Präsidentin des Organisationskomitees der Olympischen Sommerspiele in Tokio Seiko Hashimoto

Trotz Corona-Notstand

Tokio will Olympia 2020 'durchboxen'

Neue Virusvarianten breiten sich in Tokio aus - die olympischen Spiele 2020 sollen dennoch wie geplant stattfinden.

Japans Olympia-Macher erwägen trotz erneuten Corona-Notstands für Tokio und steigender Infektionszahlen keine Absage der im Juli geplanten Sommerspiele. "Wir denken nicht über eine Absage nach", bekräftigte Seiko Hashimoto, Präsidentin des Organisationskomitees, am Freitag. Am selben Tag entschied die Regierung von Ministerpräsident Yoshihide Suga wie erwartet, für Tokio sowie Osaka, Kyoto und die Präfektur Hyogo den Notstand zu verhängen.

Der Notstand gilt von Sonntag bis zum 11. Mai. In diesen Zeitraum fällt die sogenannte "Goldene Woche", eine Aneinanderreihung nationaler Feiertage. "Wir müssen gezielt Maßnahmen ergreifen, während viele Menschen während der Goldenen Woche in der Pause sind, um das Virus unter Kontrolle zu bringen", erklärte Suga.

Besucher von Großveranstaltungen sollen jedoch ausgeschlossen werden. Nur drei Monate vor den geplanten Olympischen Spielen verhängt Japan damit zum inzwischen dritten Mal über die Hauptstadt den Notstand. Grund ist die starke Ausbreitung neuer Varianten des Coronavirus.

Regel-Handbuch für Athleten

In der kommenden Woche werde man eine zweite Version eines Handbuchs mit detaillierten Regeln und Corona-Maßnahmen für Athleten veröffentlichen, hieß es. Zudem sind für nächste Woche Beratungen mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) über die offene Frage einer Zulassung japanischer Zuschauer geplant. Ausländische Fans sowie die Familien internationaler Athleten haben Japans Olympia-Macher bereits ausgeschlossen.