Biathleten haben das Wunderwachs

Geheimwaffe

Biathleten haben das Wunderwachs

Damit Sumann und Co. morgen um den Sieg kämpfen können, tüfteln Serviceleute rund um die Uhr an der perfekten Wachs-Mischung.

Walter Gapp hat es eilig. Der Biathlon-Koordinator ist seit dem Sensationscoup der Nordischen Kombinierer einer der gefragtesten Interviewpartner in Whistler. Grund: Gapp entwickelte für Gottwald & Co. jenen Wunderski, welcher Österreich zum zweiten Nordischen-Gold-Triumph verhalf.

Wiederholung
Zur Erinnerung: Startläufer Bernhard Gruber machte mit den Skiern von Weltmeister Dominik Landertinger einen Rückstand von 36 Sekunden auf das Spitzenduo wett und Schlussmann Mario Stecher fixierte auf den gleichen Latten den Triumph. „Wenn es schon einmal perfekt funktioniert hat, dann klappt es hoffentlich noch einmal“, grinst Gapp. Er arbeitet mit seinem Team derzeit fast rund um die Uhr. Damit Österreich am Freitag über das dritte nordische Teamgold jubeln darf. Gapp: „Das wäre dann der absolute Wahnsinn.“

Erfolg stinkt
Der Ort, an dem das Wunderwachs entwickelt wird, wirkt nicht sehr einladend. Der erste Eindruck: Es stinkt. Die giftigen Fluordämpfe vernebeln einem sofort die Sinne. Alle tragen Masken und Handschuhe. Vier Stunden vor dem Start beginnt die Arbeit der Wachser. Die Arbeitsteilung ist genau gegliedert: Einer ist für die Struktur des Skis verantwortlich, der andere trägt das Wachs auf. Die perfekte Wachsmischung auszuwählen, ist eine Wissenschaft. Etwa 150 Wachse und Fluorpulver stehen zur Verfügung. Damit lassen sich sechs Paar Skier wachsen. Mehr kann und darf nicht an die Öffentlichkeit gelangen.

Spionage
„Denn wie in der Formel 1 gibt es auch beim Biathlon Betriebsspionage“, erklärt Gapp. Und nach den bisherigen Laufleistungen ist klar, dass sich am liebsten alle was von den Österreichern abschauen würden.