Poisson-Tragödie: Funktionär wehrt sich

Nach Vorwürfen

Poisson-Tragödie: Funktionär wehrt sich

Die Ski-Welt trägt Trauer: Poissons Tod entfachte Sicherheitsdebatte neu.

Das Ableben von David Poisson löste im Weltcup-Zirkus Bestürzen aus: "RIP. Die Gedanken und Liebe an seine Familie. So traurig", meldete sich Anna Veith zu Wort. "Das ist verheerend", twitterte US-Star Lindsey Vonn. "RIP David. Dein Lächeln wird vermisst", schrieb die Schweizerin Lara Gut.

Bei einem Trainingssturz am Montag war der französische Abfahrer verunglückt. Laut Polizei verlor er unmittelbar vor dem Ziel einen Ski, kam bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h zu Sturz, rauschte durch die Sicherheitsnetze und prallte frontal gegen einen Baum. Eineinhalb Stunden kämpften Ärzte um sein Leben. Ohne Erfolg!

Aber: Hätte man die Tragödie verhindern können? Gerüchteweise war die Strecke im kanadischen Nakiska nicht ausreichend gesichert. Wolfgang Maier, deutscher Alpin-Direktor, verteidigt nun gegenüber Sport1 die Verantwortlichen: "Jetzt gehen wieder die Diskussionen los. Und das ist auch verständlich. Aber du kannst bei all dem, was wir versuchen, was wir an Sicherheitsstandards leisten, bei einer Risikosportart mit bis zu 140 km/h keine hundertprozentige Sicherheit gewährleisten."

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"Das ist niemals auszuschließen"

Maier kennt die Rahmenbedingungen am Unglücksort aus der Vergangenheit. Er hält fest: "Bei Rennen arbeiten hunderte Leute über Wochen, um für die entsprechende Sicherheit der Athleten zu sorgen. Den Aufwand können wir im Training nicht leisten. Wenn jemand das fordert, dann lebt er in einer völlig anderen Welt."

Die Sicherung der Strecke sei demnach auch eine finanzielle Frage. Als Konsequenz künftig die Abfahrtstrainings zu reduzieren, hält Maier nicht für sinnvoll. "Egal was man macht, solche Fälle sind niemals auszuschließen. Man hat ja dasselbe bei anderen Sportarten. Beim Fußball gibt es Spieler, die einen plötzlichen Herztod erleiden, weil sie einer zu hohen Belastung ausgesetzt sind. Ihnen sagt man auch nicht: 'Spiel weniger Fußball‘", betont er.

Nun müsse man die Athleten dabei unterstützen, den Tod zu verarbeiten: "Wir werden mit diesem Unfall offen umgehen."