Schwaigers aus Medaillen-Rennen

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Schwaigers aus Medaillen-Rennen

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Die Schwaigers forderten die an zwei gesetzten Chinesinnen nur im ersten Satz.

Der Medaillentraum ist trotz eines starken Turniers ausgeträumt. Die Reise der Beach-Volleyball-Schwestern Doris und Stefanie Schwaiger ist am Sonntag bei den Olympischen Spielen in London wie vor vier Jahren in Peking im Viertelfinale zu Ende gegangen. Die Niederösterreicherinnen mussten sich im Kampf um den Einzug ins Halbfinale den als Nummer zwei gesetzten Chinesinnen Zhang Xi/Xue Chen mit 0:2 (-18,-11) geschlagen geben.

Mit ihrem zweiten Rang fünf bei Olympia, die beste Platzierung Österreichs ist damit eingestellt, bestätigten die Waldviertlerinnen ihre Zugehörigkeit zur Weltklasse. "Das Halbfinale wäre schön gewesen. Natürlich hofft man auf eine Medaille, aber ich hoffe, dass Österreich auch auf einen fünften Platz stolz sein kann", erklärte Stefanie Schwaiger. "Da gibt es viele andere Teams, die dafür infrage gekommen wären", erinnerte Schwester Doris.

Die Chinesinnen, zwölffache Turniersiegerinnen auf der World Tour, waren als klare Favoriten ins Spiel gegangen. Die Schwaigers starteten vor 15.000 Zuschauern, hauptsächlich in ihrem Lager, ambitioniert. Einen 6:8-Rückstand drehten Zhang/Xue aber in eine 10:8-Führung. Die Ausgleichschance zum 19:19 setzte Doris Schwaiger Zentimeter ins Out. "Ein paar Bälle haben wir auf der Hand gehabt", meinte die 27-Jährige.

Im zweiten Durchgang machten die Chinesinnen kurzen Prozess. "Da sind sie über uns drübergefahren", gestand Stefanie Schwaiger. "Wir haben unsere Chancen nicht genutzt." Viele ließen Zhang/Xue aber auch nicht zu. Die Olympia-Dritten von Peking 2008 begingen kaum Fehler, gewannen auch das vierte Duell in Folge mit den Niederösterreicherinnen. "Wir haben gewusst, dass wir, wenn nicht alles aufgeht, verlieren", erklärte Doris Schwaiger. "Und das ist es leider nicht. Sie waren eindeutig besser."

Schon vor vier Jahren in Peking waren die Schwaigers im Kampf um den Einzug ins Halbfinale an einem chinesischen Duo gescheitert. Ob der nach einer mäßigen Saison überraschend starken Leistungen in London nahmen die Waldviertlerinnen das Ende ihres Medaillentraums diesmal aber mit einem Lächeln. "Es gibt immer eine kleine Chance, mit dem fünften Platz sind wir aber zufrieden", betonte Doris Schwaiger.

Nach einer Auftaktniederlage gegen die Tschechinnen Marketa Slukova/Kristyna Kolocova hatte es alles andere als danach ausgesehen, dass die Schwestern überhaupt so weit kommen würden. "Am Anfang haben wir noch volle Hosen gehabt, aber das hat sich gebessert", sagte Doris. Sie fühlten sich wohl auf dem Horse Guards Parade. "Wir haben am Schluss nicht mehr verlieren können", meinte ihre zwei Jahre jüngere Schwester. "Wir können stolz sein."

Zheng/Xue bekommen es im Halbfinale mit den zweifachen Olympiasiegerinnen Misty May-Treanor/Kerri Walsh zu tun. Auch die US-Amerikanerinnen hatten die Schwaigers in der Gruppenphase geärgert - und ihnen den ersten Satz überhaupt bei Olympischen Spielen abgenommen. "Wir haben ein gutes Turnier gespielt", sagte Blockspielerin Stefanie. "Trotzdem ist es schade, dass es jetzt vorbei ist."

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