Fünf Tote nahe heiliger Stätte im Irak

Bei Doppelanschlag

Fünf Tote nahe heiliger Stätte im Irak

Keine Fortschritte bei der Regierungsbildung.

Bei einem Doppelanschlag im Irak sind am Montag fünf Menschen ums Leben gekommen. 64 Personen seien verletzt worden, als zwei Autobomben in der Stadt Kerbala südlich von Bagdad detonierten, teilte die Polizei mit. Ursprünglich war von "Dutzenden Toten und Verletzten" die Rede gewesen. Die Sprengsätze explodierten nahe eines Restaurants und eines Kontrollpunkts, einen Kilometer von dem für schiitische Muslime heiligen Imam-Hussein-Schrein.

Trotz einer neuen Serie von Anschlägen ist die Gewalt in den vergangenen zwei Jahren im Irak insgesamt stark zurückgegangen. Am Sonntag kamen bei Bombenexplosionen sechs Menschen ums Leben, darunter ein Mitglied des säkularen Wahlbündnisses von Ex-Regierungschef Iyad Allawi. Bei den Parlamentswahlen am 7. März hatte es die meisten Sitze errungen.

In Bagdad starb unterdessen ein Beamter des Finanzministeriums durch eine Magnetbombe, die an seinem Auto angebracht worden war. In einem Dorf bei Kirkuk wurde die Leiche eines Mordopfers gefunden.

Bei der Bildung einer neuen Regierung in Bagdad gab es keine Fortschritte. Die Al-Irakiya-Liste von Oppositionsführer Allawi war bei der Parlamentswahl am 7. März mit 91 Mandaten auf dem ersten Platz gelandet - sehr zur Überraschung des amtierenden Ministerpräsident Nuri al-Maliki. Maliki, dessen Bündnis 89 Mandate erhielt, versucht nun, trotzdem im Amt zu bleiben, indem er schon vor der konstituierenden Sitzung des Parlaments eine Koalition mit anderen Parteien bildet.

Die in Bagdad erscheinende Zeitung "Al-Mashrek" berichtete, Maliki habe am Wochenende eine Delegation zu dem im Iran residierenden Schiiten-Prediger Muktada al-Sadr geschickt. Die Sadr-Bewegung hatte 40 Sitze erhalten. Malikis Empörung darüber, dass die Wahlkommission nicht auf seine Forderung nach einer Neuauszählung der Stimmzettel eingegangen war, bekam am Montag der Irak-Sondergesandte von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zu spüren. Der Gesandte Ad Melkert hätte diese "Forderung des irakischen Volkes" unterstützen sollen, erklärte Maliki. Melkert hatte nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses am vergangenen Freitag alle Parteien aufgefordert, das Resultat zu akzeptieren.

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