Thiem

König von Wien

Thiem knackt 20-Millionen-Dollar-Schallmauer

Mit Sieg in der Wiener Stadthalle schrieb Dominic Thiem heimische Tennisgeschichte.

9.600 Fans feierten den Tennis-Helden. Dominic Thiem lag auf dem Rücken und kostete den Augenblick des Triumphes aus. Sein Traum vom rotweiß-roten Double ist in Erfüllung gegangen! 3:6, 6:4, 6:3-Finalsieg über Diego Schwartzman (ATP Nr. 14). Mit dem 474.295-Euro-Siegerscheck durchbricht Thiem die 20-Millionen-Dollar-Karrierepreisgeld-Schallmauer.

Wie schon im Achtelfinale und im Semifinale musste Thiem gestern im Finale den 1. Satz abgeben. Der nahezu fehlerlos agierende Argentinier nahm dem Niederösterreicher nach 42 Minuten ein 3. Mal den Aufschlag ab und stellte auf 6:3. Thiem-Papa Wolfgang war zu diesem Zeitpunkt "überrascht, wie fehlerlos Schwartzman gespielt hat". Im 2. Satz schaffte Thiem das Break zum 5:4 und servierte unter großem Jubel zum 1:1 in Sätzen aus. Und gab die Partie nicht mehr aus der Hand.

16. Turniersieg & 20-Mio.-Schallmauer geknackt

Thiem ist über ATP-Titel Nr. 16 glücklich: "Ein Kindheitstraum ist in Erfüllung gegangen." Als erster Österreicher hat er sowohl in Kitzbühel als auch in Wien gewonnen - und das im selben Jahr! Vor Thiem hatten Horst Skoff (1988) und Jürgen Melzer (2009, 2010) Wien gewonnen. Thomas Muster ist in Wien 3 x im Finale gescheitert.

Thiem ist jetzt der einzige Spieler auf der ATP-Tour, der 2019 schon 5 Titel gewonnen hat. Weiter geht's ab morgen in Paris.

Thiem nach Wien-Titel im Glück: "Völlig surreal"

Der frisch gebackene Wien-Sieger Dominic Thiem hat sich am Sonntag nach seinem fünften Saison-Titel, dem dritten auf Hartplatz, und dem Österreich-Double den Fragen der Journalisten gestellt. Thiem zeigte sich überglücklich nach seinem Titel beim Erste Bank Open in Wien, seinem insgesamt 16. ATP-Titel, aber unbeeindruckt vom Überschreiten der 20-Millionen-Dollar-Preisgeld-Marke.
 
Frage: Sie sind am 3. August in Kitzbühel mit der Goldenen Gams da gesessen, jetzt steht der Siegespokal von Wien neben Ihnen. Wie fühlt sich das für Sie an?
 
Dominic Thiem: Völlig surreal. Kitzbühel war schon einmal ein Wahnsinn und ich hätte es echt nie geglaubt, dass ich in einem Jahr Kitzbühel und Wien gewinne. Das ist ein absoluter Traum und vor allem auch wie die Woche verlaufen ist: Drei Mal nach Satzrückstand zurückgekommen, die Partien gewonnen, da muss man ganz ehrlich sein, dass das Publikum einen Riesenanteil daran hat. Das hat es noch nicht oft gegeben, dass ich in einem Turnier in einer Woche dreimal einen Satzrückstand aufgeholt habe.
 
Frage: Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt in der Partie daran gezweifelt, dass sich das heute ausgeht?
 
Thiem: Ich habe in sehr vielen Momenten daran gezweifelt. Es hat schlecht begonnen mit dem Break und, natürlich, gegen ihn weiß man, dass man ein bisserl mehr Chancen bekommen wird als gegen Berrettini zum Beispiel. Ich finde, dass er heute auch ganz gut serviert hat. Mir taugt sein Spiel nicht. Wenn ich antreibe, tut es ihm nicht wirklich weh, der hohe Spin greift da nicht so in der Halle. Es war sehr wichtig, dass ich die ganze Zeit drangeblieben bin im zweiten Satz. Mit dem Break zum 5:4 habe ich dann die Kehrtwende eingeleitet.
 
Frage: Brauchen Sie manchmal Rückstände? Man könnte es sich ja leichter machen.
 
Thiem (lacht): Ich brauche es gar nicht. Natürlich macht es das Ganze noch ein bisserl besonderer, aber ich brauch es nicht. Die Woche war schon sehr anstrengend, auf und abseits des Platzes. Das habe ich am Anfang gemerkt, dass ich ein bisserl träge war und langsam aus den Startlöchern gekommen bin.
 
Frage: Jetzt hat der angebliche Sandplatz-Spezialist heuer fünf Titel gewonnen, drei davon auf Hardcourt. Überrascht Sie das selbst?
 
Thiem: Na ja, ich glaube, dass mir der Name immer gegeben worden ist. Ich spiele am liebsten auf Sand, aber mein erster großer Titel in Acapulco ist auf Hartplatz gekommen, dann einer der nächsten auf Rasen, dann Indian Wells, Peking, jetzt. Die größten Titel waren alle auf Hardcourt eigentlich, von dem her, wenn ich gut spiele, dann ist vielleicht mein Spiel sogar ein bisserl besser für Hardcourt. Vor allem, wenn ich schaffe, noch mehr ans Netz zu gehen und mein Angriffs- und Volley-Spiel verbessere, denk ich, dass der Hardcourt noch besser zu mir passen könnte als Sand.
 
Frage: Beeindruckt Sie diese Zahl: Sie haben heute die 20 Millionen-Dollar-Preisgeld-Marke brutto überboten.
 
Thiem: Ja, an das habe ich draußen jeden Punkt gedacht (Gelächter). Nein, das nehme ich auch mit, ja.