Das sagt Mayer zu irrer Gold-Fahrt

"Wollte das gar nicht"

Das sagt Mayer zu irrer Gold-Fahrt

Der neue Super-G-Olympiasieger war von seiner Leistung selbst überrascht.

Matthias Mayer war über seinen Gold-Triumph und seine Wahnsinnsfahrt selbst überrascht. Der Kärntner scherzte, während er in der Leader Box wartete, mit Beat Feuz und Kjetil Jansrud. "Seit wann kannst denn du Super-G fahren? Da gibt's ja Kurven", so Mayer zum Schweizer Silbermedaillen-Gewinner.

Mayer war überwältigt. Nach seinem schweren Sturz im Kombi-Slalom hatte er nicht mit so einem Resultat gerechnet: "Ich weiß nicht, ob ich das überhaupt wollte! Ich kann doch nicht zwei Mal Olympiasieger werden! Ich weiß einfach nicht, was ich sagen soll!"

In einer ersten Reaktion bedankte sich Mayer  gleich beim Trainerteam: "Es gibt so viele Leute, bei denen ich mich bedanken muss. Es ist unfassbar, dass die Therapeuten mich wieder so hinbekommen haben." Nach dem Sturz war Mayers Antreten gar nicht mal gesichert. Per Funk übermannten Mayer die Emotionen: "Danke an alle! Danke für diese Saison! Heute wird gescheit gefeiert!"

Mayer weiter: "Ich wollt einfach eine gute Fahrt zeigen. Unglaublich! Ich bin eigentlich genauso gefahren, wie ich es im Training eingeübt habe. Es ist mir gut aufgegangen. Ich bin über den Zielsprung rüber und habe mir gedacht, so, das könnte jetzt die Goldfahrt gewesen sein. Dann habe ich grün gesehen und nur noch gejubelt. Nach dem Crash im Slalom der neunte Platz in der Abfahrt, der war schon enttäuschend. In erster Linie möchte ich meinen Physiotherapeuten und dem ganzen Trainerteam danken. Die ganze Gruppe, wir sind ein Super-Team. Meiner Familie natürlich an erster Stelle. Ein großartiger Tag."

Konkurrenz gratuliert Mayer

Beat Feuz (Silber): "Für Matthias ist das verdient. Ich war am Start lockerer, gelöst durch die Medaille (Abfahrts-Bronze, Anm.). Der Druck war weg. Für mich ist die Abfahrt meine Paradedisziplin, das wird sie auch bleiben. Aber es schön, auch im Super-G etwas abzuräumen, und ich kann sagen, das war mein Maximum. Und schön, dass auch einmal ein anderer als ein Norweger auf dem Siegespodest mit mir steht."

Kjetil Jansrud (Bronze): "Ich habe gewusst, dass es eng werden kann. Das war mein Bauchgefühl. Das kann man aber leicht akzeptieren. Entweder man fährt perfekt oder man hat Kleinigkeiten drinnen, was nicht so optimal läuft. Daher freut es mich für Beat und Matthias. Matthias verdient es."

Aksel Lund Svindal (5.): "Ich bin logischerweise jetzt fertig mit der Olympiade. Heute ist es nicht so gegangen, wie ich mir es gewünscht habe. So ist das einfach. Ich und Kjetil haben gesagt, dass das nicht gut genug ist (ihre Fahrten, Anm.). Das (Mayers Sieg, Anm.) war verdient, weil wir sind nicht gut gefahren."

Vincent Kriechmayr (6.): "Ich habe mit Nummer 1 Peter Fill gesehen, der hat Probleme gehabt. Es war zu wenig von mir. Zu 100 Prozent bin ich nicht zufrieden. Ich bin zwei Sprünge mit zu viel Vorsicht gefahren. Im Mittelteil habe ich die Linie ein bisschen verloren."

Hannes Reichelt (11.): "Ich bin eher rätselnd. Sicher habe ich einen Fehler gehabt. Das tut ganz schön weh, vor allem, wenn man im Training mithaltet. Mit der Nummer, wie ich es mache, ist es nicht richtig. Ich glaube, dass das Glück auch wieder zurückkommt. Gratulation an Mothl (Mayer, Anm.). Alle vier Jahre gewinnt er etwas bei Olympia."

Max Franz (17.): "Das hat nicht funktioniert. Von gestern (Abfahrt, Anm.) hatte ich ein bisschen Wut im Bauch, ich wollte es besser machen. Dass ich den Ski auf Zug bringe, hat überhaupt nicht funktioniert. Gestern habe ich mich reingehängt, heute umso mehr. Der Schuss ist nach hinten losgegangen. Sehr geil (Mayer-Sieg, Anm.). Es freut mich auf jeden Fall für ihn. Vor zwei Tagen haut es ihn da auf den Arsch. Richtig cool, dass er es so sauber heruntergebracht hat."