Das Quartett zählt zu den Favoirten auf Gold

Auch Biathlon-Staffel will Team-Medaille

Rang zwei im Staffel-Weltcup, dazu ein Sieg und ein dritter Platz in der gleichen Besetzung wie bei den Winterspielen - Österreichs Biathleten zählen im olympischen Staffelbewerb der Herren am Freitag (20.30 Uhr MEZ) in Whistler zum engsten Favoritenkreis. Nach den Goldmedaillen der Springer und der Nordischen Kombinierer winkt auch dem dritten ÖSV-Quartett Edelmetall.

Eine Team-Medaille gilt immer auch als besondere Belohnung für die Trainer und die Betreuer im Hintergrund. Mit Silber in der Verfolgung durch Christoph Sumann wurde schon ein großes Ziel erreicht. "Diese Einzelmedaille war toll, wir hätten es sogar in der Hand gehabt, mehr zu schaffen, das ist ein bisschen ein Wermutstropfen", sagte Trainer Reinhard Gösweiner. "Aber jeder weiß, was in der Staffel möglich ist, die Stimmung ist sehr positiv."

Alle vier Athleten haben in den Einzelrennen bewiesen, dass die Laufform passt. Dazu hatten sie bei schwierigen Bedingungen jeweils perfekte Ski. "Darum beneiden uns viele Nationen", betonte Alfred Eder, der die zweite Trainingsgruppe mit seinem Sohn Simon leitet. Bleibt das Schießen. "Im Training klappt es perfekt, im Wettkampf nicht immer", weiß Gösweiner. Es werde auch darauf ankommen, mit möglichst wenig Nachladern durchzukommen, ergänzte Eder. Im Staffel-Wettkampf stehen für jeweils fünf Schüsse drei Patronen zum Nachladen zur Verfügung, doch das kostet Zeit. Werden mit den insgesamt acht Versuchen nicht alle Scheiben getroffen, muss eine Strafrunde absolviert werden.

Eder war vorsichtig optimistisch. "Unsere Staffel hat in den letzten eineinhalb Jahren schon sehr gute Leistungen geboten und viele erste Plätze erreicht. Eine Medaille wäre sicher ein Traum für die Sportler und auch für uns Trainer, weil wir schon immens lang auf solche Ziele hinarbeiten. Und jetzt sind wir kurz davor. Es passen einfach viele Sachen zusammen."

Die Startreihenfolge wurde aus taktischen Gründen vorerst nicht verraten, sie könnte aber so wie beim Sieg im Dezember in Hochfilzen auf Simon Eder, Daniel Mesotitsch, Dominik Landertinger und Christoph Sumann lauten. Beim Gewinn von WM-Silber im Vorjahr in Südkorea durch das gleiche Quartett war Mesotitsch der Startläufer gewesen, er wäre auch diesmal bereit.

Der Kärntner sieht die Staffel als wertvollstes Rennen für das gesamte Team. "Da können wir den Betreuern etwas zurückgeben", sagte der Gewinner von zwei Staffel-WM-Medaillen. "Der Druck ist aber auch größer, weil man bei einem Fehler auch das Rennen der anderen verpatzt." Während der Konkurrenz muss man diese Dinge ausblenden und den gewohnten Rhythmus beibehalten.

"Beim Schießen muss man das abrufen, was man automatisiert hat", erklärte Simon Eder, der am Dienstag seinen 27. Geburtstag feierte. Er feuert deshalb auch in der Staffel seine Serien so schnell ab wie gewohnt. Landertinger hat eine Laufbestzeit erreicht, mit zu vielen Fehlern aber Einzel-Edelmetall vergeben. "Für die Staffel sehe ich da aber kein Problem", sagte der 21-Jährige. "Liegend bin ich gut drauf und stehend habe ich ja für den Fall der Fälle Nachlader."

Sumann, der schon vier Medaillen bei Großereignissen erobert hat, freut sich auf den fünften und letzten Bewerb in Kanada. "Eine Olympia-Medaille mit der Staffel wäre die Krönung. Aber sie zu holen, wird schwierig genug", betonte der 34-jährige Steirer. "Wichtig ist, dass wir von Anfang an vorne dabei sind." Die Goldenen der zwei anderen ÖSV-Sparten seien sicher ein Ansporn. "Aber eine Medaille kann man nicht planen, die passiert."

Der Kreis der Anwärter auf Edelmetall ist groß. Weltmeister Norwegen führt in der Weltcup-Wertung, hat aber ebenso wie Russland (Olympia-Zweiter 2006), Frankreich (Dritter 2006) und Österreich nur einen Sieg gefeiert. Bei Olympiasieger Deutschland ist aus der Staffel von 2006 nur noch Michael Greis dabei, Schweden gilt als Außenseitertipp.