Pleiten-Serie: Liverpool in meisterlicher Krise

Reds in Negativspirale

Pleiten-Serie: Liverpool in meisterlicher Krise

Liverpool steckt nicht zuletzt durch das Cup-Aus gegen Manchester United in der Krise. In der Abwehr drückt der Schuh gewaltig.

Englands Fußball-Meister Liverpool steckt weiter in der Krise, obwohl dieser endlich wieder einmal zwei Tore in einem Match bejubeln durfte. Nach fünf Spielen in der Meisterschaft in Folge ohne Sieg und mit nur einem Tor traf Mohamed Salah im Cup-Sechzehntelfinale am Sonntag gegen Manchester United gleich doppelt. Das reichte aber nicht zum Sieg, weil Liverpool dafür gleich drei Tore kassierte - so viele, wie seit 22 Spielen nicht mehr in einer einzigen Partie.

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"Wir müssen wieder lernen, wie man verteidigt", beklagte Trainer Jürgen Klopp nach dem Match. Jetzt also hat Liverpool verloren, weil in der Defensive zu viele individuelle Fehler passierten. Dabei hatte immerhin die Verteidigung in den vergangenen Wochen unter erschwerten Bedingungen gute Arbeit verrichtet. Seit Ende Oktober muss Liverpool ohne seine Stamm-Innenverteidigung auskommen, weil Virgil van Dijk und Joe Gomez mit einem Kreuzband- beziehungsweise Achillessehnenriss langfristig ausfallen. Trotzdem kassierte Liverpool in den jüngsten elf Meisterschaftsspielen bloß sechs Gegentore.

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Motor des Offensivspiels stockt

Das Problem war zuletzt vielmehr die Offensive. Dass Salah, Sadio Mane & Co. plötzlich nicht mehr treffen würden, hatte noch Mitte Dezember und nach einem 7:0-Kantersieg gegen Crystal Palace niemand erwartet. Doch zuletzt sah sich Liverpool mehr und mehr mit destruktiven Gegnern konfrontiert. Die Stürmer taten sich erst schwer, weil sie weniger Räume vorfanden, dann kam ihnen das Selbstvertrauen abhanden und schließlich schossen sie einfachste Bälle aus kurzer Distanz neben das Tor.

Analysten und Statistiker berechneten, dass sich Liverpool in den jüngsten fünf Runden in der Premier League 6,6 hochkarätige Torchancen pro Spiel erarbeitete. Aus 33 solchen Torszenen resultierte aber nur ein einziger Treffer. Exemplarisch verlief am Donnerstag das Spiel gegen Burnley. Klopp nominierte vier Stürmer. Am Ende hatte Liverpool zwar 72 Prozent Ballbesitz und 27 Torschüsse - aber keinen Treffer erzielt und nach einem späten Elfmeter für den Gegner nicht einmal einen Punkt geholt.

Es war der Moment, in dem Klopp sich und seine Mannschaft fürs Erste aus dem Meisterrennen verabschiedeten. "Wir haben gegen Burnley 0:1 verloren. Wir haben seit vier Spielen kein Tor mehr erzielt. Wir haben sechs Punkte Rückstand auf Platz eins. Ich bin nicht so verrückt, mit Ihnen jetzt über die Titelverteidigung zu sprechen", betonte der deutsche Coach nach diesem "Nuller".

Tottenham vor der Brust

Nach der Niederlage im Cup gegen Manchester United gab sich Klopp versöhnlicher. Er habe viele gute Dinge gesehen und es gehe in die richtige Richtung, so der FIFA-Trainer des Jahres 2020. "Das war ein guter Test für das Spiel am Donnerstag gegen Tottenham Hotspur. Da werden wir uns auch mit einem tief stehenden Gegner und vielen Kontern auseinandersetzen müssen."

Das Spiel in London gegen den WAC-Gegner in der Europa-League-K.o.-Phase, der nach Verlustpunkten besser dasteht als der viertplatzierte Titelverteidiger aus Liverpool, ist vielleicht schon die letzte Chance für die "Reds", in der Premier League die Wende herbeizuführen. Gegen den Defensivblock von Jose Mourinho braucht es dazu aber die beste Form der Sturmreihe, und gegen die Spurs-Offensive mit Harry Kane und Son Heung-min zudem eine ausgezeichnete Abwehrleistung.