Erstes Langlauf-Gold für Polen

Polin Kowalczyk gewann 30-km-Langlauf-Krimi

Die Polin Justyna Kowalczyk, die zuvor durch heftige Kritik an Marit Björgen aufgefallen war, hat am Samstag bei den Winterspielen im 30-km-Langlauf (klassische Technik mit Massenstart) im Zielsprint vor der Norwegerin triumphiert. Die Weltcup-Spitzenreiterin holte nach Silber und Bronze in Whistler ihre erste Goldmedaille und verhinderte gleichzeitig den vierten Olympiasieg von Björgen.

Die Norwegerin war dennoch mit dreimal Gold sowie je einmal Silber und Bronze die erfolgreichste Langläuferin in Vancouver. Die Österreicherin Katerina Smutna landete an der 33. Stelle (7:17,6 zurück).

Bei enorm kräfteraubenden Bedingungen (Regen, langsame Spur) hatte die Norwegerin nach 22 Kilometern mit einer Attacke die Spitzengruppe gesprengt, Kowalczyk schloss vor dem letzten 5-km-Abschnitt auf und griff selbst im letzten Anstieg an. Im Zielsprint vermochte Björgen den Doppelstockschüben der vor einigen Jahren wegen Dopings gesperrt gewesenen Polin nichts entgegenzusetzen.

Wenige Meter vor der Linie musste sie kapitulieren und holte mit 0,3 Sekunden Rückstand Silber. Dritte wurde die Finnin Aino-Kaisa Saarinen (+1:05,0), die vor der letzten 5-km-Runde als einzige Spitzenläuferin noch die Möglichkeit zum Skiwechsel genutzt hatte. Die Norwegerin Kristin Steira-Störmer fiel in dieser Phase vom dritten auf den achten Rang zurück.

Katerina Smutna lag ab Kilometer zehn stets um Rang 30, ihr Rückstand vergrößerte sich aber in der Folge von einer halben Minute auf mehrere Minuten. Coach und Partner Radim Duda kannte den Grund: "Bis Kilometer 15 war das Rennen okay, aber danach hat Katerina Krämpfe in den Beinen bekommen. Ich bin zufrieden, dass sie weitergekämpft hat", sagte der Tscheche. Zwischen Kilometer 20 und 25 büßte die 26-jährige Wahl-Tirolerin, die sich nach dem Rennen einer Doping-Kontrolle unterziehen musste, mehr als drei Minuten ein, auf der letzten Runde nochmals fast zweieinhalb Minuten. Schmerzen nach einem Sturz und Stockprobleme hatten zusätzlich Zeit gekostet.

Kowalczyk hatte Björgens Erfolge wegen der Verwendung eines Asthma-Sprays vor dem Rennen infrage gestellt. "Ich fühle mich gesund und habe gegen eine Kranke verloren", hatte die 27-Jährige nach früheren Rennen gemeint. Björgen darf aus medizinischen Gründen den Spray verwenden - wie so viele andere Langläufer auch.

Nach ihrem Olympiasieg ruderte Kowalczyk etwas zurück. Der Zeitpunkt für ihre Aussagen über Björgens Verwendung eines Asthmasprays sei falsch gewählt gewesen. "Das war auch nicht speziell gegen Marit gemeint, sie ist eine große Athletin", sagte die Polin. "Ich wollte nur das Problem mit Asthma ansprechen, das wir im Langlauf haben. Viele leiden an Asthma, wir müssen uns etwas überlegen", erklärte sie.