Killer-Virus nur noch 800 Kilometer von Österreich entfernt!

Erste Patienten in Frankreich

Killer-Virus nur noch 800 Kilometer von Österreich entfernt!

Erstmals in Europa: Es wurden drei Fälle des Coronavirus in Frankreich bestätigt.
Paris/Wuhan. Das Coronavirus hat mit den ersten drei bestätigten Krankheitsfällen in Frankreich Europa erreicht. Ein Patient liege in Paris im Krankenhaus, der andere in Bordeaux, erklärte die französische Gesundheitsministerin Agnes Buzyn am Freitag bei einer Pressekonferenz.  Beide seien in China gewesen.Kurz darauf wurde bekannt, dass auch eine dritte Person infiziert wurde Es sei wahrscheinlich, dass es weitere Fälle geben werde.
 

Bereits 2 Fälle in den USA

In den USA gab es unterdessen den zweiten bestätigten Krankheitsfall in Chicago bei einem Reisenden aus Wuhan, wo die Krankheit ausgebrochen war. Die Behörden in China schränken die Reisefreiheit im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus unterdessen immer stärker ein. Touristische Ziele wie Teile der Chinesischen Mauer oder die Verbotene Stadt in der Hauptstadt Peking wurden geschlossen. In zehn Städten in der Provinz Hubei wurde der öffentliche Personennahverkehr ausgesetzt.
 
Der Patient in Bordeaux sei 48 Jahre alt und vor zwei Tagen von einer Reise aus China zurückgelehrt, die auch einen Aufenthalt in Wuhan umfasst habe, sagte Buzyn. "Er liegt auf einem Isolierzimmer, um jeglichen Kontakt mit der Außenwelt zu verhindern. Es geht ihm gut." Über den Fall in Paris habe sie noch keine Informationen.
 
Buzyn riet allen Reisenden, die aus China kommen, bei den kleinsten Anzeichen von Atemschwierigkeiten und Fieber sofort zu reagieren. Sie sollten dann aber nicht eigenmächtig ins Krankenhaus gehen, sondern einen Notruf wählen, wo sie Auskunft erhielten, was weiter zu tun sei.
 

Großbritannien verstärkt Sicherheitsvorkehrungen

In Großbritannien wurde zusätzliches medizinisches Personal am Londoner Flughafen Heathrow eingesetzt, wie die Gesundheitsbehörde PHE am Freitag mitteilte. Für 14 Verdachtsfälle konnte indes Entwarnung gegeben werden.
 
Die Zahl der Menschen, die dem bis vor kurzem unbekannten Erreger erlagen, stieg auf 26. Mindestens 830 Menschen haben sich nach offiziellen Angaben infiziert. Die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnete mit weiteren Krankheitsfällen und sprach von einem "chinesischen Notfall", sah aber das Ausmaß einer Epidemie von internationaler Bedeutung bisher nicht erreicht.
 
US-Präsident Donald Trump lobte China für seinen Kampf gegen das Coronavirus. "China arbeitet sehr schwer, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern", schrieb Trump auf Twitter. "Die USA würdigen diese Bemühungen und Transparenz. Es wird alles gut ausgehen. Im Namen des amerikanischen Volkes möchte ich besonders Präsident Xi danken!"
 
Am Samstag beginnt nach dem chinesischen Kalender das Jahr der Ratte. Die Feiertagswoche zur Jahreswende startete bereits am Freitag. Sie wird traditionell von Millionen Menschen für Reisen genutzt. Die Behörden befürchten deshalb, dass sich die Ausbreitung des Virus deutlich beschleunigen könnte und versuchen mit vorbeugenden Maßnahmen gegenzusteuern. Die Bürger wurden aufgerufen, Menschenansammlungen zu meiden.
 

