Endlich Gold für Österreich!

Team-Bewerb

Endlich Gold für Österreich!

Österreich holt sich im Teambewerb ganz souverän die Goldmedaille!

Gleich im ersten Bewerb mit Marcel Hirscher hat Österreich bei der alpinen Ski-WM in Schladming Gold gewonnen. Österreichs Shooting-Star führte das rot-weiß-rote Team am Dienstagabend vor 15.500 begeisterten Fans zum ersten Sieg bei den Heim-Welttitelkämpfen. Im Finale setzten sich Hirscher und Co. gegen Schweden mit 4:0 durch, Bronze ging nach einem Zittersieg über Kanada an Deutschland.

Nach zwei Bronzemedaillen in den Super-Kombi-Bewerben war der Jubel im österreichischen Lager über das erste Gold fast grenzenlos. In jenem Bewerb, der die Dichte einer Skination gut widerspiegelt, war Österreich zum zweiten Mal nach 2007 bei einer WM die Nummer eins.

Medaillenvergabe am Mittwoch
Hirscher, Philipp Schörghofer, Michaela Kirchgasser und Nicole Hosp bestritten den Großteil des Bewerbs für Österreich. Carmen Thalmann kam nur ein Mal zum Einsatz, Marcel Mathis gar nicht. Goldmedaillen erhalten am Mittwochabend, wenn auf dem Medal-Plaza die Medaillen für den Teambewerb und die Herren-Superkombi vergeben werden, aber alle sechs.

Italien scheitert früh
15 Nationen hatten für Schladming genannt und der Parallel-Bewerb mit der bisher größten Anzahl an Teilnehmern entwickelte sich auf dem steilen und eisigen Planai-Zielhang von Beginn weg zu einem spannenden Flutlicht-Krimi. Die Aufreger von Runde eins waren der 3:2-Zittersieg der ohne Ted Ligety, Julia Mancuso und Mikaela Shiffrin angetretenen USA gegen Liechtenstein sowie das Aus für das als Nummer zwei gesetzte Team Italiens.

Crash von Neureuther
Im Duell Deutschland gegen Kroatien wurde Felix Neureuther von seinem gestürzten Gegner gerammt, der deutsche Slalom-Mitfavorit hatte aber Glück. Denn im Viertelfinale war der Slalom-Mitfavorit wieder im Einsatz. Beim 2:2 gegen Titelverteidiger Frankreich, der vor zwei Jahren in Garmisch Österreich Gold weggeschnappt hatte, kam man aber nur dank der Zeitregel weiter.

Nur Thalmann verliert
Damit war alles angerichtet für das große Halbfinal-Duell gegen Österreich, das dank eines Freiloses erst rund 45 Minuten nach Beginn erstmals in den Bewerb eingriff. Nach einem Sturz von Thalmann und einem schnellen 0:1 hatten aber Hirscher, Kirchgasser und Schörghofer im Viertelfinale gegen Slowenien schnell den klaren 3:1-Sieg fixiert.

Österreicher deklassieren Deutschland
Im ewig jungen Nachbarschafts-Duell jubelten die Zuschauer dann gleich im ersten Duell wie nach einem Länderspiel-Tor, als Hosps Gegnerin Lena Dürr stürzte. Danach stellte Hirscher mit einer neuerlichen Bestzeit auf 2:0 und nach ihm machte Michaela Kirchgasser gegen Maria Höfl-Riesch alles klar. Schörghofer fixierte den klaren 4:0-Triumph.

Schweden chancenlos
Auch im Finale gegen die technisch so starken und vom Kärntner Marco Pfeifer befehligten Schweden ging es optimal los, denn auch dort stürzte die Hosp-Gegnerin Maria Pietilä-Holmner schon beim dritten Tor. Hirscher stellte auf 2:0 und Kirchgasser machte gegen Frida Hansdotter das 3:0 und damit den vorzeitigen Gewinn von Gold fix. Auch da sorgte Schörghofer für das 4:0.

"Medaille extrem wichtig für die Mannschaft"
Dieses Gold katapultierte "Austria" im Medaillenspiegel nach sieben von elf Bewerben auf den vierten Platz, die Freude darüber war riesengroß. "Sehr cool. Das hat super viel Spaß gemacht, wir haben alle eine Topleistung gebracht", sagte der überragende Hirscher, der sich nach vierten Riesentorlauf-Plätzen bei der WM 2009 und Olympia 2010 seine allererste Medaille bei einem Großevent gesichert hat. 2011 in Garmisch war Hirscher verletzt gewesen.

"Diese Medaille war extrem wichtig für die Mannschaft", freute sich ÖSV-Herrenchef Mathias Berthold. Der Team-Kapitän hat sich damit ebenfalls sein erstes Gold als ÖSV-Herrenchef geholt.

Hirscher jubelt über Gold
ÖSV-Star Hirscher war nicht nur von der Medaille, sondern vom ganzen Abend angetan. "Das war spannend und für die Zuschauer genial. Ich bin sehr froh, dass ich heute Teil des Teams war und den ganzen Flair genießen durfte. Auch der Bewerb selbst hat eine Medaille verdient", erneuerte der 23-jährige Salzburger seine Begeisterung für den Teambewerb.

