Hilfe-Schrei aus Trümmern von Nepal

10.000 Tote befürchtet

Hilfe-Schrei aus Trümmern von Nepal

Chaos und unermessliches Leid: Inzwischen rechnen die Behörden mit 10.000 Toten.

4.100 Todes­opfer hat das Beben allein im Großraum Kathmandu gefordert. Aufgestapelt liegen Leichenberge hinter dem Krankenhaus der Stadt. Arbeiter legen sie auf Scheiterhaufen, verbrennen sie: „Wir arbeiten sie ab, eine nach der anderen“, sagen sie.

Niemand kann derzeit eine genaue Opferzahl nennen. Nepals Ministerpräsident Sushil Koirala rechnet bereits mit 10. 000 Menschen, die bei dem Jahrhundertbeben ums Leben gekommen sind. Mehr als 7.000 Menschen wurden verletzt, viele von ihnen haben keine medizinische Versorgung. Hunderttausende sind obdachlos, haben alles verloren.

In Hunderten Ortschaften steht nicht ein Haus mehr. Alles wurde dem Erdboden gleichgemacht.

Seuchen. Acht Millionen Menschen sind von dem Beben direkt betroffen. 1,4 Millionen sind auf Nahrungsmittel-Lieferungen angewiesen. Mehr als eine Viertelmillion Menschen sind inzwischen aus Kathmandu geflüchtet: „Sie sind auf der Suche nach Wasser und Lebensmitteln“, sagt Philips Ewert , von der Hilfsorganisation „World Vision“.

Die Hilfsmaschinerie für Nepal läuft inzwischen voll an. Aber: Sie ist nur ein Tropfen auf denm heißen Stein, kaum mehr. K. Wendl

Luxus-Rettung für Everest-Touristen

Man hilft den Luxus-Touristen am Berg viel mehr als der armen Bevölkerung, so Messner.

Fehlgeleitete Hilfe. Harte Kritik an dem Rettungseinsatz am Mount Everest kommt nun von Bergsteiger-Idol Reinhold Messner (70). Er prangert eine „Zwei-Klassen-Rettung“ an.

Messner meint, die Prioritäten wurden völlig falsch gesetzt. Man müsse den Menschen in der Hauptstadt Nepals zuerst zu Hilfe eilen: „In Kathmandu und in den Schluchten drumherum ist eine viel größere Katastrophe passiert.“

»In Kathmandu ist größere Katastrophe passiert«
Die Bergsteiger benötigen sehr wohl auch Hilfe, doch das sei nicht vorrangig, geschehe völlig übertrieben. „Es ist zynisch, dass man um die Bergsteiger am Mount Everest, die sich den Trip für 80.000 bis 100.000 Dollar leisten, einen solchen Hype macht.“ Am Berg gebe es genug Ärzte und Essen.

Schützenhilfe bekommt Messner von Kollege Peter Habeler: Viele einfache ­Nepalesen befinden sich in einer schlimmeren Notlage als die Touristen am Berg.

Währenddessen gab es gestern Nachmittag eine neue Lawine in Nepal. 250 Menschen werden vermisst.

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