Großbrand in Moskauer Bibliothek

Feuer-Inferno

Großbrand in Moskauer Bibliothek

Ein Großfeuer hat in einer berühmten wissenschaftlichen Bibliothek in Moskau zahlreiche kostbare Dokumente schwerbeschädigt. In einem Institut der Akademie der Wissenschaften brach am Freitag ein Brand aus, der trotz eines Großeinsatzes der Feuerwehr auch am Samstagabend noch nicht ganz gelöscht war.

In dem Gebäude befinden sich etwa zehn Millionen historische Dokumente, die teilweise aus dem 16. Jahrhundert stammen. Etwa 15 Prozent des Bestandes seien beschädigt worden, "ein Riesenverlust für die Wissenschaft", sagte Akademie-Präsident Wladimir Fortow.

Zu der Sammlung in dem 1918 gegründeten Institut für gesellschaftswissenschaftliche Information der Akademie der Wissenschaften gehören nach Angaben Fortows Klassiker der slawischen Literatur, aber auch Werke aus Großbritannien, Italien und den USA. Auch wertvolle Bücher, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Deutschland nach Russland gebracht worden seien, lagern in dem Institut, wie Bibliotheksdirektor Alexander Wisslij der Nachrichtenagentur Tass sagte.

Nach dem Ausbruch des Feuers gingen die Verantwortlichen zunächst davon aus, dass die Bücher nicht in Gefahr seien. Als unter der Hitze der Flammen aber ein 1.000 Quadratmeter großes Dachstück zusammenbrach, war die Sorge groß. Etwa 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz, doch wegen der großen Hitze war es unmöglich, die Bücher in Sicherheit zu bringen, wie die Agentur RIA Nowosti meldete. Das Feuer verwüstete nach Angaben der Rettungskräfte etwa 2.000 Quadratmeter des Instituts, vor allem Büroräume. Die Bibliothek war nicht direkt betroffen, beschädigt wurden die Bücher nach Angaben Fortows vor allem durch Löschwasser.

Der Akademie-Präsident zeigte sich verzweifelt: In dem Institut lagerten einmalige Dokumente, die es woanders nicht gebe. "Was hier passiert, erinnert an Tschernobyl", sagte er nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen in Anspielung auf die verheerende Atomkatastrophe im Jahr 1986. Als Brandursache vermuteten die Ermittler Berichten zufolge einen Kurzschluss.

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