65 Tote bei schwerem Erdbeben

Neuseeland

65 Tote bei schwerem Erdbeben

In Christchurch sind laut Regierungsschef weitere Opfer zu befürchten.

Ein verheerendes Erdbeben hat in Neuseeland am Dienstag mindestens 65 Menschenleben gefordert. Die Regierung rechnete mit weiteren Opfern. Die Innenstadt von Christchurch auf der Südinsel wurde teilweise zerstört. Dutzende Gebäude stürzten ein. Die Trümmer begruben zahlreiche Menschen unter sich. Auch der Turm der mehr als 100 Jahre alten Kathedrale hielt den Naturgewalten nicht stand. Die Rettungsarbeiten liefen bei Regen und unter Flutlicht die Nacht hindurch auf Hochtouren.

Es gab bis Dienstagnachmittag keinen Hinweis, dass Österreicher bei dem Erdbeben zu Schaden bekommen sind, hieß es vonseiten des Außenministeriums.

Herabstürzende Trümmer trafen zwei Stadtbusse. Überall lagen eingestürzte Mauern und umgeknickte Betonpfeiler in den Straßen. Die Stadt erlebte mehr als 30 teils heftige Nachbeben. Mehr als 2.000 Einwohner trauten sich nicht in ihre Häuser zurück und gingen in Notunterkünfte. Die Einwohner sprachen von Chaos und Panik. Tausende rannten schreiend ins Freie. Eingeschlossene riefen aus den Trümmern um Hilfe. Blutüberströmte Menschen liefen orientierungslos herum.

Diashow: Schweres Erdbeben in Neuseeland

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Schweres Erdbeben erschüttert Neuseeland
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Helfer waren mit Baggern und Kränen im Einsatz, um Eingeschlossenen zu helfen. Nach einer ersten Bilanz von Bürgermeister Bob Parker konnten 120 Menschen gerettet werden. Mehr als 100 wurden gegen Mitternacht (Ortszeit) aber noch in den Trümmern vermutet. "Es könnte die dunkelste Stunde Neuseelands sein", sagte Regierungschef John Key.

Feuer und Überflutungen
In der Innenstadt von Christchurch brach an mehreren Stellen Feuer aus. Zahlreiche Straßen waren überflutet, weil Rohre geborsten waren. Nach Angaben von Augenzeugen hatte sich der Boden teilweise um bis zu einem Meter gehoben. Die Rettungsdienste hatten nicht genügend Krankenwagen. Lieferwagen waren im Einsatz, um Verletzte zu transportieren. Sanitäter öffneten Krankenstationen zur Notversorgung am Straßenrand.

Rund 80 Prozent der Stadt waren zeitweise ohne Strom. Auch die Wasserversorgung brach zusammen. "Wenn es regnet, bitte Wasser in Kübeln sammeln", riet das Amt für Zivilverteidigung.

Folgenschweres Beben
Es handelt sich um eines der folgenschwersten Erdbeben in Neuseelands Geschichte. 1931 kamen bei einem 7,9-Beben in der Hawke-Bucht 256 Menschen ums Leben. Die Folgen waren so verheerend, weil das Beben sich nur fünf Kilometer unter der Erdoberfläche ereignete und das Epizentrum nur zehn Kilometer vom Stadtzentrum entfernt lag.

Christchurch war erst im vergangenen September von einem 7,1-Beben erschüttert worden. Damals war das Epizentrum aber 30 Kilometer entfernt, und der Erdstoß passierte in der Früh, als nur wenig Menschen in der Stadt unterwegs waren. Nur ein Mensch starb an einem Herzanfall. Die Wiederaufbaukosten wurden auf vier Milliarden neuseeländische Dollar (2,2 Milliarden Euro) geschätzt.

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