Hungaroring

Vettel dominiert Freitagstraining

Deutscher markiert sowohl im ersten als auch im zweiten Training Bestzeit.

Red Bull Racing scheint auch im Jubiläums-Rennen in der ungarischen Puszta das Maß der Dinge zu sein. Vor allem Vizeweltmeister Sebastian Vettel zeigte am Freitag im Freien Training für den 25. Ungarn-GP am kommenden Sonntag (14.00 Uhr MESZ) groß auf und fuhr am Nachmittag mit 1:20,087 Minuten gleich um eine halbe Sekunde schneller als Fernando Alonso im Ferrari sowie sein australischer Teamkollege Mark Webber.

Es wäre eine Überraschung, wenn nicht einer der beiden RBR-Fahrer am Samstag auf dem für die RB6 offensichtlich maßgeschneiderten, engen Hungaroring nicht die elfte Pole im zwölften Saisonrennen für den austro-englischen Rennstall herausfährt. Allerdings haben der dreifache Saisonsieger Webber und Vettel (2) dies bisher "nur" fünf Mal auch in Rennsiege umgemünzt. "Wir haben nun nichts mehr zu verschenken", tönte Webber nachdem Motorsport-Berater Helmut Marko schon davor gefordert hatte, vor der Sommerpause die Kluft nach vorne zu den McLarens zu schließen.

Vettel überrascht
Ferrari scheint freilich auch Mogyorod/Budapest wieder so stark zu sein wie zuletzt in Hockenheim, wo Alonso die Pole um nur zwei Tausendstel an Vettel verloren, sich dafür aber bekanntlich mit dem umstrittenen Stallorder-Sieg schadlos gehalten hatte. Drei Tage nach seinem 29. Geburtstag will der kompromisslose Doppel-Weltmeister aus Spanien weiter Boden gut machen.

"Wir waren ein wenig überrascht, wie weit wir vorne waren, aber die Freitags-Zeiten sind ja an sich irrelevant", versuchte Vettel seine starke Leistung bei trockenem und sonnigen Wetter zu relativieren, gestand aber ein: "Es ist wirklich sehr gut gelaufen, wir hatten keinerlei Probleme am Auto." Man dürfe nun nur nicht übermütig werden. "Denn es wird sicher noch deutlich enger. Ferrari ist weiter stark, und McLaren hat oft schon über Nacht einen Schritt nach vorne gemacht."

Red Bull verzichtet auf F-Schacht
In der Tat hat Red Bull nun neben McLaren mit Ferrari einen zusätzlichen Gegner im WM-Kampf bekommen. "Es sind jetzt sicher mehr Leute auf der Party als früher. Aber Budapest ist eine sehr gute Strecke für uns, vielleicht sogar eine der besten", meinte Webber.

Red Bull dürfte aber unter dem Strich auch in Ungarn erneut das stärkste Auto haben. Man verzichtet sogar auf den F-Schacht, weil hier der herkömmliche Heckflügel für mehr Abtrieb und weniger Übersteuern wichtiger ist als Topspeed auf den Geraden.

Riesenkuchen zum Jubiläum
Vettel hatte zuletzt allerdings zweimal den Start verhaut. "In Silverstone fehlte der Grip, in Hockenheim hatten wir Kupplungsprobleme", erklärte der Hesse. "Wir sind natürlich nicht stolz darauf. Die anderen warten ja nicht auf uns, deshalb sollte uns das in Budapest nicht mehr passieren."

Anlässlich 25 Jahre Hungaroring gab es am Freitag im Fahrerlager einen Riesenkuchen aus tausend Teilen zu vernaschen. Am Vorabend hatte es für einige Teams einen Empfang beim neuen Staatspräsidenten Pal Schmitt, IOC-Mitglied und als Fechter zweifacher Olympia-Goldmedaillengewinner mit der Mannschaft, gegeben. Mit dabei neben Michael Schumacher, Felipe Massa und Sebastian Vettel war an seinem 29. Geburtstag auch Alonso gewesen. Als Geschenke gab es u.a. Sonderbriefmarken.

Ergebnis 1. Training
1. Sebastian Vettel (GER) Red Bull 1:20,976 Min. (194,768 km/h)
2. Mark Webber (AUS) Red Bull 1:21,106
3. Robert Kubica (POL) Renault 1:22,072
4. Jenson Button (GBR) McLaren-Mercedes 1:22,444
5. Rubens Barrichello (BRA) Williams 1:22,601
6. Pedro de la Rosa (ESP) Sauber 1:22,764
7. Fernando Alonso (ESP) Ferrari 1:22,772
8. Nico Rosberg (GER) Mercedes 1:22,777
9. Michael Schumacher (GER) Mercedes 1:22,792
10. Nico Hülkenberg (GER) Williams 1:22,966

Ergebnis 2. Training
1. Sebastian Vettel (GER) Red Bull 1:20,087 Min.
2. Fernando Alonso (ESP) Ferrari 1:20,584
3. Mark Webber (AUS) Red Bull 1:20,597
4. Felipe Massa (BRA) Ferrari 1:20,986
5. Witali Petrow (RUS) Renault 1:21,195
6. Lewis Hamilton (GBR) McLaren-Mercedes 1:21,308
7. Robert Kubica (POL) Renault 1:21,375
8. Nico Hülkenberg (GER) Williams 1:21,623
9. Jenson Button (GBR) McLaren-Mercedes 1:21,730
10. Michael Schumacher (GER) Mercedes 1:21,773