Iran: Polizei schießt auf Demonstranten

Laut Opposition

Iran: Polizei schießt auf Demonstranten

Sicherheitskräfte sollen den Ex-Präsidenten Khatami angegriffen haben.

Mehrere hundert Anhänger der Oppositionsbewegung im Iran haben eine Massenkundgebung zum iranischen Revolutionsfeiertag für Proteste gegen die Regierung genutzt. Die staatlichen Einsatzkräfte schritten aber sofort gegen Demonstranten mit der grünen Symbolfarbe der Opposition ein. Dabei wurden nach Berichten von Augenzeugen Farbpatronen, Schlagstock und Tränengas eingesetzt. Auf Webseiten hieß es weiters, die Sicherheitskräfte hätten Schüsse in die Luft abgegeben.

Eine Gruppe um den Oppositionspolitiker Mehdi Karroubi wurde angegriffen, als sie sich den Gegendemonstranten anschließen wollte, wie dessen Sohn Hossein Karroubi mitteilte. Die Angreifer, offenbar Angehörige der Basij-Miliz, hätten die Scheiben von Karroubis Auto eingeschlagen, sagte sein Sohn. Die Enkelin von Ayatollah Khomeini, Zahra Eshraghi, und ihr Mann Mohammed Reza Khatami, zwei Politiker aus dem Lager der Reformer, seien für etwa eine Stunde festgenommen worden, berichtete die oppositionelle Website Rahesabz.

Hunderttausende bei Kundgebung
Nicht nur im Westen Teherans, auch im Zentrum und im Norden kam es den Angaben zufolge zu Zusammenstößen. Mehrere Demonstranten sollen festgenommen worden sein. Auf dem Videoportal YouTube waren Protestrufe in U-Bahnen und auf Straßen und Plätzen zu hören.

Gleichzeitig nahmen mehrere hunderttausend Menschen an der offiziellen Kundgebung zum 31. Jahrestag der Islamischen Revolution teil. Die Menge auf dem Azadi-Platz (Freiheitsplatz) schwenkte iranische Fahnen und zeigte Plakate mit Bildern von Ayatollah Khomeini und seinem Nachfolger Ayatollah Ali Khamenei. Khomeini hatte 1979 die Protestbewegung gegen den Schah angeführt, die dessen Sturz herbeiführte. In seiner Rede sagte Präsident Mahmoud Ahmadinejad, der Iran sei mit der Herstellung von hoch angereichertem Uran zum Atomstaat geworden.

Internet wird gestört
Um die Protestbewegung zu unterdrücken, drosselten die Behörden erneut die Internet-Bandbreite und schränkten die SMS-Übertragung im Mobilfunknetz ein. Ein Google-Sprecher teilte mit, es gebe Störungen beim Zugang zum Mail-Dienst im Iran. Das Unternehmen habe auch einen deutlichen Rückgang beim Datenaufkommen registriert. Die internationale Presse durfte zwar über die Ansprache Ahmadinejads auf dem Friedensplatz in Teheran berichten, sich aber kein eigenes Bild von den Demonstrationen der Regimegegner machen.

Seit der umstrittenen Wiederwahl Mahmoud Ahmadinejads im Juni 2009 kommt es immer wieder zu Massenprotesten gegen das Regime. Auch zu den staatlich organisierten Revolutionsfeierlichkeiten waren Demonstrationen erwartet worden, die Sicherheitskräfte kündigten eine hartes Vorgehen an.

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