Bieler erlebte "schwärzesten Tag meiner Karriere"

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Zwei ÖOC-Olympiasieger in Staffeln nur Zuschauer

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Vor vier Jahren haben sie beide den wohl größten Erfolg ihres bisherigen Sportlerlebens gefeiert. Martin Koch und Christoph Bieler sind mit ihren Teams im Skispringen bzw. in der Nordischen Kombination 2006 in Turin Mannschafts-Olympiasieger geworden. Vier Jahre später waren sie zwar wieder bei den Spielen, doch ausgerechnet im Teambewerb mussten beide zuschauen.

Während der Kärntner Skiflug-Vizeweltmeister mit 28 Jahren noch eine Chance hat, in vier Jahren in Sotschi wieder dabei zu sein, muss der 32-jährige Tiroler hoffen, im zweiten Einzelbewerb im Whistler Olympic Park am Donnerstag noch zu Olympischen Ehren zu kommen. Denn mit 36 wird Bieler wohl in Russland nicht mehr am Start sein.

"Das ist der schwärzeste Tag in meiner Karriere", war Bieler niedergeschlagen. Der nunmehr vierfache Olympia-Teilnehmer hat noch eine Chance, im Einzelbewerb von der Großschanze eingesetzt zu werden, die Trainer haben das noch nicht entschieden.

"Ich bin auf der Loipe nie in Form gekommen, habe nie das Gefühl gehabt, das ich im Herbst oder ganz am Anfang des Winters gehabt habe", resümierte Bieler. "Es ist zwar ganz bitter, wenn das bei den Spielen passiert, aber das muss ich jetzt abhaken und mich auf die nächsten Aufgaben konzentrieren." Bis zu den Nordischen Weltmeisterschaften 2011 in Oslo will er auf jeden Fall weitermachen.

Ähnlich knapp wie bei den Kombinierern war die Entscheidung auch für Cheftrainer Alexander Pointner bei den Spezialspringern. Martin Koch hatte schon etwas länger schwer daran zu schlucken. "Wie man gesehen hat, sind wir auf einem Level - ich könnte auch mitspringen", sagte er immer noch etwas bitter mit Blick auf die Trainingsergebnisse am Sonntag. "Es ist sicherlich hart, dass ich da zuschauen muss, aber die Trainer stellen auf. Ich war zwei Tage lang ein bisserl geknickt, aber jetzt gibt es nur noch nach vorne schauen", reagierte der schlagfertige Kärntner tapfer.

"Es gibt noch ein 'Nordic Tournament' und eine Skiflug-WM. Es hat keinen Sinn, wenn ich mich hängen lasse." Allerdings werde es bitter sein, zuzuschauen, wenn seine Teamkollegen, wie er hoffte, gewinnen. Denn er weiß ganz genau, dass auch er sein Scherflein hätte beitragen können.

Für Koch war die Bindungsdiskussion um Simon Ammann doppelt bitter. Denn die ganze Aufmerksamkeit galt auch intern dieser Geschichte, weniger seinem Ausscheiden aus der Mannschaft. "Da habe ich mich dann ausgeklinkt." Und zu Ammann meinte der Team-Weltmeister 2009 trocken: "Simi springt sensationell, er hat einfach den Flow. Das hat man auch beim Morgi gesehen in einer Saison, wo er alles gewonnen hat, da ist die Bindung der kleinste Teil." Vielleicht gelingt Koch zum Trost endlich der erste Weltcupsieg, der nach 14 Podestplätzen überfällig ist.

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