ÖFB mit Transparent für Menschenrechte

Vor Dänemark-Hit

Team setzt Zeichen gegen Katar

Österreichs Teamspieler hielten vor dem Länderspiel gegen Dänemark ein Transparent mit der Aufschrift  "Menschenrechte schützen" hoch. ÖFB-Präsident Windtner ist gegen einen WM-Boykott.

Östereichs Nationalteam setzte vor dem WM-Qualifikations-Hit gegen Dänemark ein klares Zeichen und protestierte gegen die Menschnrechtssituation in Katar, wo 2022 die Endrunde stattfindet. Während der Nationalhymne präsentierten unsere Stars rund um David Alaba ein Transparent mit der Aufschrift "Menschenrechte schützen."

"ÖFB verurteilt jede Art von Menschenrechtsverletzungen"

In einem offiziellen Statement des Verbandes hieß es zuletzt: "Der ÖFB verurteilt jegliche Art von Menschenrechtsverletzungen auf das Schärfste."

Dem Wüstenstaat Katar werden schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Auf den Baustellen der WM-Stadien soll es aufgrund der schlechten Bedingungen zu zahlreichen Todesfällen gekommen sein.

Auch Deutsche und Norweger protestierten schon

Vor unseren Teamspielern sorgten auch schon Deutschland, die Niederlande oder Norwegen für einen Protest. Sanktionen der FIFA blieben bisher aus - und das obwohl politische Botschaften eigentlich verboten sind.

Sogar ein Boykott der Endrunde wurde zuletzt immer wieder diskutiert. ÖFB-Legionär Leo Windtner distanzierte sich allerdings von den Aufrufen. "Ein Boykott wird nicht realisierbar sein, und damit würde man die Situation auch nicht verbessern", erklärte der Oberösterreicher.  Änderungen zum Positiven könnte die mediale Aufmerksamkeit bewirken, die Katar in den kommenden Monaten zuteilwerden wird. "Wenn das Land im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit steht, ist damit auch wahrscheinlich eine weit größere Möglichkeit der Kontrolle der Menschenrechte gegeben, als wenn man die Scheinwerfer ausblenden würde", sagte Windtner.


Über die aktuelle Menschenrechtslage im arabischen Land macht sich der Oberösterreicher keine Illusionen. "Natürlich ist die Situation nicht mit der in Ländern in der freien demokratischen Welt vergleichbar, das hat man aber bei der Vergabe an Katar mitbedenken müssen und offensichtlich in Kauf genommen", erklärte Windtner.

Windtner: "Gefahr groß ,dass es ein Papiertiger bleibt."


Der WM-2022-Zuschlag für Katar reiht sich nahtlos in eine Reihe von umstrittenen Vergaben von Sport-Großereignissen ein. Windtner: "Dieses Thema begleitet uns ständig, wenn solche Veranstaltungen an Länder gehen, wo es eine Demokratie in einer von uns gewohnten Form nicht gibt."

Der ÖFB-Präsident könnte sich vorstellen, dass Länder bei der Vergabe von großen Fußball-Events oder Olympischen Spielen nur dann zum Zug kommen, wenn sie einen - noch zu definierenden - Wertekatalog erfüllen. "Wobei da die Gefahr schon groß ist, dass es ein Papiertiger bleibt", gestand Windtner.

Zum Thema Menschenrechtsverletzungen in Katar steht der ÖFB schon seit längerem in Kontakt mit Amnesty International, unlängst gab es laut Verbandsangaben ein "konstruktives Arbeitstreffen". Amnesty International riet zuletzt von einem Boykott der WM 2022 ab - aus ähnlichen Gründen, die auch Windtner anführte.