Warum die FPÖ von der SPÖ-Attacke profitiert

Lachender Dritter

Warum die FPÖ von der SPÖ-Attacke profitiert

Dass die SPÖ im Wahlkampf 2017 in den letzten zwei Wochen vor der ­damaligen Nationalratswahl die ÖVP in die SPÖ-Silberstein-Affäre mit hineinzog, war eine durchdachte Strategie. Die Roten hatten – unter lautstarkem Applaus der Türkisen – davor wochenlang mit ihrem Pleiten-, Pech- und Affärenwahlkampf zu kämpfen. Damit zogen sie die ÖVP – zwar nur leicht, aber doch – ein wenig nach unten. Bereits damals stieg freilich die FPÖ deshalb auch in den Umfragen. Am Wahltag schaffte die FPÖ dann tatsächlich 26 Prozent und lag nur ein Prozentpunkt hinter der damaligen Kanzlerpartei SPÖ, die den Platz eins an Kurz verlor.

In der SPÖ greift man nun auf dieselbe Taktik wie 2017 zurück. Nachdem SPÖ-intern einige den „Schmusewahlkampf“ von SPÖ-Spitzenkandidatin Pamela Rendi-Wagner kritisierten – sie versuchte, sich auf Inhalte zu konzentrieren, statt weiter auf die ÖVP –, änderten SPÖ-Taktiker die Linie und ließen Rendi-Wagner auffallend aggressiv gegen Sebastian Kurz im ORF-Duell am Mittwoch antreten. „Bei unseren Wählern hat das viel Applaus ausgelöst“, sagen Rote.

Ob das Beispiel – Rendi-Wagner stritt sich mit Kurz über die Fiebernacht von FPÖ-Chef Norbert Hofer die Woche davor – wirklich geglückt war, bezweifeln aber sogar rote Strategen.

In der FPÖ hingegen jubelt man darüber und hofft, dass „das noch lange anhält. Sie schaden sich und ihrer Glaubwürdigkeit gerade beide und davon profitieren wir“, freut sich ein FPÖ-Stratege. Immerhin versuchte Rendi-Wagner ja, Kurz mit einem Beispiel der „Unmenschlichkeit“ zu überführen, das sie nur partout nicht belegen kann. Dass Kurz laut Rendi-Wagner angeblich versucht hätte, Medien über Hofers öffentlichen Fieberschub zu informieren – der ganze ORF wusste Bescheid, ein FPÖ-Sprecher twitterte darüber –, dürfte zudem „nicht besonders breitenwirksam sein“, mutmaßt man in der FPÖ. Übrig bleibe nur, dass sich „Rot und Schwarz wieder streiten und einander Unwahrheiten vorwerfen“. Das hatte – wie am Anfang beschrieben – bereits 2017 der FPÖ geholfen.

Isabelle Daniel

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