ÖSV-Pleite bei Küng-Triumph
ÖSV-Pleite bei Küng-Triumph

Herren-Abfahrt

ÖSV-Pleite bei Küng-Triumph

In der WM-Abfahrt schaffte es kein Österreicher in die Top 10.

Österreichs Ski-Herren sind am Samstag in der WM-Abfahrt in Beaver Creek in ein Debakel und das schlechteste ÖSV-WM-Abfahrts-Abschneiden aller Zeiten geschlittert. Beim Sieg des Schweizers Patrick Küng vor Travis Ganong aus den USA (0,24) und seinen Landsmann Beat Feuz (0,31) landete als Bester des ÖSV-Quartetts Olympiasieger Matthias Mayer auf Rang zwölf, Hannes Reichelt wurde 13.

Damit blieb Österreichs Team nach den Super-G-Titelgewinnen von Anna Fenninger und Reichelt sowie Abfahrts-Silber durch Fenninger im vierten Rennen erstmals bei diesen Titelkämpfen ohne Medaille. Österreichs Herren warten seit Bronze durch Michael Walchhofer 2005 in Bormio auf das erste WM-Edelmetall. Das bisher schlechteste WM-Abschneiden in der Königsdisziplin passierte 1937 in Chamonix, als Rudolph Matt Neunter wurde.

Reichelt nach WM-Abfahrt enttäuscht



"Es ist heute nicht so gelaufen. Ich bin zu gerade zu der Welle hin, es hat mir den Ski verschnitten. Nach dem Fehler geht da gar nichts mehr, da herunter darf man sich nichts leisten", klagte der Kärntner Mayer, der wie viele beim Blick auf die Ergebnisliste feststellen musste, dass gleich alle vier Schweizer in diesem Rennen vor den Österreichern gelandet waren.

Die Goldfahrt von Patrick Küng



Max Franz und Georg Streitberger, die sich erst am Freitag in der ÖSV-internen Qualifikation durchgesetzt hatten, landeten auf den Plätzen 19 bzw. 29. Beide hatten äußerst schlechte Sichtverhältnisse und viel Wind. In der Topgruppe rund um Mayer und Reichelt schien zumindest für alle die Sonne, die ÖSV-Asse agierten aber fehlerhaft.

Mayer ohne Chance auf Edelmetall

"Oben ist es brutal windig, unterschiedlich, keine Ahnung, was das ausmacht. Im Steilhang ist es putzdunkel geworden, ich habe versucht, voll Gas zu geben, habe mich im Flachen gescheit reingehängt. Ich war voll motiviert. So ein Pech mit den Verhältnissen, aber irgendwann werde ich auch mal Glück haben", haderte Franz.

Für den 31-jährigen Küng war es die erste Medaille seiner Karriere, er hat bisher zwei Weltcuprennen gewonnen, je eine Abfahrt (Wengen 2014) und einen Super-G (Beaver Creek 2013). "Ich habe mich sehr gut darauf vorbereitet. Ich wäre im Super-G parat gewesen, es ist mir nicht aufgegangen. Diesen Sieg feiern zu dürfen, ist sehr schön", sagte Küng, der die Skination Schweiz nach einer langen Durststrecke erlöste. Den letzten WM-Titel in der Abfahrt für die Eidgenossen holte 1997 in Sestriere Bruno Kernen.

Der Norweger Aksel Lund Svindal lieferte nach seinem Achillessehnenriss ein weiteres Topergebnis, er wurde Sechster.

Silber & Bronze für Ganong und Feuz

Ergebnis der Herren-Abfahrt:

1. Patrick Küng 1:43,18
2. Travis Ganong +0,24
3. Beat Feuz +0,31

Weiters (nach 30 Fahrern)
12. Matthias Mayer +0,92
13. Hannes Reichelt + 0,94
19. Max Franz +1.31
29. Georg Streitberger +2,50

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Reaktionen nach der Abfahrt der Herren bei den alpinen Ski-Weltmeisterschaften am Samstag in Beaver Creek:

Patrick Küng (SUI/Gold): "Ich habe mich sehr gut darauf vorbereitet. Ich wäre schon im Super-G parat gewesen, es ist mir nicht aufgegangen. Diesen Sieg feiern zu dürfen, ist sehr schön, ich freue mich. Bei den Herren ist es so schwierig zur Zeit, es fahren viele so schnell. Es braucht ein bisschen Glück auch. Mein Ski war so schnell, manchmal fast zu schnell für mich. Es ist perfekt. Ein Traum. Es ist die Königsdisziplin, wenn man in der Schweiz Ski fährt, hat man immer einen sehr großen Druck. Es war in den letzten Jahren sehr schwierig. Umso schöner können wir nun vorne stehen."

Travis Ganong (USA/Silber): "Ich wusste, dass es eng werden wird. Um zu gewinnen, musst du hier alles geben. Ich habe viel gearbeitet dafür. Diese Medaille daheim zu gewinnen und vor meiner Familie, ist sehr schön."

Beat Feuz (SUI/Bronze): "Ich bin voll auf Angriff gefahren. Ich habe unten raus voll riskiert, ich bin überglücklich über die Medaille. In den letzten zwei Jahren war es nicht einfach, aber als ich im Dezember wieder auf dem Podest stand, habe ich gespürt, es geht wieder."

Matthias Mayer (AUT/12.): "Es ist heute nicht so gelaufen. Ich bin zu gerade zu der Welle hin, es hat mir den Ski verschnitten. Nach dem Fehler geht da gar nichts mehr, da herunter darf man sich nichts leisten."

Hannes Reichelt (AUT/13.): "Ich dachte mir, die Sprünge sind weit gegangen, es dürfte nicht so schlecht sein, auch wenn ich ein paar Schnitzer hatte. Aber so ist es, man fühlt sich gut und ist auch langsam. Ganz sauber runterkommen ist auch nicht immer schneller. Heute habe ich von oben bis unten kontinuierlich verloren. Ich wollte heute schon vorne mitfahren, das tut jetzt am Nachmittag noch ein 'bissl' weh, aber dann ist man drüber hinweg."

Max Franz (AUT/19.): "Oben ist es brutal windig, unterschiedlich, keine Ahnung, was das ausmacht. Im Steilhang ist es putzdunkel geworden, ich habe versucht, voll Gas zu geben, habe mich im Flachen gescheit reingehängt. Es ist schade, ich habe mir mehr ausgerechnet gehabt. Ich war voll motiviert. So ein Pech mit den Verhältnissen, aber irgendwann werde ich auch mal Glück haben."

Georg Streitberger (AUT/29.): "Max und ich und danach Innerhofer haben ein Pech gehabt mit den Verhältnissen. Aber es war von mir von oben weg nicht gut, den Steilhang bin ich nicht gut gefahren, es hat dann nichts gepasst von oben bis unten. Ich habe überall Zeit verloren."