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"Musste aufpassen"

Missbrauch im ÖSV: Das Opfer legt nach

Frühere Skirennläuferin Nicola Werdenigg packt bei oe24.TV aus.

Auf oe24.TV erzählt  Nicola Werdenigg von den Qualen, die sie als Sportlerin in den 1970er-Jahren durchmachen musste. Sie berichtet von unfassbaren Zuständen: "Ich habe mit Trainern zu tun gehabt, die mich belästigt haben. Wenn Alkohol geflossen ist, und es floss viel Alkohol, wusste man, man muss sich in Acht nehmen".

Die 1970er-Jahre waren auch die Zeit von Superstar Franz Klammer: "Ich war ehrlich gesagt schockiert. Natürlich war das damals eine andere Zeit. Und natürlich gab es damals wie heute das eine oder andere 'Pantscherl'. Aber von Vorfällen von dieser Heftigkeit habe ich nichts mitbekommen".

Werdenigg spricht im oe24.TV-Interview über ihr Martyrium, das schon mit 13 Jahren im Internat begann. "Wir hatten einen pädophilen Heimleiter, der Buben sexuell missbraucht hat. Das war ein Schock. Nachdem ich mit 15 in den Weltcup eingestiegen bin, hat mich ein Skifabrikant bedrängt," erzählt sie.

Von zwei alkoholisierten Teamkollegen sei Werdenigg belästigt worden, einer hätte sie vergewaltigt. Das gleiche Schicksal ereilte eine Teamkollegin durch einen Trainer. "Ich war im Zimmer nebenan. Ich weiß, was sie ertragen musste. Ich hatte auch Trainer, die mich belästigt haben. Wenn Alkohol geflossen ist, wusste man, man muss sich in Acht nehmen", schockt Werdenigg.

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel will auf die grausigen Befunde jetzt mit Präventivmaßnahmen reagieren. So wird der Damenbeauftragten Petra Kronberger Vizepräsidentin Roswitha Stadlober zur Seite gestellt. Alle Trainer, Betreuer und Masseure werden noch einmal informiert, und in der Trainerausbildung wird dem Thema künftig noch mehr Raum eingeräumt. Bei einem Verstoß soll "mit aller Härte" durchgegriffen werden.