Brem verpasst Podium, Brunner überrascht

Rebensburg-Sieg in Flachau

Brem verpasst Podium, Brunner überrascht

ÖSV-Duo landet auf den Plätzen vier und fünf, Rebensburg bärenstark!

Auch beim abschließenden Riesentorlauf in Flachau hat es für die ÖSV-Damen knapp nicht zu einem Podestplatz gereicht. Eva-Maria Brem wurde am Sonntag beim überlegenen Sieg der Deutschen Viktoria Rebensburg vor Ana Drev aus Slowenien Vierte. Direkt dahinter landete aber sensationell die junge Stephanie Brunner auf Platz fünf. Es war das mit Abstand beste Weltcupergebnis der 21-jährigen Tirolerin.

Brem rätstelt nach Rückfall
Das fünfte und letzte Rennen der Weltcup-Serie im Salzburger Pongau hatte die größten Chancen auf einen ÖSV-Erfolg versprochen, weil Brem die bisher einzige Saisonsiegerin bei den ÖSV-Damen ist. Die Courchevel-Gewinnerin aus Tirol verschaffte sich bei dichtem Schneefall als Halbzeit-Dritte hinter Drev und Rebensburg auch eine sehr gute Ausgangsposition für einen neuerliche Erfolg.

Letztlich war der alles andere als auf sie zugeschnittene Hang aber eine zu große Bürde für die Edeltechnikerin aus Tirol, die steile und eisige Pisten liebt. "Ich weiß auch nicht, was los war", rätselte Brem über ihre nur 20. Laufzeit in der Entscheidung, in der es nach kurzzeitigem Sonnenschein wieder deutlich schlechtere Sicht gab.

Führung in Disziplinenwertung
Letztlich brachte sie es aber doch auf den Punkt. "Schon der erste Durchgang war komisch. Ich habe von der Piste überhaupt nichts zurückbekommen", sinnierte sie. "Hier geht es einfach zu wenig bergab", so ihr Urteil über die nach ihrem Kindheits-Idol Hermann Maier benannte Rennpiste. "Wären da nicht wenigstens ein paar Wellen ...."

Platz vier reichte letztlich aber, um drei Rennen vor Schluss in der Riesentorlauf-Wertung die Führung zu übernehmen. Denn die zur Halbzeit noch auf Platz vier liegende Weltcup-Leaderin Lara Gut patzte in der Entscheidung wie Lindsey Vonn ganz böse und wurde nur 19.

US-Star stürzt
Vonn beendete nach einem verpatzten ersten Lauf ihre höchst passive und unsichere Fahrt im Finale nach einem Verschneider durch einen "Abkristler" selbst und produzierte somit einen "Nuller". Damit baute Gut vor der Speed-Woche in Cortina ihre Gesamtführung auf 50 Punkte aus.

Mit dem Kampf um den Sieg hatten die ÖSV-Damen letztlich nichts zu tun. Denn Rebensburg nutzte die für sie perfekten, weil mittelsteilen und kupierten Bedingungen für den elften Weltcupsieg. Es war der erste seit fast drei Jahren für die Olympiasiegerin von 2010 und der erste für Deutschland seit dem Abfahrtstriumph von Maria Höfl-Riesch 2014 in Cortina, also auch schon seit zwei Jahren.

Brunner überrascht
Drev, die schon in Lienz geführt, dann aber ausgefallen war, feierte Platz zwei vor Federica Brignone (ITA) wie einen Sieg. "Ich bin alles andere als enttäuscht", jubelte die bereits 30-Jährige über ihren ersten Podestplatz im 123. Weltcuprennen.

Wie die 18-jährige Katharina Gallhuber im Slalom zeigte Brunner im Riesentorlauf, dass bei den ÖSV-Damen trotz weniger Podestplätze sehr viel Potenzial vorhanden ist. Die junge Zillertalerin qualifizierte sich mit Startnummer 37 als starke 13. und machte im 30er-Finale mit neuntbester Laufzeit acht weitere Plätze gut.

Bisher hatte die angriffslustige (Motto: "Ich gehe an Grenzen und darüber hinaus") Slalom-Juniorenweltmeisterin von 2012 lediglich zwei 20. Plätze als beste Ergebnisse zu Buche stehen gehabt. Bei ihren 20 Weltcup-Einsätzen vor Flachau war sie nur vier Mal auch in die Wertung gekommen.

Risiko richtig dosiert
Und das, obwohl sie im Training stets zu den Schnellsten gehört. "Im Rennen will ich dann aber immer noch mehr Gas geben, das ist mein Fehler. Deshalb habe ich mir vorgenommen, diesmal nicht 120, sondern nur 100 Prozent zu geben. Das ist heute gelungen", freute sich die Tuxerin über Platz fünf.

Das wechselnde Wetter sei ihr egal gewesen, betonte Brunner. "Mir ist es wurscht, ob es schneit oder die Sonne scheint. Ich bin schlechte Bedingungen gewohnt."

Carmen Thalmann egalisierte als Elfte ihr bestes RTL-Ergebnis. Michaela Kirchgasser wurde 17., die junge Katharina Truppe 20. Pech hatte Rosina Schneeberger. Die nach langer Verletzungspause zurückgekehrte Tirolerin qualifizierte sich auf Anhieb für die Entscheidung, schied dort aber aus.
 

Endergebnis vom RTL in Flachau