Heftige Kritik: Mayer rüttelt die FIS auf

Sorge vor Lake Louise

Heftige Kritik: Mayer rüttelt die FIS auf

Nach dem Tod von David Poisson fordert er rasche Sicherheitsreformen.

"Ich mache mir wirklich Sorgen. Es wird so viel geredet, aber so wenig getan", warnt Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer im Interview mit der Kleinen Zeitung. Der Tod des französischen Abfahrtskollegen David Poisson schockte den ganzen Weltcup-Tross.

"Wenn ich daran denke, was seit meinem Unfall passiert ist, fällt mir nicht viel ein", sieht Mayer seit seinem Crash vor zwei Jahren keine wesentlichen Veränderungen, um die Sicherheit der Fahrer zu gewährleisten. So ist zum Beispiel der Airbag im Weltcup noch immer nicht verpflichtend.

Vor dem Lake-Louise-Wochenende rüttelt Mayer noch einmal die FIS auf und äußert seine Bedenken. Heftige Kritik gibt es am Abtransport nach schweren Stürzen. Die Sicherheitsmaßnahmen in Kanada seien unzureichend. Mahnendes Beispiel sei der schreckliche Unfall von ÖSV-Kollege Markus Dürager. 2015 war er spektakulär gestürzt und hatte sich einen offenen Unterschenkelbruch zugezogen.

Insgesamt sieben Stunden dauerte es, bis Dürager im richtigen Krankenhaus war. "Kein Wunder, dass ihm heute der ganze Fuß wehtut", meint Mayer. Die FIS nahm das Thema Abtransport sogleich in die Mannschaftsführungssitzung auf. Auch die Strecke wurde entschärft.

"Normalerweise versuchen wir, eine Abfahrt eher knackiger zu machen. Nun haben wir es aber etwas ruhiger gestaltet, um die Aufgabe nicht zu schwierig zu machen. Wir wollen, dass alle gesund ins Ziel kommen, aber es gibt immer ein Restrisiko und jeder weiß das", erklärt FIS-Renndirektor Markus Waldner.