Experte: Coronavirus tödlicher als Grippe

Schwere Krankheitsform

Experte: Coronavirus tödlicher als Grippe

Etwa 15 von 100 Infizierten erkranken schwer.

Nach den bisher bekannten Zahlen ist das neuartige Coronavirus laut dem deutschen Robert Koch-Institut (RKI) tödlicher als die Grippe. Wie viel höher die Sterberate ausfalle, werde man nach dem Ende der Epidemie sehen, sagte Institutspräsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin.
 
Der Präsident des RKI hat mit Blick auf die neue Lungenerkrankung Covid-19 von einer schweren Krankheitsform gesprochen. 15 von 100 Infizierten erkrankten schwer, das sei viel, sagte Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin.
 
Nach bisherigen Zahlen sterben demnach ein bis zwei Prozent der Infizierten. Auch da Therapeutika und ein Impfstoff fehlten, mache es Sinn, alle Möglichkeiten der Eindämmung auszuschöpfen. Wieler betonte jedoch, dass es keinen Anlass gebe, in Deutschland eine Abriegelung von Städten wie etwa in Italien zu erwarten.
 
 

Virologe: 'Das Virus ist bei uns nicht mehr zu stoppen'

Das Coronavirus hat Europa erreicht. In Italien sind mittlerweile 12 Personen an der Erkrankung gestorben, auch in Österreich gibt es die ersten beiden Erkrankungen. Virologe Jonas Schmidt-Chanasit lässt nun mit seiner Einschätzung aufhorchen: „Es ist unwahrscheinlich, dass wir die Ausbreitung des Virus noch stoppen können“, so der Experte zur BILD. „Selbst wenn wir alle Grenzen schließen und den internationalen Flugverkehr einstellen würden, könnten wir die Ausbreitung nur deutlich verlangsamen.“ 
 
Der Experte geht davon aus, dass zahlreiche Menschen das Virus bereits in sich tragen, jedoch noch keine Symptome tragen. „Aktuell sehen wir nur die Spitze vom Eisberg und wissen noch nicht, wie es sich weiterentwickelt“, so Virologe Schmidt-Chanasit.

Deutschland rechnet mit Epidemie

 Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn rechnet hierzulande mit einer Ausbreitung des Coronavirus. "Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie in Deutschland", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in Berlin. "Die Infektionsketten sind teilweise - und das ist eine neue Qualität - nicht nachzuvollziehen."
 
Vor diesem Hintergrund sei es fraglich, ob die bisherige Strategie zum Eingrenzen des Virus und zum Beenden der Infektionsketten weiter aufgehe. In Deutschland waren seit Dienstagabend bis zum Mittwochabend neun Infektionen bekannt geworden. Die Epidemie schlägt zunehmend auch auf die Wirtschaft durch. Sportevents wie das Formel-1-Rennen in Vietnam und die Olympischen Spiele in Tokio sind ungewiss.

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