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Olympia, Super-G

Wahnsinn: Matthias Mayer holt Gold

Speed-Ass Matthias Mayer krönt sich zum Olympiasieger im Super-G.

Österreichs Speed-Abteilung bei den Ski-Herren hat bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang zurückgeschlagen. 24 Stunden nach Österreichs schwerster olympischer Abfahrtsniederlage seit 1960 triumphierte am Freitag Matthias Mayer im Super-G. Der Kärntner gewann 13/100 Sekunden vor dem Schweizer Abfahrtsdritten Beat Feuz bzw. 18/100 vor dem norwegischen Abfahrtszweiten Kjetil Jansrud.
 

"Ich wollte einfach eine gute Fahrt zeigen. Unglaublich! Ich bin eigentlich genauso gefahren, wie ich es im Training eingeübt habe", sagte Mayer in einem ersten Siegerinterview. Als letzte rot-weiß-rote Hoffnung war der Gewinner von vier Weltcuprennen mit Startnummer 15 auf die Strecke im Alpin Center Jeongseon gegangen. Vincent Kriechmayr (letztlich Sechster), Hannes Reichelt (11.) und Max Franz (17.) waren da schon an den Medaillen vorbeigefahren.

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Und es hatte da schon nach dem fünften norwegischen Super-G-Gold der Herren bei Olympia in Folge ausgesehen. Jansrud schien drauf und dran, seinen Erfolg von Sotschi zu wiederholen. Doch es war Mayer, dem ein Dacapo von 2014 gelang. Und Mayer hatte noch vor der Ziellinie eine Vorahnung: "Es ist mir gut aufgegangen. Ich bin über den Zielsprung rüber und habe mir gedacht, so, das könnte jetzt die Goldfahrt gewesen sein. Dann habe ich grün gesehen und nur noch gejubelt."

 

 

Mayer mit "Herminator-Sieg"

Noch am Vortag war das Antreten des 27-Jährigen in der Abfahrt fraglich gewesen, nachdem er sich am Dienstag bei einem Sturz im Kombi-Slalom einen Bluterguss zugezogen hatte. In der Abfahrt wurde er Neunter. "Der war schon enttäuschend", meinte er nun zu dieser Platzierung. "In erster Linie möchte ich meinen Physiotherapeuten und dem ganzen Trainerteam danken. Die ganze Gruppe, wir sind ein Super-Team. Meiner Familie natürlich an erster Stelle. Ein großartiger Tag."

Unmittelbar nach seiner Fahrt musste Mayer noch am meisten zittern, als Feuz noch auf Rang zwei gefahren ist. Damit waren die Podestplätze aber bezogen. "Schön, dass auch einmal ein anderer als ein Norweger auf dem Siegespodest mit mir steht", sagte der Eidgenosse mit einem Augenzwinkern. Mit seinem Abschneiden war Feuz hochzufrieden: "Ich war am Start lockerer, gelöst durch die Medaille." Für ihn, den Weltmeister, bleibe die Abfahrt aber dennoch seine Paradedisziplin.

Jansrud und sein Landsmann und der letztlich fünftplatzierte Abfahrts-Olympiasieger Aksel Lund Svindal (+0,49) hatten schon geahnt, dass ihre Zeiten nicht für einen erneuten Doppelsieg reichen würden. Der Franzose Blaise Giezendanner sprengte das Norsker-Duo als Erster (4./+0,38). "Ich habe gewusst, dass es eng werden kann", meinte Jansrud. "Das war mein Bauchgefühl. Aber entweder man fährt perfekt oder man hat Kleinigkeiten drinnen, was nicht so optimal läuft."

Norweger als faire Verlierer

Daher freute sich der sozusagen entthronte "Titelverteidiger" für Feuz und Mayer: "Matthias verdient es." Auch Svindal gab sich als fairer Verlierer. Mayers Sieg sei verdient gewesen, da er und Jansrud nicht gut gefahren seien. Und der 35-Jährige bestätigte, dass das sein letztes Olympia-Rennen gewesen ist. "Ich bin logischerweise jetzt fertig mit der Olympiade. Heute ist es nicht so gegangen, wie ich mir es gewünscht habe. So ist das einfach."

Kriechmayr (+0,69) war mit der Startnummer 3 der erste Läufer im Ziel gewesen. "Es war zu wenig von mir. Zu 100 Prozent bin ich nicht zufrieden." Reichelt über seine Leistung (+0,96): "Das tut ganz schön weh, vor allem, wenn man im Training mithaltet. Gratulation an Mothl (Mayer, Anm.). Alle vier Jahre gewinnt er etwas bei Olympia." Gänzlich unzufrieden mit sich war Franz (+1,52): Gestern habe ich mich reingehängt, heute umso mehr. Der Schuss ist nach hinten losgegangen."

Exakt 30 Jahre davor hatte Matthias Mayers Vater Helmut Mayer in Calgary Super-G-Silber geholt. Es ist das zweite Super-G-Gold für Österreich bei den Herren nach jenem von Hermann Maier 1998 in Nagano. Für die ÖOC-Abordnung in Pyeongchang war es die siebente Medaille, die dritte in Gold nach jenen von Rodler David Gleirscher und Marcel Hirscher in der Kombination. Dazu hatte es davor eine Silbermedaille und drei in Bronze gegeben.