Kraft

Skispringen

Kraft fliegt zu historischem Gold-Triumph

Stefan Kraft springt auf der Großschanze zu Gold und krönt sich vor Robert Johansson (NOR) und Karl Geiger (GER) zum Weltmeister.

Der ÖSV bleibt bei der Nordischen WM im Goldrausch: Nur einen Tag nach der Goldsensation von Kombi-Ass Johannes Lamparter schlägt auch Super-Adler Stefan Kraft im Einzel zu. Der 27-Jährige Salzburger fliegt auf der Großschanze der Konkurrenz davon und springt mit 134 Metern auf Platz 1. Es ist nach Lahti 2017 (Normal- und Großschanze) bereits der dritte Einzel-WM-Titel für Kraft. Er schreibt damit als erster Österreicher mit drei Einzel-Goldenen bei Nordischen Weltmeisterschaften rot-weiß-rote Sportgeschichte.

Kraft schon in Quali und 1. Durchgang nicht zu schlagen

Nach dem enttäuschenden Platz 10 auf der Normalschanze am vergangenen Samstag kann Kraft nun vom obersten Stockerl lachen. Seine Medaillen-Ambitionen machte er bereits in der Quali deutlich und sprang Höchstweite. Diesen Schwung nahm er auch in den Bewerb mit: Mit einem Sprung über 132,5 Meter brachte er sich vor Robert Johansson (NOR) und Landsmann Daniel Huber auf Goldkurs.

Salzburger gelingt auch in Entscheidung Höchstweite

Im zweiten Durchgang blickte alles auf den Führenden - und der ließ sich die Goldene nicht mehr nehmen. Kraft gelang mit einem erneut starken Sprung über 134 Metern abermals Höchstweite. Bereits nach der Landung riss der Überflieger die Arme in die Höhe und stieß einen Jubelschrei in den Nachhimmel von Oberstdorf. Nach wenigen Sekunden war der Triumph offiziell: Die grüne 1 leuchtete auf, Kraft war der neue Weltmeister! Es ist die bereits dritte Goldene für Österreich bei der Nordischen WM. Die restlichen Adler hatten das Nachsehen: Daniel Huber (8.) verpasste das Podest schlussendlich ebenso wie Jan Hörl (10.) und Philipp Aschenwald (11.).

Kraft: "Es ist ein Wahnsinn"

Kraft konnte seinen Triumph erst selbst kaum glauben: "Ich war am Ende des Sommers so weit weg mit meinen Rückenproblemen", blickte er auf seine jüngste Verletzungsmisere zurück. "Ich habe gewusst, ich darf nicht zurückstecken, muss voll attackieren. Das jetzt alles so aufgeht, ist ein Wahnsinn", freute sich der 27-Jährige.

 

Stimmen zum Gold-Triumph:

 

Stefan Kraft (Weltmeister): "Unglaublich, dass das heute bei diesem Schneewunder von Oberstdorf passiert. In Planica bei der Skiflug-WM konnte ich mir die Socken nicht mehr anziehen, ich war so weit weg. Dass ich heute so dastehe, dass es körperlich so gut geht, dafür muss ich so vielen Leuten danken. Ich habe es immer gespürt, wenn es mir körperlich richtig gut geht, dann ist etwas möglich. Riesigen, herzlichen Dank. Es war so eine Schneeschlacht wie bei meinem ersten Weltcupsieg in Oberstdorf. Es war jeder Sprung wie aus einem Guss, ich bin so richtig in einen Flow hineingekommen. Ich war jetzt schon brutal nervös, es hat sich alles zusammengezogen da oben - aber es ist gut gegangen. Es war der Flow da, ich wusste, was zu tun ist. Ich habe mir gesagt, jetzt nicht zurückziehen, du musst voll attackieren. Es war so eine Energie im Sprung drinnen, so hat es echt Spaß gemacht. Mit dieser Vorgeschichte ist es wunderschön und unglaublich für mich."

Daniel Huber (AUT/8.): "Ich bin heute echt mutig skigesprungen. Mir hat der zweite Sprung auch nicht schlecht gefallen. Er war vielleicht auf der schärferen Seite, aber das braucht es auch. Im Flug habe ich es dann schon ein bisserl liegen gelassen. Es tut schon ein wenig weh, viele Fehler habe ich meinem Gefühl nach nicht gemacht."

Zu Kraft: "Mega. Ich war über mich nur kurz traurig. Wir haben als ganzes Team heuer viel durchmachen müssen, er mit seinem Kreuz noch einmal mehr - da vergönnt man es noch mehr."

Andreas Widhölzl (ÖSV-Cheftrainer): "Ich bin sehr stolz, es ist eine coole Sache. Er (Stefan Kraft, Anm.) ist richtig cool geblieben. Es hat sich die letzten Tage abgezeichnet, dass er immer stärker wird. Wenn er die Lunte riecht, dann lässt er sie nicht mehr los. Nach dem ganzen Schas, den wir in diesem Winter gehabt haben, ist das jetzt einmal ein richtig cooler Abschluss. Ein bisserl Leid tut es mir um den 'Dani' (Huber, Anm.). Er hat im ersten einen wirklich guten Sprung gemacht, im zweiten hatte er es echt schwierig und dann war der Sprung mit der Anspannung nicht mehr ganz so frei. Aber grundlegend haben wir ein richtig gutes Mannschaftsergebnis und sind für morgen richtig gut aufgestellt. Heute heißt es ein bisschen feiern und dann wieder voller Angriff auf morgen, weil da ist wirklich viel drin. Sie wissen, dass sie auch da um Medaillen mitspringen können."

Robert Johansson (NOR/2.): "Ich bin sehr zufrieden, freue mich sehr über meine erste Medaille. Ich habe mir selbst vertraut. Es war ein netter Wettkampf, ich mag diese Bedingungen. Die Luftverhältnisse sind dann stabiler."

Karl Geiger (GER/3./dreifacher Medaillengewinner): "Es war ein brutal guter Wettkampf. Den ersten habe ich nicht ganz erwischt, dafür war der zweite umso besser. Es ist schon echt cool, dass ich jetzt noch einmal auf dem Stockerl stehen darf. Ich schaue einfach, dass ich alles aufsauge und genieße."