Koller in der Kritik

Nach 0:1 gegen Irland

Koller in der Kritik

0:1 gegen Irland – Österreich ist gespalten. Ist Teamchef Marcel Koller noch der Richtige?

Nach der ersten Pflichtspiel-Heimniederlage im Happel-Stadion seit vier Jahren ist die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 in weite Ferne gerückt. Wir brauchen jetzt schon ein Fußballwunder, wollen wir es doch noch nach Russland schaffen. Das heißt: Wir müssten die kommenden sechs Qualifikationsspiele gewinnen und hoffen, dass unsere Gegner patzen.

Seit der tollen EM-Qualifikation geht es mit unserer Nationalmannschaft bergab. Teamchef Marcel Koller ist es nicht gelungen, das Niveau von 2015 zu halten – es ist massiv gesunken. Vor der EURO waren wir sogar die Nummer 10 der Weltrangliste, inzwischen sind wir auf Rang 30 abgestürzt – und wir werden noch tiefer fallen.

ÖFB-Präsident Windtner steht hinter Marcel Koller

Rückendeckung. Kein Wunder, dass Koller jetzt im Mittelpunkt der Kritik steht. Schafft der Schweizer noch die Wende? Fakt ist jedenfalls, dass er noch bis 2018 einen Vertrag hat und die Rückendeckung des ÖFB-Präsidenten genießt. Leo Windtner sagt: „Bei Misserfolgen entstehen immer Zweifel an gesetzten Dingen und Personen, weil man alles hinterfragt, aber Schnellschüsse bringen in solchen Situationen nichts. Es ist Besonnenheit gefragt. Eine Teamchefdiskussion ist so notwendig wie ein Kropf.“

Fehler. Bei den Fans hat der Schweizer jedenfalls sehr viel an Kredit verspielt. Die Teamchefdiskussion hat begonnen. Vor allem, weil er trotz der Misserfolge offenbar nicht flexibel ist und von seiner Linie nicht abrückt.


Das sagen die Experten

  • Hans Krankl: Alaba & Co. spielen bei ihren Klubs viel besser. „An der Teamchefkritik beteilige ich mich nicht. Aber ich verstehe nicht, dass Spieler wie Alaba oder Schöpf im Team nicht die Leistung wie im Klub bringen.“
  • Peter Stöger: Unserem Team fehlt derzeit das Spielglück. „Dem Team fehlt derzeit das Spielglück, das wir bei der EM-Qualifi­ka­tion gehabt haben. Platz zwei ist noch drinnen.“
  • Toni Polster: Die Kritik am Teamchef ist eine ­logische Folge. „Ich verstehe die Diskussion um Koller. Das Länderspieljahr 2016 war nicht erfolgreich. Da ist die Kritik am Teamchef nur eine logische Folge.“
  • Roland Linz: Alaba 
muss auf der linken Seite spielen. „David Alaba ist auf der linken Seite weit stärker als im Mittelfeld. Da könnte er zusammen mit Arnautovic im Team für sehr viel Gefahr sorgen.“