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Hickersberger

"Wir sind klarer Außenseiter"

Vor Spiel gegen die Schweiz appelliert Hickersberger an den Realitätssinn: "Gehen als Außenseiter ins Match."

Österreichs Fußball-Teamchef Josef Hickersberger hat vor dem freundschaftlichen Länderspiel am Mittwoch (20:30 Uhr) gegen die Schweiz am Innsbrucker Tivoli neu noch einmal die Favoritenrolle der Eidgenossen hervorgehoben. "Wir müssen Realitätssinn bewahren. Wir gehen als Außenseiter in dieses Match", erklärte der 58-Jährige am Dienstag nach der Reise vom Teamcamp in Tschagguns in die Tiroler Landeshauptstadt.

Schweizer Defensive hart wie Beton
"Die Schweiz hat die WM als einzige Mannschaft ohne Gegentor beendet und zuletzt drei Spiele in Folge gegen den WM-Finalisten Frankreich nicht verloren", gab Hickersberger zu bedenken. "Die Schweiz hat im Moment das viel bessere Team, aber wir wollen alles geben, um zumindest ein Unentschieden zu erreichen."

Besonderen Respekt hat der Teamchef vor der Defensiv-Stärke des EURO-Partners, der die jüngsten sieben Länderspiele - abgesehen vom WM-Penaltyschießen gegen die Ukraine - ohne Gegentor beendete. " Vor 50 Jahren hat der Österreicher Karl Rappan als Teamchef der Eidgenossen den Schweizer Riegel erfunden. Mittlerweile spielt die Schweiz ganz anders, ist aber defensiv ähnlich stark", vermutete der Niederösterreicher.

Linz und Kuljic als Torgaranten
Deshalb würde es Hickersberger besondere Freude bereiten, könnte man den Abwehrriegel der Gäste knacken. "Was Zidane und Henry nicht gelungen ist, könnten vielleicht Kuljic und Linz schaffen", hofft "Hicke". der mit seinen Kickern das WM-Achtelfinal-Out der Elf von Köbi Kuhn im Elferschießen gegen die Ukraine analysiert hatte. "Da haben die Schweizer fast nichts zugelassen und klar dominiert."

Rückstand vermeiden
Trotz der Stärke des Gegners erwartet sich Hickersberger in Innsbruck eine klare Steigerung im Vergleich zum Vaduz-Match. "Unser Ziel ist, besser Fußball zu spielen als das in Liechtenstein der Fall war." Um dies zu erreichen, sei auch ein bisschen Spielglück notwendig. "Es wäre gut, wenn wir nicht in Rückstand geraten würden, das war bisher bei uns in jedem Spiel in diesem Jahr der Fall. Dann ist es schwierig für die jungen Spieler, Ruhe zu bewahren und ihre Leistung zu bringen", meinte der Teamchef und setzt in diesem Zusammenhang auch auf die Geduld des gewohnt kritischen Innsbrucker Publikums.

Appell an Fans
"Ich hätte gern ein paar Patrioten unter den Zuschauern und eine gewisse Toleranz von den Tiroler Fans, auch wenn die Mannschaft nicht so gut spielt." Hickersberger verglich die ÖFB-Auswahl mit einer Baustelle. "Wir sind im Moment beim Fundament, es ist noch viel zu tun. In unserer Situation ist es schwierig, den Fußball zu spielen, den wir spielen wollen. Daran müssen wir arbeiten."

Schweiz psychologisch leichter
Während der Druck vor dem Liechtenstein-Spiel groß gewesen sei, ist für den früheren Rapid-Meistermacher die Partie gegen die Eidgenossen "von der psychologischen Ausgangsposition her die weitaus leichtere Aufgabe. Gegen die Schweiz können wir auch mit einem Unentschieden oder einer guten Leistung bei einer Niederlage gewinnen, anders als gegen Liechtenstein, wo schon ein knapper Sieg als Niederlage gesehen wird."

Stranzl und Hiden fit
Die Hoffnungen des Teamchefs auf ein positives Resultat werden auch durch die Genesung der beiden Innenverteidiger Martin Stranzl und Martin Hiden genährt, die in Vaduz noch gefehlt hatten, gegen die Schweiz aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder dabei sein werden. Trotz der Rückkehr der Routiniers hat Hickersberger die Pläne, auf eine Dreier-Kette umzustellen, vorläufig ad acta gelegt. "Die Beiden haben während der letzten fünf, sechs Tage wenig trainiert. Da wäre es meiner Meinung nach ein zu großes Risiko, Änderungen vorzunehmen."