beste seit elf Jahren, man fügte Sturm die erste Auswärtspleite in dieser Spielzeit und die erste Niederlage nach sieben Bewerbspartien zu. Gleich viermal musste der davor 550 Pflichtspiel-Minuten unbezwungene Grazer Goalie Jörg Siebenhandl hinter sich greifen. In den vorangegangenen 14 Bewerbspartien hatte Sturm insgesamt nur fünf Gegentore kassiert.
 

Neues Mittel: Eckbälle

Und auch die latenten Probleme bei Standardsituationen scheinen bei Rapid behoben zu sein. Defensiv ließ man bei ruhenden Bällen nichts anbrennen, offensiv gelangen zwei Tore aus Cornern. "Wir trainieren oft Eckballvarianten", berichtete Stürmer Ercan Kara, der aus einem Corner auf 1:0 stellte.
 
Ein positiver Aspekt war auch der Auftritt des alten und neuen Rapid-Einsergoalies. Richard Strebinger eroberte den im Vorjahr verlorenen Stammplatz von Paul Gartler zurück und bot in seinem ersten Liga Match seit 25. Oktober eine starke Leistung. "Aber in erster Linie bin ich froh über den Sieg, der steht über allem", betonte der Niederösterreicher.
 
Lob für Strebinger gab es von Rapid-Trainer Dietmar Kühbauer. "Er hat uns einige Male gerettet", sagte der Burgenländer. In der ersten Hälfte verzeichnete Sturm ein klares Chancenplus. "Da haben wir nicht so nach vorne attackiert", bemängelte der Coach.
 
An der Darbietung in der zweiten Hälfte gab es dann praktisch nichts mehr zur kritisieren. "Was mir gefallen hat war, dass wir nie aufgehört haben. Wir wollten auch noch das fünfte Tor machen. Früher hätten wir vielleicht nach dem 3:1 gesagt, wir spielen es trocken nach Hause", erklärte Kühbauer.
 

Sturm in Unterzahl

Entschieden war die Partie spätestens in der 70. Minute, als der kurz zuvor eingewechselte Bekim Balaj beim Stand von 3:1 für Rapid wegen einer Tätlichkeit gegen Marcel Ritzmaier die Rote Karte sah. Sturm-Coach Christian Ilzer sprach in diesem Zusammenhang von einer "unnötigen Aktion. Es hätte aber auch nicht zwingend Rot geben müssen, Gelb wäre auch ausreichend gewesen", meinte der 43-Jährige.
 
Sturm beendete die zweite Partie in Folge in Unterzahl. Beim 0:0 gegen den WAC am vergangenen Sonntag war Amadou Dante - für Ilzers Empfinden ebenfalls ungerechtfertigt - ausgeschlossen worden. Nachdem das Vorjahr mit sechs Siegen in Folge abgeschlossen worden war, reichte es 2021 nur zu einem Punkt aus zwei Matches. "Wir haben bis jetzt eine Saison gespielt, in der fast alles wie am Schnürchen für uns gelaufen ist. Jetzt haben wir zwei Spiele gesehen, in denen es nicht so für uns gelaufen ist. Das ist eine Prüfung für uns, die wir zu meistern haben", sagte Ilzer.
 
In den vergangenen beiden Partien habe man "schmerzvolle Erfahrungen" sammeln müssen. "Aber oft ist Schmerz der beste Lehrmeister. Wenn wir aus diesen zwei Spielen unsere Lehren ziehen, wird uns das in Zukunft helfen", beteuerte Ilzer.
 
Den Ursprung der Niederlage verortete der Steirer in der ersten Hälfte, denn da ließ Sturm einige Hochkaräter aus. Die ungewöhnlich vielen Gegentore seien auf Schwächen in der "Duell-Qualität" zurückzuführen, erzählte Ilzer. Für seine Mannschaft geht es bereits am Dienstag mit dem Heimmatch gegen den TSV Hartberg weiter, am selben Tag empfängt Rapid den SKN St. Pölten.