Tribondeau trickst sich am Finale vorbei

Slopestyle

Tribondeau trickst sich am Finale vorbei

Der 17-jährige Kärntner scheitert in der Quali. Er wird nur 14.

Die Tricks waren gut, die Landungen mit einer Ausnahme sauber, doch die Bewertung durch die Kampfrichter ließ zu wünschen übrig. Schwer enttäuscht hat Ski-Freestyler Luca Tribondeau die verpasste Slopestyle-Finalqualifikation bei den Olympischen Spielen in Krasnaja Poljana zur Kenntnis genommen. "Kopf hoch, deinen Namen wird man bald kennen", tröstete ÖSV-Sportdirektor Hans Pum den 17-Jährigen.

Der Kärntner hatte in beiden Qualifikationsläufen nahezu fehlerfreie Runs gezeigt. Er brachte jeweils einen "right side double cork 1260" (zweimal gekorkt und dreieinhalbmal geschraubt, dreht nach rechts), einen "switch double misty 1260" (zweimal über kopf und dreieinhalbmal geschraubt, rückwärts angefahren, dreht nach links) und einen "trible cork 1440" (dreimal gekorkt und viermal geschraubt, dreht nach links) über den Parcours.

Enttäuschter Kärntner
"Ich habe schon gedacht, dass ich ein bisschen mehr Punkte bekomme, aber da kann man eh nichts machen. Ich finde es aber ein bisschen unfair", sagte Tribondeau im Zielraum. Für beide Läufe hatte er sich mehr erwartet, im zweiten war er sogar noch besser gelandet. 80,20 Punkte hatte er für den ersten bekommen und war Achter, 80,80 erhielt er für den zweiten. Dieser Score kam in die Wertung, das bedeutete Rang 14.

Wie in anderen Sportarten, wo Punkterichter entscheiden, fließen scheinbar auch Kriterien wie Name, Herkunftsnation oder bisherige Erfolge in die Benotung ein. "Das dürfte normal nicht sein, aber ist leider so. Es sind hier ein paar Leute im Finale, die nicht einmal annähernd das gemacht machen, was ich gemacht habe. Ich werde so weitermachen und hoffe, dass sie mich bei einem anderen Contest besser bewerten. Das heute ist nicht meine Schuld."

Richtig verärgert war Trainer Martin Misof: "Ich bin ein schwer, schwer, schwer enttäuschter Trainer. Aber ich bin nicht enttäuscht von Luca, er hat alles gegeben, er hat alles richtig gemacht, er hat einen Super-Run runtergebracht. Aber er ist von den Kampfrichtern beraubt worden. Es ist eine Frechheit."

Unmut
Besonderen Unmut erregte etwa die Bewertung des zweiten Runs des Schweden Henrik Harlaut. "Er bekommt 83 Punkte mit einer Hand im Schnee. Ich verstehe die Welt nicht mehr", sagte Misof und erzählte, dass am Start ein Raunen durch die Menge gegangen sei, als der "wesentlich zu hohe Score" des Schweden reingekommen sei.

"Da muss sich definitiv was ändern. Wir brauchen ein neues Judging-System, wir brauchen sieben Judges und die höchste und die niedrigste Wertung werden rausgenommen", schlägt der ÖSV-Trainer vor. Derzeit sind es fünf Richter, ein Durchschnittswert wird errechnet. "Und dieses Beraten in der Kabine ist, wie am sieht, unfair. Das tut mir extrem leid für Luca, er hat alles gegeben, alles gezeigt. Er ist 17, wir haben viel vor uns. Ihm steht eine große Zukunft bevor."

Das nächste Großereignis ist die Heim-WM 2015 auf dem Kreischberg, darauf gilt es hinzuarbeiten.

Die Medaillen gingen ausschließlich an US-Amerikaner: der Quali-Beste Joss Christensen gewann vor Gus Kenworthy und Nicholas Goepper.

Gold ging an den USA-Amerikaner Joss Christensen, der schon die Qualifikation für sich entschied.