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Mittelmeerroute

Alarm in Italien: 8.500 Flüchtlinge in 48 Stunden gerettet

Der massive Flüchtlingsstrom in Richtung Sizilien reißt nicht ab. In 48 Stunden wurden zwischen Sonntag und Montag 8.500 Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet. Allein am Montag wurden 5.000 Migranten an Bord von 18 Schlauchbooten und fünf kleineren Schiffen von der Küstenwache und von NGO-Schiffen in Sicherheit gebracht.

Die Migranten wurden an Bord von 14 Schiffen genommen, sechs davon erreichten bereits Häfen auf Sizilien und in Kalabrien, teilte die italienische Küstenwache mit. Diese koordiniert die Rettungseinsätze im Mittelmeer.

Nach den massiven Flüchtlingsankünften der vergangenen Wochen sind alle Flüchtlingseinrichtungen in Italien heillos überfüllt. Das Innenministerium, das im Gesamtjahr 2017 mit über 200.000 Migranten rechnet, macht Druck auf die Gemeinden, um Lösungen für die Flüchtlinge zu finden. Derzeit versorgt Italien über 180.000 Migranten. Innenminister Marco Minniti drängt auf eine faire Lastenverteilung der Flüchtlingsversorgung innerhalb Italiens. Einige Regionen würden mehr als andere ihre Pflichten erfüllen, meinte der Minister.

Die italienischen Rechtsparteien gehen angesichts der massiven Flüchtlingsankünfte auf die Barrikaden. "Wir stehen vor einem biblischen Exodus. Die Regierung sollte das nationale Interesse schützen und den Zugang der Schiffe mit Flüchtlingen an Bord zu italienischen Häfen blockieren. Sie sollte den Eingriff des UN-Sicherheitsrates für gemeinsame Strategien fordern, um die Abfahrt von Migranten aus Libyen zu stoppen. Entweder die Regierung handelt sofort, oder sie wird bald politische Folgen zu spüren bekommen", betonte der Fraktionschef der rechtskonservativen Forza Italia im Senat, Paolo Romani.

Für Aufsehen sorgten die Worte des nationalen Anti-Terror-Staatsanwalts Franco Roberti. Er warnte am Dienstag vor der Gefahr, dass mit den tausenden Migranten auch fundamentalistische Terroristen nach Italien gelangen könnten.

Am 6. Juli wird Italien in Rom als Gastgeber eines Treffens mit einigen afrikanischen Transitländern fungieren. An der Konferenz auf Ebene der Außenminister sollen neben den EU-Partnern Vertreter der libyschen Regierung von Ministerpräsident Fayez al-Sarraj, des Flüchtlingshochkommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) teilnehmen.
 

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