Angst um vermisstes Albino-Mädchen

Tansania

Angst um vermisstes Albino-Mädchen

Nach dem Verschwinden eines vierjährigen Albino-Mädchens in Tansania hat die Polizei eine Belohnung auf Hinweise auf das Kind ausgesetzt. Hinweise, die zum Fund der Kleinen - "tot oder lebendig" - führten, würden mit umgerechnet 1.500 Euro belohnt, teilte die Polizei in der nördlichen Region Mwanza am Sonntag mit.

Die kleine Pendo Emmanuelle Nundi war Ende November aus dem Haus ihrer Familie entführt worden, seither fehlt jede Spur von dem Kind. Selbst ernannte Zauberer in Tansania verwenden Körperteile von Albinos bei ihren Ritualen, immer wieder werden Albinos verschleppt und ermordet.

Blutige "Geschäfte"
Seit dem Verschwinden der Vierjährigen wurden 15 Verdächtige festgenommen, darunter der Vater und zwei Onkel des Mädchens. Seit dem Jahr 2000 wurden in Tansania mindestens 74 Albinos ermordet, darunter viele Kinder. Albinos, denen Farbpigmente in Haut, Haaren und Augen fehlen, gelten in Teilen Afrikas als Glücksbringer und Vorboten von Reichtum. Für Körperteile von Albinos werden in Tansania umgerechnet 500 Euro gezahlt, für eine ganze Leiche 65.000 Euro.

UN-Experten warnen vor einer Zunahme von Angriffen auf Albinos im Vorfeld der Präsidentschaftswahl in Tansania im Oktober dieses Jahres, da Wahlkämpfer häufig auf die Unterstützung von Hexern setzten. Die tansanische Regierung hat Hexern inzwischen ein Betätigungsverbot erteilt und eine Aufklärungskampagne gestartet, um den Angriffen auf Albinos ein Ende zu setzen.

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