20. August 2019 00:30
Handy von Ex-FP-Chef als Polit-Bombe
FPÖ: Zittern vor Tausend Strache-SMS
Ermittler müssen Tausende WhatsApp & SMS des Ex-FP-Chefs jetzt auswerten.
FPÖ: Zittern vor Tausend Strache-SMS
© oe24

In der FPÖ zittert man der Nationalratswahl diesmal besonders entgegen. Der Hauptgrund für diese blauen Sorgen ist wieder einmal Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, dessen Handy bekanntlich im Zuge von Korruptionsermittlungen vergangene ­Woche beschlagnahmt wurde. Der Ex-FP-Vizekanzler wird zwar Rechtsmittel gegen die Hausdurchsuchung einlegen, die Ermittler halten nun aber auch Tausende SMS und WhatsApp-Nachrichten von Strache in den Händen. Nachrichten, die für die FPÖ ziemlich explosiv werden könnten.

In der blauen Welt befürchtet man, dass „Straches SMS und WhatsApp im September ganz bewusst lanciert werden. Und, da der einfach alles schriftlich gemacht hat, wird das für uns ein Wahnsinn werden“. Zudem können auch Nachrichten, die Strache bereits gelöscht hatte über die iCloud – Strache hatte ein iPhone – ziemlich sicher ­rekonstruiert werden.

Aber, um welche Inhalte handelt es sich?

Er schickte auch Kurz 
wütende Nachrichten

Ein blauer Insider sagt: „Er hat auch Sebastian Kurz sehr wütende Nachrichten geschickt. Die an uns waren noch heftiger. Er hat jegliche Postenwünsche – egal, ob bezüglich Nationalbank oder ORF immer schriftlich gemacht.“

  • In mehreren SMS soll es etwa, um die „eifersüchtige ÖVP“ gegangen sein. Die Texte verdeutlichen freilich auch, dass die Harmonie zwischen ÖVP und FPÖ weit brüchiger war, als nach ­außen dargestellt.
  • Vor allem aber listete Strache immer wieder auf, „welche Posten es für die FPÖ“ geben müsse, sagt ein Parteifreund von Strache.
  • Zudem kommunizierte er auch mit dem extrem rechten Vizepremier Italiens, Matteo Salvini, und ­natürlich mit Vertretern der ungarischen Partei von Viktor Orbán. Ob es in den Nachrichten auch um Parteispenden ging, müssen die Ermittler klären.

Justiz-Gipfel um Razzia bei Strache

Gestern beschlossen Oberstaatsanwaltschaft, Bundeskriminalamt und Korruptionsstaatsanwaltschaft, dass diese Stellen gemeinsam die bei Ex-FP-Chef Heinz-Christian Strache ­sichergestellten Daten auswerten werden. FPÖ-Mann Hans-Jörg Jenewein attackierte gestern indes eine „politisch motivierte Datenstöberei“. Dazu wurde gestern auch über die ursprüngliche anonyme Sachverhaltsdarstellung – ÖSTERREICH veröffentlichte sie bereits am Sonntag –, die zur Razzia bei Strache geführt hatte, gestritten. Die Oppositionsparteien fordern Aufklärung auch von der FPÖ, da Ex-VP-Finanz­minister Löger in der Anzeige ebenfalls genannt wird.