Die Gold-Marie ließ sich nicht lumpen

Riesch stahl Vonn die Show

Mit drei Goldmedaillen in den alpinen Bewerben ist der deutsche Skiverband vor dem abschließenden Herren-Slalom die erfolgreichste Nation in Whistler Creekside gewesen. Der Alpinstar der Spiele heißt nicht Lindsey Vonn, sondern Maria Riesch. Die 25-Jährige ist Doppel-Olympiasiegerin in Super-Kombination und Slalom, während Vonn nach Gold in der Abfahrt über Bronze im Super-G nicht mehr hinauskam.

Zum Double von Riesch - sie ist erst die dritte deutsche Doppel-Olympiasiegerin im alpinen Skisport neben Rosi Mittemaier 1976 und Katja Seizinger 1998 - kam Riesentorlauf-Gold durch Viktoria Rebensburg. Kein Wunder, dass im DSV-Lager die Zeichen auf Jubel standen: "Es liegen sehr schwere Jahre hinter uns, weil ein paar Leute zurückgetreten sind. Im Vorjahr haben wir zwei Titel bei der WM geholt, jetzt drei Goldmedaillen bei Olympia gewonnen, damit hat niemand gerechnet - so schnell kann sich alles ändern", sagte die strahlende Riesch.

Eine bessere Botschafterin für die Weltmeisterschaften 2011 in Garmisch Partenkirchen kann sich der Veranstalter nicht vorstellen als eines seiner Kinder. Mitte März Gastgeber des Weltcup-Finales, wird der Hype um Riesch dort schon erstmals deutlich spürbar sein. Vor allem, weil es für die groß gewachsene Sportlerin auch noch um den Gesamtweltcup geht. Es sei denn, Vonn gelingt es, den Vorsprung von 137 Zählern auf der vorletzten Weltcupstation in Crans Montana entscheidend zu erhöhen. Im Rennen um die kleine Slalomkugel führt Riesch (433) vor der Niederösterreicherin Kathrin Zettel (410).

"Ich werde das Ende der Saison einfach genießen. Es wäre schön, die Slalomkugel und vielleicht sogar den Gesamtweltcup zu gewinnen. Aber nichts ist besser als zwei Mal Gold", meinte Riesch, die während ihres dreiwöchigen Aufenthaltes in Whistler nur an zwei Tagen nicht den Skischuhe angezogen hatte. Ehrgeiz und Fleiß, der sich bezahlt gemacht hatte, den aber auch Lindsey Vonn investiert hat. Nach einem Sturz im Riesentorlauf ging sie allerdings im Slalom mit gebrochenem Finger an den Start.

"Lindsey hatte viel Pech hier, im Slalom war es hart für sie wegen des Fingers und ihr Selbstvertrauen war damit nicht das Beste. Aber ich denke, sie ist sehr froh über Gold und Bronze und gemessen an den Umständen ist sie damit sicher glücklich", so Riesch, die am Freitag auch mit ihrer Schwester mitlitt, die als Halbzeit-Vierte im Finale ausgeschieden war. "Für mich ist es der größte Tag in meinem Leben. Ich mache das zweite Gold bei Olympia, und für meine Schwester geht fünf Tore vor dem Ziel alles zu Ende. Ich leide mit ihr und zugleich freue ich mich total für mich."

Die Damen-Medaillen machten sich sechs Nationen untereinander aus. Hinter Deutschland mit dreimal Gold klassierte sich die USA (1 Gold/2 Silber/1 Bronze), Österreich (1/1/2), Slowenien (0/2/0) sowie Schweden und Tschechien (je 0/0/1). Mehrfach-Medaillen-Gewinnerinnen waren neben Riesch und Vonn die US-Amerikanerin Julia Mancuso und die Slowenin Tina Maze mit je zwei zweiten Plätzen sowie die Steirerin Elisabeth Görgl mit zwei dritten.