Hirscher: Der Papa fehlt bei der Party

WM-Feier

Hirscher: Der Papa fehlt bei der Party

Marcel feierte mit Freundin Laura, Mama Sylvia und Bruder Leon seine Goldene.

Um 18.41 Uhr Ortszeit war es so weit. Der Colorado Kinderchor stimmte auf dem bis zum letzten Platz gefüllten Medal Plaza die österreichische Bundeshymne an, Marcel Hirscher schloss die Augen und genoss den Augenblick. Um seinen Hals trug er die Goldmedaille für den Sieg in der Kombination. Edelmetall mit ganz besonderem Stellenwert für Hirscher.



Gold-Essen mit der Familie bei Pepi Gramshammer
Nicht einmal er hatte damit gerechnet, dass sich das ausgehen könnte. Gleich danach erfolgte der Einzug der WM-Helden in die Audi-Lounge. Gemeinsam mit Kjetil Jansrud (Silber) und Ted Ligety (Bronze) scherzte ein bestens gelaunter Hirscher auf der Bühne. Dann ging es zu Fuß weiter zum Österreich-Haus im Hotel-Restaurant von Vail-Pionier Pepi Gramshammer. Marcel musste immer wieder stoppen, um Autogramme zu kritzeln und für Selfies zu posieren. Dann der Einzug ins Österreich-Haus. Blitzlichtgewitter, ein paar nette Worte. Dann fragte Hirscher: "Wo ist denn eigentlich Laura?" Seine Freundin hatte sich für den Anlass besonders fein herausgeputzt. Der Abend endete für Hirscher eher ruhig und gemütlich. Gemeinsam mit Laura, Mama Sylvia und Bruder Leon zog er sich in eine stille Ecke in Gramshammers Restaurant zurück und stärkte sich. Nur Trainer-Papa Ferdinand fehlte. Er tat sich die Reise in die USA aufgrund seiner Flugangst nicht an. Medaillenfeier "light" für Hirscher. Gut so, denn Marcel hat bei der WM in Colorado noch einiges vor.

Diashow: So jubelt Hirscher über Kombi-Gold

So jubelt Hirscher über Kombi-Gold

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    "Mit Nr. 31 hätte ich Titel nicht"

    ÖSTERREICH: Marcel, Gold gleich im ersten WM-Rennen. Ist der ganz große Druck von Ihnen abgefallen?
    Marcel Hirscher: Ich fühle mich glücklich und frei. Jeder weiß, wie groß der Skisport in Österreich ist. Und manchmal ist der Druck auf meinen Schultern richtig groß. Bei dieser WM ist er vielleicht nicht so groß, weil Anna Fenninger und Hannes Reichelt schon Gold für Österreich geholt hatten. Aber unterm Strich hat jeder von mir eine Medaille erwartet, am besten in Gold. Dass ich das jetzt gleich im ersten Rennen geschafft habe, ist unglaublich und sehr befreiend.
    ÖSTERREICH: War die Startnummer eins im Slalom der entscheidende Vorteil?
    Hirscher: Ja, ganz sicher sogar. Mit Startnummer 31 im Slalom hätte ich nicht gewonnen. Aber man braucht immer Glück, um ein Rennen zu gewinnen. Wenn du eine Chance bekommst, dann musst du sie erst einmal auch nutzen. Und ich habe sie genutzt.
    ÖSTERREICH: Warum konnten Sie sich in der Abfahrt so steigern?
    Hirscher: Ich hatte in den Trainings fast fünf Sekunden Rückstand. Da hab ich mich schon gefragt: 'Macht das wirklich einen Sinn?' Aber im Endeffekt haben wir ein tolles Setup gefunden, mit dem ich zwei Sekunden schneller war. Wir haben einiges an den Skiern und am Schuh geändert. Meine gesamte Crew von Atomic hat einen sensationellen Job gemacht. Deshalb hab ich mich am Tag vor der Kombination dann endgültig dazu entschieden, es doch zu versuchen.