Schörghofer komplettiert Medaillen-Sammlung
"Cool. Jetzt habe ich Gold, Silber und Bronze daheim", jubelte auch Schörghofer. Für Kirchgasser, die wie ihr Landsmann nun auf einen Riesentorlauf-Start hofft, war es das dritte Edelmetall, das dritte im Teambewerb. "Heute ist nicht nur dem ganzen Team ein Stein runtergefallen. Es war wahnsinnig schwer, zu gewinnen. Der Bewerb ist ein Wahnsinn." Hosp sagte nach ihrer bereits zweiten Schladming-Medaille: "Das ist ein Traum. Von dieser Hammerstimmung kann man nicht genug kriegen."

 "Ich war nervöser als wenn ich gefahren wäre", erklärte Mathis und auch Thalmann war begeistert. "Das ist ein Hammer-Bewerb."

15. Goldemedaille für Mandl
Stolz auf das Team war auch Damenchef Herbert Mandl. "Das ist ein prestigeträchtiger Bewerb, da können wir fast nur verlieren, weil die Erwartungshaltung sehr groß ist", sagte Mandl nach der bereits 15. Goldenen seiner Ära bei den ÖSV-Damen. "Es war nicht zu erwarten, das wir das so klar entscheiden. Hirscher war natürlich souverän. So einen im Rückhalt zu haben ist positiv."

Diashow: ÖSV-Asse jubeln über Team-Gold

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ÖSV-Asse jubeln über Team-Gold
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ÖSV-Asse jubeln über Team-Gold
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Michaela Kirchgasser (Österreich/Gold): "Nicht nur dem Team ist ein Stein runtergefallen, auch uns. Es ist sehr schwierig, den Bewerb zu gewinnen. Dass wir das geschafft haben ist ein Wahnsinn. Im Team Ski zu fahren ist einmal etwas anderes, aber es ist extrem cool."

Philipp Schörghofer (Österreich/Gold): "In diesem Bewerb kann jeder gegen jeden gewinnen. Aber wir haben geschlossen souverän gewonnen."

Marcel Hirscher (Österreich/Gold): "Es hat super viel Spaß gemacht, es war eine Top-Leistung von allen miteinander. Es war für alle spannend, auch für die Zuschauer. Ich bin sehr froh, dass ich heute Teil des Teams war und die Atmosphäre einatmen durfte. Der Bewerb generell hat eine Medaille verdient."

Nicole Hosp (Österreich/Gold): "Es ist ein Traum. Die Deutschen waren große Gegner, auch die Schweden im Finale. Bei einem Parallelbewerb kann viel passieren, aber heute ist es perfekt gelaufen."

Mathias Berthold (Herren-Cheftrainer Österreich): "Das ist extrem wichtig für uns. Die ganze Mannschaft hat das gewusst und Vollgas gegeben. Alle haben dem Teambewerb eine Riesenbedeutung gegeben. Es war sehr schwer, aber die Mannschaft hat es souverän geschafft. Wir haben einen guten Teamgeist und Spirit drin, jetzt freuen wir uns auf den nächsten Bewerb."

Herbert Mandl (Damen-Cheftrainer Österreich): "Marcel war souverän, einen solchen Burschen zu haben, war unglaublich. Das bringt jetzt positive Stimmung in die Mannschaft. Der Druck von außen war groß. Jetzt müssen wir uns gewissenhaft auf die nächsten Bewerbe vorbereiten."

Peter Schröcksnadel (ÖSV-Präsident): "Ich habe immer gesagt, abgerechnet wird am Schluss. Wir sind sehr glücklich, vor allem im Teambewerb, denn Team heißt Mannschaft. Was Besseres kann dir nicht passieren. Jetzt haben für die technischen Bewerbe einige eine Goldene in der Tasche, das ist ein Riesenvorteil. Wir sind happy. Die Stimmung war super, aber die war immer gut. Großes Kompliment ans Publikum, das war immer fair für alle Sieger. Und die haben uns auch nie beschimpft auf der Straße - und ich gehe immer zu Fuß."

 Michael Picher (Slalom-Coach): "Marcel (Hirscher/Anm.) war heute ziemlich aufgeregt. Er hat mich gestern angerufen und gesagt, er ist nervös. Ich habe gesagt, genau so gehört es sich, dann fährst du gut. Jeder der Marcel kennt, weiß, der fährt Rennen, um sie zu gewinnen, der fährt hier nicht nur mit, dass er dabei war. Der hätte heute auch ganz schön angefressen sein können, aber so ist er glücklich. Aber wenn er angefressen ist, fährt er auch gut. Es ist natürlich umso schöner, dass wir da eine Goldmedaille gemacht haben."

Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer und auch Sportminister Norbert Darabos gratulierten dem siegreichen ÖSV-Team zur Goldmedaille im Mannschaftsbewerb. "Ich gratuliere sehr herzlich zur Goldenen im Teambewerb, die vor allem auch durch großartigen Teamgeist errungen wurde. Der Gewinn dieser Goldmedaille sollte Ansporn sein für die nächsten Rennen am kommenden Wochenende", meinte der Bundespräsident.

Der Sportminister war ebenso erfreut: "Ich freue mich mit dem Team über diesen verdienten Erfolg. Der eindeutige Sieg unterstreicht die mannschaftliche Stärke und die Qualität des Österreichischen Ski-Teams im Ganzen und ist für die nächsten Tage hoffentlich auch der nötige Rückhalt, um in den technischen Bewerben nochmals befreit antreten zu können."