Volleyball

Bewegung und Sport

Mehr Bewegung und Sport: SPORTUNION will neuen Gesundheitsminister ins Boot holen

Gesundheit und Bewegung gehören seit jeher zusammen.  

Die Einschränkungen des zurückliegenden Jahres haben die Sportbranche, insbesondere den Vereinssport, stark beeinflusst und zu einem dramatischen Rückgang im Bereich Bewegung und Prävention gesorgt. Die SPORTUNION sieht Handlungsbedarf und hat sich mit einem dringenden Appell an die Akteure auf politischer Ebene gewandt.

Zu wenig Sport und Bewegung gefährden die Gesundheitspolitik

Seit mehr als einem Jahr ist das Sportangebot stark eingeschränkt. Sportstätten müssen ihre Pforten geschlossen halten und der Vereinssport ist nahezu stillgelegt. Auch an Schulen kann der Sportunterricht seit Herbst kaum noch erteilt werden. 

Die Folgen sind bereits jetzt schwerwiegend, denn das mangelnde Angebot wirkt sich nachhaltig auf die alltägliche Bewegung des Einzelnen aus. Verschiedene Studien aus jüngerer Zeit machen deutlich, dass das Thema Bewegungsmangel in Österreich zu einem ernstzunehmenden Problem geworden ist, das sich auch nachhaltig auf die Gesundheitspolitik auswirkt. Ärzte und Gesundheitsexperten berichten von physischen und psychosozialen Problemen, die direkt auf den wachsenden Bewegungsmangel durch die aktuellen Umstände zurückzuführen sind und immer breitere Teile der Bevölkerung betreffen.
Besonders stark betroffen sind den Studien zufolge Kinder und Jugendliche, die seit Monaten nicht nur auf die regelmäßige Bewegung im Sportunterricht verzichten müssen, sondern auch die sportliche Aktivität und das soziale Miteinander in Sportvereinen und anderen bewegungszentrierten Freizeitangeboten vermissen.

Nur eine kurzfristige Rückkehr zum Vereinsleben und eine konsequente Förderung von Bewegungs- und Sportangeboten kann hier neue Impulse geben und auch die Gesundheitspolitik langfristig wieder positiv beeinflussen.

Sport boomt vor allem im Internet

Mit den Einschränkungen, die im Frühjahr 2020 erlassen wurden, war die Sportbranche gezwungen, sich neu zu erfinden. Viele Trainingsangebote sind in die digitalen Welt verlagert worden. Hier haben Personal Trainer und Vereine viel Kreativität gezeigt und mit innovativen Konzepten versucht, die Lücke zu schließen, die die Einschränkungen des Sports jenseits des Bildschirms hinterlassen haben. Auch Profisportler sind hier mit gutem Beispiel vorangegangen und haben ihre Prominenz genutzt, um vor allem Kinder und Jugendliche für die digitalen Sport- und Bewegungsprogramme zu interessieren.
Der Sportboom im Internet hat eine erfreuliche Bandbreite entwickelt. Allerdings sind nicht alle Angebote dazu angetan, die individuelle Bewegung zu fördern. Der Umzug der Sportbranche in den virtuellen Raum hat auch neue Synergien im Unterhaltungsbereich geschaffen. So wurde zum Beispiel das Angebot an sportbasierten Computer- und Konsolenspielen stärker genutzt. Auch das Thema E-Sports gewann im Zuge der Digitalisierungswelle der Branche an Aktualität und Bedeutung. Die Rezeption des Profisports verlagerte sich von den Sportstätten an den heimischen Bildschirm und auf die mobilen Endgeräte. Hier haben neue Technologien dazu beigetragen, das Erlebnis für den Zuschauer interessanter und realitätsnäher zu gestalten. Auch für neue sichere Wettanbieter hat der Ausbau der virtuellen Sportwelt neue Impulse mit sich gebracht. Hier ist vor allem die Option der Live-Wetten in Kombination mit anbietereigenen Livestreams populär geworden.

Die Verlagerung von Sport und Bewegung in den digitalen Bereich hat viele neue Anknüpfungspunkte und Konzepte hervorgebracht, die zukunftsweisend sein werden und der Branche wertvolle neue Impulse gegeben haben. Viele Aspekte werden die Themen Sport und Gesundheit auch nach der Krise begleiten.

SPORTUNION startet Sportoffensive

Einer der wichtigsten Akteure zur Vermittlung digitaler Sport- und Bewegungsangebote war die SPORTUNION. Auf ihrer Internetpräsenz SPORTUNION digitalsports sammelt der österreichische Sportverband die Livestream-Sportangebote der Vereine. Außerdem gibt es eine Anleitung zum Mitmachen, die neben den passenden Links zu den einzelnen Angeboten auch Tipps zur Ausstattung des heimischen digitalen Fitnessstudios bereithält. So ist eine digitale Sportplattform entstanden, die Menschen jeder Alters- und Fitnessklasse mit dem passenden Angebot versorgen möchte. Digitalsports richtet sich vor allem an Jugendliche und Menschen im Erwachsenenalter bis hin zu Senioren.

