Das könnte hinter Merkels Zitteranfällen stecken

Schwere Monate

Das könnte hinter Merkels Zitteranfällen stecken

Nach ihrer dritten Zitterattacke innerhalb kurzer Zeit hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel betont, dass es ihr gut gehe. "Man muss sich keine Sorgen machen", sagte sie am Mittwoch auf einer Pressekonferenz mit dem finnischen Ministerpräsidenten Antti Rinne.

 

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Merkel hatte beim Empfang Rinnes mit militärischen Ehren während des Abspielens der Nationalhymnen auf dem Podium vor dem Kanzleramt erneut am ganzen Körper gezittert. Es ist bereits der dritte solche öffentliche Anfall innerhalb von gut drei Wochen. Merkel begründete den Anfall damit, dass sie immer noch in der "Verarbeitungsphase" des Anfalls Mitte Juni beim Empfang des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sei. "Die ist offensichtlich noch nicht ganz abgeschlossen, aber es gibt Fortschritte", sagte Merkel.

Was steckt dahinter?

Die Frage, was hinter den Zittervorfällen stecke und ob sie deswegen einen Arzt konsultiert habe, beantwortete die Kanzlerin nicht. Sie könne die Frage verstehen, hatte sie vor Journalisten am Rande des G-20-Gipfels im japanischen Osaka gesagt. "Ich habe aber nichts Besonderes zu berichten. Sondern mir geht es gut."

Die "Stuttgarter Zeitung" und die "Stuttgarter Nachrichten" hatten am aus Regierungskreisen berichtet, Merkels Zitteranfall bei der Ernennung Lambrechts sei psychologisch bedingt gewesen. Es sei kein gesundheitliches Problem, sondern Kopfsache. "Die Erinnerung an den Vorfall in der letzten Woche führte zu der Situation heute, also ein psychologisch-verarbeitender Prozess."

Aber Kenner der Kanzlerin vermuten dahinter nicht etwa politischen Druck oder Stress. Krisen musste Merkel in den letzten Jahren oft meistern, aber dies schlug nie auf ihre Gesundheit. Und trotz des straffen Terminkalenders bewältigte Merkel ihr Pensum bisher immer ohne - zumindest offensichtliche - Probleme. Und tatsächlich, wie das deutsche Online-Portal "Focus" berichtet, soll der Frund für die immer wiederkehrenden Anfälle private Gründe haben.

Privater Schicksalsschlag als Auslöser?

Merkel musste im April einen schweren privaten Schicksalsschlag hinnehmen. Ihre Mutter Herlina Kasner verstarb im Alter von 90 Jahren. Sie standen sich sehr nahe und wie Insider dem Blatt gegenüber erzählen, soll sich Merkel in den letzten Wochen vor dem Tod der Mutter noch sehr intensiv um sie gekümmert haben.

Die Kanzlerin ist für ihre hohe Professionalität bekannt. Privates und Berufliches trennt sie strikt. Als Mensch leidet eben auch eine Angela Merkel Qualen. Von einem Elternteil Abschied zu nehmen, ist für die taffe und rationale Kanzlerin eben menschlich sehr belastend. Für das Land selbst wären die Zitteranfälle daher aber nicht ernst. Merkel wird in der kommenden Woche 65 Jahre alt. Dann soll sie auch ihren Urlaub antreten, der heuer ein bisschen länger sein soll als üblich. Allerdinsg beteuern ihre Sprecher auch: "Die Kanzlerin ist nie im Urlaub." Sie ist höchstens ein paar Tage nicht in Berlin, dennoch immer im Dienst.
 

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