Assad und Putin schlagen trotz Trump-Drohung los

Schlacht um Idlib

Assad und Putin schlagen trotz Trump-Drohung los

Die Offensive auf Idlib ist offenbar gestartet - dort droht ein Massaker. 
Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet bereits von ersten Bombardements in der Provinz. Auch ein Kommandeur der Rebellengruppe der Nationalen Befreiungsfront (NLF) bestätigte der Deutschen Presse-Agentur Angriffe auf Dörfer in Idlib. Russische Kriegsflugzeuge hätten 30 Angriffe geflogen. Damit hat wohl die Offensive der syrischen Regierungstruppen und der russischen Luftwaffe auf Idlib begonnen. Die letzte Hochburg der Rebellen ist Heimat für bis zu drei Millionen Menschen. Die sitzen bei einem Angriff dort in der Falle.
 
Die Zahl der Opfer soll laut der Hilfsorganisation "Weißhelme" zur Stunde bei 18 Toten und 40 Verletzten liegen.
 

Trump warnte syrische Regierung

Trump warnte die Regierung in Damaskus und ihre Verbündeten am Montag (Ortszeit) vor einem "rücksichtslosen Angriff" auf die syrische Region Idlib mit "Hunderttausenden Toten". Iran und Russland begingen einen schweren humanitären Fehler, würden sie an dieser potenziellen menschlichen Tragödie teilnehmen, twitterte der US-Präsident.
 
 

Russland weist Trumps Warnung vor Offensive in Idlib zurück

Ein Kreml-Sprecher hat US-Präsident Donald Trumps Warnung vor einer Offensive in der syrischen Provinz Idlib zurückgewiesen. Lediglich Warnungen auszusprechen, ohne das sehr gefährliche und negative Potenzial der gesamten Lage in Syrien zu bedenken, sei "möglicherweise kein umfassender Ansatz", teilte Moskau am Dienstag mit.
 
Die Präsenz militanter Aufständischer in Idlib unterminiere den Friedensprozess in Syrien und mache die Region zu einer Basis für Angriffe auf russische Truppen, hieß es weiter. Zuvor hatte bereits Russlands Außenminister Sergej Lawrow gesagt, die syrische Regierung habe "jedes Recht", die Militanten zu vertreiben.
 

Syrien meldet Abschuss israelischer Raketen bei Hama

Die syrische Luftabwehr hat nach amtlichen Angaben mehrere Raketen abgefangen, die von israelischen Kampfflugzeugen abgefeuert wurden. Der Vorfall habe sich im Gebiet von Wadi al-Uyoun nahe der Stadt Hama ereignet, meldete die amtliche Nachrichtenagentur SANA am Dienstag.
 
Zuvor hatten das Staatsfernsehen und die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte Explosionen in dem Gebiet gemeldet. In dem TV-Bericht war von einer nicht näher bezeichneten "Aggression" die Rede. Eine Sprecherin der israelischen Armee wollte sich zu den Berichten nicht äußern.
 
Hama liegt rund 100 Kilometer südlich von Idlib, dem nach sieben Jahren Bürgerkrieg letzten großen Rückzugsort der Rebellen. In den vergangenen Jahren wurden Hunderttausende Rebellen und Extremisten nach ihrer militärischen Niederlage aus anderen Rebellengebieten Syriens in die Provinz Idlib gebracht. Nach Angaben aus regierungsnahen Kreisen in Damaskus wird derzeit ein Angriff auf Idlib vorbereitet.
 

Idlib letzter Rückzugsort der Rebellen 

Idlib ist nach sieben Jahren Bürgerkrieg der letzte große Rückzugsort der Rebellen und laut Moskau "ein Nest von Terroristen". In den vergangenen Jahren wurden Hunderttausende Rebellen und Extremisten nach ihrer militärischen Niederlage aus anderen Rebellengebieten Syriens in die Provinz gebracht. Nach Angaben aus regierungsnahen Kreisen in Damaskus wird derzeit ein Angriff auf Idlib vorbereitet.
 
Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London meldete am Dienstag, nach einer Pause von 22 Tagen hätten russische Kampfjets ihre Angriffe auf Rebellen-Stellungen in Idlib wieder aufgenommen. In den vergangenen Wochen hat Russland seine Flottenpräsenz im östlichen Mittelmeer massiv verstärkt. Der russischen Zeitung Iswestija zufolge sind mindestens zehn Schiffe vor Ort, die meisten mit Langstreckenraketen bewaffnet.
 
US-Außenminister Mike Pompeo hatte vergangene Woche erklärt, ein Angriff auf Idlib würde eine Eskalation bedeuten. Auf einen Einsatz von Chemiewaffen würden die USA reagieren. Bereits im April hatten die USA, Großbritannien und Frankreich vermeintliche syrische Chemiewaffenanlagen bombardiert.
 
Die Vereinten Nationen warnen vor einer neuen Fluchtwelle: Rund 2,5 Millionen Menschen könnten gezwungen werden, sich in Richtung Türkei in Sicherheit zu bringen. Am Freitag wollen die Präsidenten Russlands, des Iran und der Türkei in Teheran über die Zukunft Idlibs beraten.
 

Warnung vor Einsatz von Chemiewaffen

Angesichts des befürchteten Angriffs der syrischen Armee und ihrer Verbündeten auf die Rebellenhochburg Idlib haben die USA eine scharfe Warnung an das Assad-Regime gerichtet. Falls die syrischen Truppen erneut Chemiewaffen einsetzen sollten, würden die USA und ihre Verbündeten darauf schnell und "in angemessener Weise" reagieren, erklärte das Weiße Haus am Dienstag in Washington.
 
In New York kündigte die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen an, der UN-Sicherheitsrat werde sich noch in dieser Woche mit der erwarteten Offensive auf Idlib befassen. Ein entsprechendes Treffen sei für Freitag angesetzt. "Idlib ist ernst", sagte Haley. "Das ist eine tragische Situation." Auch bei zwei weiteren Sitzungen werde sich der Rat in diesem Monat mit dem Konflikt in Syrien beschäftigen
 

"Größte Katastrophe des Landes"

Der außenpolitische Sprecher der deutschen Grünen, Omid Nouripour, forderte die Europäer auf, die Verantwortung Russlands für das Schicksal der Zivilbevölkerung herauszustellen. "Als Schutzmacht Assads haftet Putin auch für dessen zahlreiche Kriegsverbrechen", sagte er der "Heilbronner Stimme" (Mittwoch). "In Idlib droht die größte Katastrophe des bisherigen Krieges in Syrien. Wenn die UN Assad anflehen, wenigstens auf Chemiewaffen zu verzichten, dann zeigt das die Größe des anstehenden Horrors", warnte Nouripur. Am Montag hatte auch Deutschlands Außenminister Heiko Maas vor einer humanitären Katastrophe gewarnt.
 
Am Freitag wollen Russland und der Iran als Unterstützer der Regierung und die Türkei als Schutzmacht der Opposition über die Krise in Syrien beraten. Beobachter rechnen damit, dass sich dort das Schicksal Idlibs entscheiden könnte.
 
 
 
 
 

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