Federer jagt fehlendes Olympia-Gold

London 2012

Federer jagt fehlendes Olympia-Gold

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Der Schweizer holte erst kürzlich seinen siebenten Wimbledon-Titel.

Nur drei Wochen nach seinem siebenten Triumph auf dem "heiligen Rasen" kehrt Roger Federer in "seinen Garten" nach Wimbledon zurück. Der Weltranglisten-Erste hat bei den XXX. Olympischen Sommerspielen die einmalige Chance, in kürzester Zeit ein wohl einmaliges Double zu schaffen. Der bald 31-Jährige hofft, seine lange Erfolgsliste mit dem noch fehlenden Olympia-Einzel-Gold zu komplettieren.

Gute Erinnerungen, trotz fehlendem Gold
Für den Schweizer sind es bereits seine vierten Spiele. "Schon! Und jedes Mal habe ich etwas Besonderes erlebt", erinnerte sich Federer. Bei seinen ersten Spielen 2000 in Sydney verlor er zwar das Match um Einzel-Bronze gegen den Franzosen Arnaud di Pasquale, lernte aber seine spätere Frau und nunmehrige Mutter seiner Zwillinge Mirka Vavrinec kennen. 2004 schied er zwar schon in der zweiten Runde aus, war aber erstmals Fahnenträger für die Schweiz und 2008 holte er gemeinsam mit Stanislas Wawrinka Doppel-Gold.

Federer selbstbewusst
Nun soll der Einzel-Olympiasieg her und mit den frischen Erinnerungen von vor wenigen Wochen hat Federer sicher einen mentalen Vorteil. "Dass ich hier schon einmal gewonnen habe, gibt mir noch mehr Selbstbewusstsein", sagte der 17-fache Grand-Slam-Sieger, den der Olympia-Schauplatz besonders inspiriert. "Olympia in Wimbledon - das ist eine großartige Kombination."

Einzigartige Chance
Auch Federer und Rasentennis ist eine ausgezeichnete Mischung: 65 Siege in Serie auf seinem Lieblingsbelag (Halle 2003 bis Wimbledon 2008) bedeuten einen seiner vielen Rekorde. Federer ist gewillt, die große Chance am Schopfe zu packen. Wie für ihn typisch, hat er sich akribisch auf das Event vorbereitet. Nach seinem Wimbledon-Triumph gönnte er seinem Körper eine Woche Ruhe, dann stand bereits wieder das Training im Fokus.

Volle Konteration aufs Tennis
Auch während des Turniers soll Federer auf seinem Weg zu Gold nichts ablenken. Die Ehre, zum dritten Mal nach 2004 und 2008 bei der Eröffnungsfeier die Schweizer Nationalfahne ins Stadion zu tragen, lehnte er diesmal ab. Statt im Athletendorf wohnt Federer wie bei seinem Sieg Anfang des Monats im gleichen Mietshaus unweit der Anlage. "Die Wege wären sonst doch sehr lang."

Federer auch 2014 auf Goldjagd?
Und wenn es mit dem ersehnten Gold nichts wird? Dann bricht dem Tennis-König auch kein Zacken aus der Krone. Schließlich hat er bereits mehr als einmal Geschichte geschrieben und in vier Jahren finden in Rio de Janeiro ja die nächsten Sommerspiele statt. "Warum sollte ich dann nicht mehr in der Lage sein, eine Medaille zu holen?", fragte Federer.

Unangenehmer Fegner für "FedEx"
Einer seiner größten Rivalen um Gold hatte zuletzt schwer enttäuscht seinen Olympia-Trip absagen müssen: Rafael Nadal fehlt als Olympiasieger 2008 wegen einer Knieverletzung, womit Novak Djokovic und der zuletzt bis ins Endspiel vorgedrungene Andy Murray die schärfsten Widersacher Federers sein dürften. Der Schweizer trifft in der ersten Runde auf den nicht ganz ungefährlichen Kolumbianer Alejandro Falla, der ihn vor zwei Jahren in der ersten Wimbledon-Runde in den fünften Satz zwang und heuer zum Auftakt John Isner (USA) ausgeschaltet hat.

Murray britischer Hoffnungsträger
Auf Andy Murray werden einmal mehr alle Hoffnungen der Gastgeber ruhen. Der Schotte, der zuletzt als erster Brite seit 1938 ein Wimbledon-Endspiel erreicht hatte, hofft, dass er diesmal weniger Zeit für das restliche Olympia-Programm hat als vor vier Jahren. "Meine Erinnerung an die Spiele in Peking sind das 100-m-Finale und den tollen Usain Bolt zu sehen. Ich habe auch Boxen und Badminton gesehen, weil ich so früh ausgeschieden bin. Ich hoffe, dass ist diesmal nicht der Fall."

Die schmerzhafte Final-Niederlage hat der diesmal als Nummer 3 gesetzte Murray dank der Konzentration auf die Heim-Spiele besser verarbeiten können. Zu einer echten Revanche könnte es auch bei den Spielen erst im Finale kommen.

Historische Chance für Serena
Bei den Damen fehlt mit der inzwischen zurückgetretenen Jelena Dementjewa ebenfalls die Gold-Gewinnerin 2008. Serena Williams hat hingegen sogar Gelegenheit zum doppelten "Double": Die US-Amerikanerin hat zuletzt beim dritten Grand-Slam-Turnier des Jahres das Einzel sowie mit Schwester Venus das Doppel gewonnen. Die 14-fache Grand-Slam-Siegerin Serena könnte als erste Spielerin überhaupt den Karriere-Grand-Slam sowie Olympia-Gold im Einzel und Doppel schaffen. "Es ist toll, so früh wieder zurückzukommen, normalerweise müssen wir 12 Monate warten", sagte Serena, die mit ihrer Schwester nicht im Olympischen Dorf, sondern wie Federer in Wimbledon selbst residieren wird.

Serena und Venus haben je fünf Einzel-Titel an der Church Road sowie gemeinsam fünf Doppel-Triumphe gefeiert. 2000 und 2008 hat der "Sister Act" auch schon bei Olympia-Doppel-Gold geholt, Venus ist Olympiasiegerin 2000. Möglich, dass eine der Williams-Geschwister gar auf das Gold-Triple in London losgeht, wenn der US-Verband eine der beiden auch im Mixed nominiert.

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