Damen springen schon um Olympia-Chance

Zweites WM-Springen

Damen springen schon um Olympia-Chance

Iraschko & Co springen zum zweiten Mal um WM-Gold. 2014 dann auch bei Olympia?

2009 hatte es bei der Premiere noch einige Unkenrufer gegeben. Bei der zweiten Auflage des Damen-Skispringens bei Nordischen Weltmeisterschaften steht für die Athletinnen einiges auf dem Spiel. Zwar ist eine erstmalige Weltcup-Serie im kommenden Winter auch bei den Damen gesichert, doch innerhalb des nächsten Jahres wird auch entschieden, ob das weibliche Geschlecht in Zukunft im Zeichen der Fünf Ringe von den Bakken gehen kann.

FIS will Olympia-Start duchboxen
" Damen-Skispringen bei Olympia hat für uns Priorität", bestätigte FIS-Präsident Gian Franco Kasper am Mittwoch bei der Eröffnungs-Pressekonferenz in Oslo. Er hat auch verraten, das IOC-Präsident Jacques Rogge höchstpersönlich über den möglichen Olympia-Status der Skispringerinnen entscheiden wird.

Iraschko-Antreten wichtig

Nicht zuletzt deshalb wäre ein Antreten der aktuell weltbesten Skispringerin, Daniela Iraschko , auch für das Gesamtbild dieser noch jungen Damen-Sportart wichtig. "Natürlich wäre es die beste Werbung für den Sport, wenn die Beste dabei ist. Es wird sich weisen, ob es geht", meinte ÖSV-Cheftrainer Josef Walluschnig. Er glaubt eher, dass es bei der am rechten Knie verletzten Steirerin weniger die Schmerzen sein werden, als eine mentale Sache. "Wenn sie nicht überzeugt wäre, würde sie nicht anreisen." Walluschnig traut ihr auch in der jetzigen Situation noch Medaillenchancen zu.

Die Ankunft der Kontinentalcup-Gesamtsiegerin war für Mittwoch angekündigt. Ihr erstes Training für Donnerstag, am Tag vor dem Bewerb, geplant.

Jede darf springen
Noch gibt es keine Altersbegrenzung bei den Mädchen, so darf auch die 14-jährige Sara Takanashi an den Start gehen. "Zur Entwicklung brauchen wir die Jungen, wir brauchen die Quantität. Wenn wir den Nachwuchs nicht hätten, könnte sich die Sportart nicht entwickeln", gibt Walluschnig zu.

Nächste Saison erstmals Weltcup
Ab kommendem Winter erklimmen die Damen das nächste Austragungs-Level: Vom Kontinentalcup zum Weltcup. Insgesamt 14 Einzelbewerbe sind geplant, einige eigenständig, einige gemeinsam mit den Nordischen Kombinierern. Allerdings muss die Finanzierung erst gesichert werden. Sogar ein Preisgeld soll für die Damen in Anlehnung an die Kombinierer ausgeschüttet werden. Österreich wird noch keinen Schauplatz für den Damen-Weltcup bieten, im Sommer soll in Hinzenbach ein Bewerb ausgetragen werden.

Mit den männlichen Skispringern gemeinsam wird es noch keine Veranstaltungen geben, da die Herren fast ausschließlich von Großschanzen springen. Die großen Bakken kommen für die Damen noch zu früh.

Nachwuchs stößt nach
Neben Iraschko und Jacqueline Seifriedsberger, den beiden WM-Starterinnen, sind auch Katharina Keil (17) und Cornelia Roider (16) für den Weltcup eingeplant. "Sie waren im Kontinentalcup durchschnittlich in den Top 20." Der Sprunglauf-Referent Gerald Daringer, der sich am Mittwoch in Innsbruck einer Knie-Operation unterziehen musste, hat im Ski-Gymnasium Stams noch "einige weitere Kandidatinnen" für eine mögliche, größere ÖSV-Damen-Weltcup-Mannschaft gesichtet.