benjamin

Zwei Medaillen

Snowboarder feierten historische Nacht

Es wurde eine kurze Nacht, denn schon am Sonntag gings in die Heimat.

Österreichs Snowboardsport hat die erfolgreichsten Winterspiele seit der Integration in das Olympia-Programm 1998 hinter sich. Deshalb waren Samstagabend auch gleich zwei Stretchlimousinen von Vancouver Richtung Whistler unterwegs, um Silber von Benjamin Karl und Bronze von Mario Kreiner gebührend im Österreich-Haus zu feiern. Die Nacht wurde kurz, denn schon Sonntagmittag ging es per Flugzeug zurück in die Heimat

Nach Bronze für Gitti Köck 1998, Sigi Grabner 2006 und Kreiner 2010 hatte Karl am Samstag am Cypress Mountain erstmals eine Silbermedaille für Österreich gewonnen. Dass beide PGS-Plaketten auch in Gold hätten glänzen können, war ebenso Tatsache wie bei beiden Medaillengewinnern zunächst Tabuthema.

Fahrfehler kosten Gold
Die Grazerin Kreiner hatte freilich das sicher scheinende große Finale ebenso durch einen Fahrfehler verpasst wie der Niederösterreicher Karl im Endlauf zehn Tore vor dem Ziel das ebenfalls bereits winkende Gold doch noch an den Kanadier Jasey Jay Anderson weggeschmissen hatte. Anderson könne man es nur vergönnen, gab sich der Shooting-Star der Szene sportlich. "Da kann ich grantig sein auf mich selbst wie ich will", deutete der in Lienz lebende Slalom-Weltmeister aus Wilhelmsburg bei St. Pölten aber doch klar an, dass ihn das verpasste Gold ein wenig wurmte.

Bemerkenswerte Bilanz
Dass eine Großstädterin und ein "Flachlandindianer" nun für die beste österreichische Olympiabilanz im Snowboard gesorgt hatten, ist bemerkenswert. Wenigstens ist Karl einer der erfrischenden Sorte. Eine Olympiamedaille hatte er ebenso angesagt wie ein Jahr zuvor WM-Gold. Gleich vier Mal will er Olympiasieger werden. "Aber da muss ich wohl fahren bis ich 44 bin", rechnete er kurz nach. "Mal schauen, wie lange die Knochen halten." Für eine Rückkehr ins Alpinlager sei er zu alt, scherzte er angesprochen auf die Nullbilanz der ÖSV-Alpinherren in Kanada.

Droht PGS das Aus?
Allerdings könnte dem Parallel-Riesentorlauf Gefahr drohen. Die Olympier schielen ganz offensichtlich eher auf neue Freestyle-Disziplinen und haben auch schon den Slopestyle für 2014 in Sotschi integriert. ÖSV-Koordinator Christian Galler dazu: "Den Slopestyle zu integrieren ist okay, aber nicht auf Kosten der Alpinrennen. Dort sind die Felder im Welt- und Europacup am vollsten", so der Steirer.