Wuhan unter Quarantäne

Die am stärksten betroffene zentralchinesische Millionenmetropole Wuhan - Hauptstadt der Provinz Hubei - wurde bereits praktisch abgeriegelt. Bahnhöfe wurden geschlossen, Flüge hin und von der Stadt mit elf Millionen Einwohnern ausgesetzt. An den Ausfallsstraßen, aber auch im Stadtbereich wurden Kontrollstellen eingerichtet. Ein Hochgeschwindigkeitszug nahm im Hauptbahnhof keine Passagiere auf, lediglich zehn Passagiere durften den Zug verlassen. "Ich muss zu meiner Familie", klagte ein Passagier mit zwei Koffern vor dem Bahnhofsgebäude, der seinen Namen nicht nennen wollte.
 
Wiederaufkeimende Ängste vor dem Coronavirus drückten die New Yorker Börsen nach einem Rekordlauf am Freitag ins Minus. Kräftige Aufschläge bei Intel begrenzten allerdings die Kursverluste am Gesamtmarkt.
 
Das österreichische Außenministerium riet von nicht notwendigen Reisen in die zentralchinesische Provinz Hubei ab. Wie Ministeriumssprecher Peter Guschelbauer in Wien mitteilte, wurde für Hubei ein hohes Sicherheitsrisiko (Sicherheitsstufe 3) angenommen.
 

Dritte Infektion in Frankreich bestätigt

 
In Frankreich ist eine dritte Infektion mit dem aus China stammenden neuen Coronavirus bestätigt worden. Es handle sich dabei um einen nahen Verwandten einer der beiden Personen, bei denen die neue Lungenkrankheit zuvor diagnostiziert worden war, teilte das Gesundheitsministerium am späten Freitagabend mit.
 
Alle drei Patienten hätten sich zuvor in China aufgehalten und seien in Krankenhäusern isoliert worden. Zurzeit werde geprüft, mit wem sie noch in Kontakt gewesen sein könnten. Es sind die ersten bestätigten Fälle in Europa.
 
Anfang des Jahres waren in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan die ersten Fälle der Erkrankung aufgetreten. Inzwischen liegt die Zahl nachgewiesener Infektionen in China nach Behördenangaben bei rund 900. Mehr als 25 der Patienten sind gestorben, zumeist ältere Menschen mit Vorerkrankungen. Nachweise wurden auch aus vielen anderen asiatischen Ländern wie Japan, Thailand, Vietnam, Singapur und Taiwan gemeldet. In den USA waren bis Freitag zwei Fälle bestätigt worden - in Seattle und Chicago.
 
 
 

Horror-Szenen in Wuhan

Wuhan. In der Millionenmetropole Wuhan, von der die Krankheit ihren Ausgang nahm, soll binnen eineinhalb Wochen eine Klinik mit 1.000 Betten nur für die mit dem neuen Erreger infizierten Patienten errichtet werden.

Während das medizinische Personal Schutzanzüge trägt, spielt sich in den Spitalsgängen ein Drama ab.

Video zum Thema: Corona-Virus: Weitere Ausbreitung befürchtet
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Tote auf den Gängen  

Vor der Ankündigung des Bauvorhabens hatte es Berichte über Bettenknappheit in Wuhans Krankenhäusern wegen der Infektionskrankheit gegeben. Derzeit werden die China-Virus-Patienten in der Elf-Millionen-Einwohner-Stadt in 61 Spitälern isoliert und behandelt. Die neue Einrichtung solle die Lage entspannen und "die Fähigkeiten, Patienten zu behandeln, verbessern", schrieb Xinhua.

© Twitter/Screenshot

Schock-Videos auf Twitter zeigen jedoch die dramatische Lage. Tote, die in den Gängen liegen, und keiner kümmert sich um sie. Daneben die wartenden Patienten.

© Twitter/Screenshot

Neue Klinik in eineinhalb Wochen

China versucht mit allen Mitteln, die Lage in den Griff zu bekommen. Auf der Baustelle, wo das Spital errichtet werden soll, waren am Freitag Dutzende Bagger und Lastwagen im Einsatz, wie im Staatssender CCTV berichtete. Die Klinik mit mehr als 25.000 Quadratmetern Fläche soll am 3. Februar in Betrieb gehen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Laut Xinhua soll die neue Klinik aus Fertigbauteilen errichtet werden. 2003 wurde eine Klinik für SARS-Patienten in der Nähe von Peking gebaut. Damals dauerte die Errichtung knapp eine Woche.

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