Zu den wegweisendsten Projekten, die die SPORTUNION im digitalen Bereich auf den Weg gebracht hat, gehört die SPORTUNION-Volksschulinitiative. Herzstück der Sportoffensive sind fünf qualitätsgesicherte Sportplattformen, die neben dem digitalen Sportunterricht an Schulen auch umfangreiche Sportangebote und Anregungen für Kinder und Familien bieten. Rund 50.500 im Volksschulalter haben bereits seit November 2020 an dem digitalen Bewegungsangebot teilgenommen. Die Trainer des Projektes „Kinder gesund bewegen 2.0“ haben mit der digitalen Sportstunde ein Programm entwickelt, das täglich in den Nachmittagsstunden drei Bewegungsangebote vermittelt.

Ergänzt wird die digitale Sportstunde durch die Initiative UGOTCHI, die als ganzjähriges Sport- und Bewegungsprogramm an Kinder im Homeschooling gerichtet ist. Hier soll ein Belohnungssystem nach Punkten zu mehr Bewegung und Sport anregen. Die Punktevergabe erfolgt mit Unterstützung der betreuenden Lehrer. Über 50.500 Kinder aus 2.848 Klassen an 973 Volksschulen haben sich dem UGOTCHI-Programm bereits angeschlossen. Damit erreicht die Initiative bereits rund ein Drittel aller Schulen der Elementarstufe. Neben reinen Bewegungseinheiten können die Kinder auch Punkte durch Förderung der Konzentration, gesunde Ernährung und Teamgeist sammeln. Ziel ist es, junge Menschen trotz der fehlenden Anregungen im Präsenzunterricht für das Thema Gesundheit zu sensibilisieren und ihnen Freude daran zu vermitteln, sich gut um ihren Körper und ihre gesunde Entwicklung zu kümmern.

SPORTUNION fordert „Sport Deal“ zwischen allen Akteuren

Um Bewegung und Prävention stärker in den Fokus zu rücken, hat die SPORTUNION die Notwendigkeit deutlich gemacht, das Thema auch auf politischer Ebene zu verankern. Wichtiger Sparringspartner, so die Verantwortlichen des Verbandes, soll der im April ins Amt eingeführte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein werden. Die SPORTUNION fordert den Politiker zu einem „Sport Deal“ auf, der alle Akteure künftig zu einem verbindlichen gemeinsamen Handeln verpflichten soll.

„Wir brauchen jetzt einen wegweisenden Pakt zwischen allen Akteuren der Gesundheit und des Sports, um Österreich nachhaltig fit für die Zukunft zu machen. Der Mehrwert von Bewegung muss endlich effektiv auf allen Ebenen anerkannt und aktiv unterstützt werden. Die Gesundheitsvorsorge muss mehr in den Vordergrund rücken. Unser Ziel ist es daher, den neuen Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein so bald wie möglich zu einem ‚Sport Deal‘ zu bewegen, um erfolgreich und mit aller Kraft gegen den dramatisch steigenden Bewegungsmangel vorzugehen. Mehr Sport ist der Schlüssel zu mehr gesunden Lebensjahren, wo wir enormen Aufholbedarf haben. Wir hoffen auf eine positive und konstruktive Zusammenarbeit im Sinne einer gesunden Entwicklung für Österreich“, ließ sich SPORTUNION-Präsident Peter McDonald in den Medien vernehmen.

Damit soll eine dauerhafte Brücke geschlagen werden zwischen dem Sport- und dem Gesundheitswesen.

Zusätzliche Fördermittel könnten wichtige Perspektiven bieten

Eine wichtige Perspektive für die Sportbranche in Österreich bieten auch die zusätzlichen Fördermittel, die das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) zugesichert hat. 2 Millionen Euro sollen künftig in innovative Projekte aus dem Sport- und Bewegungsbereich fließen. Die Fördermittel sollen Vereinen, Organisationen und Initiativen zugutekommen und in vier Module eingeteilt werden:

Modul 1: Sport und Gleichstellung
Modul 2: Sport und Integration
Modul 3: Sport und Inklusion
Modul 4: Sport und Nachhaltigkeit
(Quelle: https://www.bmkoes.gv.at)

Für die Förderung können Initiatoren ihr Projekt mit förderbarem Sportbezug noch bis 15. Juni 2021 einreichen.

Breite Testöffnungen könnten das Comeback des Vereinssports bringen

Trotz aller Bemühungen im digitalen Bereich wird das Comeback des Vereinssports in Österreich von den Akteuren aus Sport, Wirtschaft und Politik herbeigesehnt. Rund 15.000 Sportvereine stehen bereits in den Startlöchern und hoffen auf breite Testöffnungen ab dem 19. Mai 2021. Unter dem Hashtag #comebackstronger wird der Testlauf zur Wiedereröffnung des Vereinssports bereits in den Medien beworben.
Bereits seit dem 03. Mai werden Öffnungen im Bereich Nachwuchssport im Verein unter bestimmten Voraussetzungen wieder in allen Bundesländern möglich. Die Dach- und Fachverbände hatten sich in den vergangenen Wochen und Monaten vermehrt stark gemacht für eine Wiedereröffnung des Vereinssports und eine breitere Anerkennung der Bedeutung und des Mehrwertes, die mit dem Sport- und Bewegungsangebot in Vereinen einhergehen.

Damit die Vereine nach den langen Einschränkungen unter guten Rahmenbedingungen starten können, wurden mit dem #comebackstronger-Paket zahlreiche Maßnahmen zur Umsetzung von Hygienevorschriften, aber auch zur wirtschaftlichen und organisatorischen Unterstützung der Vereine selbst beschlossen. Diese sollen nun zur Wiedereröffnung konsequent umgesetzt werden, um dem Vereinssport in Österreich wieder Leben einzuhauchen.