Fenninger fordert runden Tisch

Krach mit ÖSV

Fenninger fordert runden Tisch

Salzburgerin äußerte sich im Fernsehen zum Streit mit dem Verband.

In einem vom ORF am Sonntag geführten TV-Interview hat Anna Fenninger alle Spekulationen um einen möglichen Nationenwechsel beendet. Außerdem ist die zweifache Ski-Gesamtweltcupsiegerin um Einvernehmen mit dem Österreichischen Skiverband bemüht. "Ich denke, die einzige Lösung ist, dass wir alle an einem Tisch sitzen und reden, so kommen die Leute zusammen", sagte die Salzburgerin.

+++ Fenninger kauft sich frei +++

Darauf und auf die erhoffte "Lösung des Problems" wird Fenninger allerdings noch ein wenig warten müssen, denn ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel befindet sich derzeit im Urlaub. "Es wird im Hintergrund schon sehr viel gearbeitet. Der Präsident ist leider nicht im Lande. Er ist eine wichtige Person, um eine Entscheidung zu treffen und zu finden", sagte die 25-Jährige. "Wir machen das, wenn Peter wieder da ist."

Zypern-Abreise mit ÖSV abgesprochen
Fenninger hatte in einem am vergangenen Montag an die Öffentlichkeit gelangten Email die ablehnende Haltung des ÖSV gegenüber ihrem deutschen Manager Klaus Kärcher kritisiert, sie forderte auch eine verbesserte Regelung ihrer sportlichen Betreuung und drohte sogar mit Rücktritt. Der ÖSV hatte am Dienstag per Email u.a. mitgeteilt, dass derzeit die Gesprächsbasis mit dem Fenninger-Management fehle. Am Mittwoch reiste Fenninger aus dem ÖSV-Trainingslager in Zypern ab. Im Einvernehmen mit dem Verband, wie der ÖSV mitteilte.

"Es war auch Selbstschutz dabei. Ich musste heim, das Ganze ordnen und schauen, wie es weitergeht. Und trainieren kann ich daheim genauso gut", erklärte Fenninger im ORF-Interview. Und gab nochmals auch ein Bekenntnis zu ihrem Manager ab. "Der Klaus war die letzten drei Jahre auf meiner Seite. Er hat mich tatkräftig unterstützt, so wie ich mir das vorgestellt habe, darum gibt es für mich keinen Grund, warum ich mich von ihm trennen soll", schließt sie eine Trennung von Kärcher aus.

Kein Nationenwechsel
Medienspekulationen über einen Nationenwechsel haben sie hingegen "amüsiert". Dabei habe sie schon vor ein paar Monaten klargestellt: "Ich bin aus Leib und Seele Österreicherin. Für mich gibt es nur eine Möglichkeit, an den Start zu gehen: Das ist für Österreich. In dem Sinne bin ich sehr bemüht, dass wir in alle Richtungen, wo Fragen offen sind, intern mit dem Verband Lösungen finden und ich hoffe, dass das auch passiert."

Konkret wünscht sich Fenninger Peter Meliessnig als Konditionstrainer und Physiotherapeut. "Er ist seit einem Jahr mein Trainer und Betreuer. Mein Körper braucht ganz klar einen Betreuer, der zu hundert Prozent weiß, was gut für mich ist. Es sind körperliche Abnützungen da, die in den Griff zu bekommen sind. Ich habe seit einigen Jahren Knieschmerzen", erzählte Fenninger, weshalb sie auf intensive Unterstützung von persönlichen Betreuern nicht verzichten kann. "Ich habe Peter selbst bezahlt, aber es ist so weit, dass es nötig ist, eine Ganzjahresbetreuung zu haben." Und da stelle sich die Frage, wie man das regle.

Suche nach 'Maulwurf' läuft
Wenn man erfolgreich sein wolle, müsse man in jedem Bereich das Beste rausholen. "Man sieht bei erfolgreichen Athleten, dass viele Personen dafür nötig sind." Die Gründung eines eigenen Teams außerhalb des ÖSV ist für Fenninger keine Alternative: "Ohne das Team um mich wäre es schwierig gewesen, solche Erfolge einzufahren. Ich bin dankbar für das, aber ich muss weiterschauen, es gibt immer Sachen, die man verbessern kann. Ich will eine Lösung mit dem Verband finden."

Kein Stolperstein dürfte die Marke eine Automobilherstellers sein, die als möglicher neuer Kopfsponsor kolportiert wurde, aber in Konkurrenz mit einem Verbandssponsor steht. "Ich weiß, was die Regeln sind, das wird nicht passieren."

Von wem die vertrauliche Email Fenningers der "Sportwoche" zugespielt wurde, ist noch nicht bekannt. "Ich weiß, dass von beiden Seiten recherchiert wird. Von meinem Management ist Anzeige erstattet worden. Ich hoffe, dass man bald Klarheit hat."

Zu den unterschiedlichen Reaktionen in den sozialen Netzwerken meinte Fenninger: "Jeder kann sich seine Meinung bilden. Für mich ist es wichtig, meinen Weg zu gehen. Das Sportliche steht im Vordergrund. Das andere sollte im Hintergrund bleiben und nicht öffentlich diskutiert werden. Es ist eine Ehre, wenn Österreich mitdiskutiert, was das Beste für mich ist. Aber ich muss mit dem Verband eine Lösung finden", meinte die Olympiasiegerin und Weltmeisterin.