Da kommt ein Fußball-Tsunami auf uns zu

Schinkels-Kolumne

Da kommt ein Fußball-Tsunami auf uns zu

OE24-Experte Frenkie Schinkels warnt vor den Plänen der Super-League-Klubs.

Ich bin davon überzeugt, dass die zwölf Vereine die Auswirkungen ihrer Super League unterschätzt haben. Aber das massive, negative Echo auf diese gierige Idee ist vollkommen gerechtfertigt. Es ist so was von arrogant, was da geplant ist. Fußball ist ein Volkssport. Wir müssen jetzt echt aufpassen, dass wir die Fans nicht vergrämen. Das versteht ja keiner mehr, dass es nur noch ums Geld geht.

Sollte die Super League kommen, wäre die Champions League nichts mehr wert – umgekehrt aber auch die neue Liga nicht. Der fehlt ganz einfach das Salz in der Suppe, wenn das Exotische verloren geht. Denn auch wenn die großen Klubs es nicht glauben wollen: Alle Strukturen, von denen sie bisher profitiert haben, sind auf die kleinen Vereine aufgebaut. Und die aktuellen Pläne gehen auf Kosten eben jener. Wobei in diesem Fall auch Salzburg zu den kleinen Vereinen zählt.

An Scheinheiligkeit nicht zu überbieten

Dass jetzt Real-Madrid-Präsident Perez hergeht und sagt, es gehe bei der Super League darum, den Fußball zu retten und dass ansonsten die Klubs in ein paar Jahren tot sind, dann ist das an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Die zwölf Klubs haben sich ja selbst in riesige finanzielle Schwierigkeiten gebracht und Schulden angehäuft. Die Auswirkungen ihrer maßlosen Gier sollen jetzt mit noch mehr Gier wettgemacht werden. Ein Wahnsinn! Als nächste warte ich nur noch darauf, dass Perez sagt: Corona-Impfungen gibt’s nur noch für die zwölf Vereine.

Hartberg hat sich ja auch nicht gemeldet

Fast schon ein wenig amüsant finde ich es, dass Arsenal und Tottenham Teil der Super League sind. Wie kommen die darauf, Top-Vereine zu sein? Was soll das? Hartberg hat sich ja auch nicht gemeldet und gesagt: Da wollen wir dabei sein!
Die Reaktion der UEFA, Ausschlüsse und Sperren zu verhängen, finde ich okay. Im Anschluss dann aber wieder die Bayern oder Porto zurück in den laufenden Champions-League-Betrieb zu nehmen, geht zu weit. Ich bin gespannt, wo dieser Fußball-Tsunami noch hinführt.