13. August 2019 09:07
Terror-Verdacht
Mann sticht mitten in Sydney auf Frau ein
Berichten zufolge soll der Angreifer dabei 'Allahu akbar' gerufen haben.
Mann sticht mitten in Sydney auf Frau ein
© oe24
Im Zentrum von Sydney hat ein Mann auf offener Straße auf eine Frau eingestochen und weitere Passanten verfolgt. Nachdem er von Passanten überwältigt wurde, konnte die Polizei den Verdächtigen am Dienstagnachmittag (Ortszeit) festnehmen. In einem nahegelegenen Gebäude wurde später die Leiche einer Frau gefunden. Laut einem Bericht der Zeitung "Sydney Morning Herald" sind die Taten verbunden.
 
 
 

Terror-Verdacht

Die Tat weckte Erinnerungen an Terrorattacken. Die Polizei betonte jedoch, es sei zu früh, von einem Motiv zu sprechen. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie der Mann auf ein Auto kletterte, mit einem großen Messer fuchtelte und "Schießt mir in meinen verdammten Kopf" rief. Berichte, wonach der Mann "Allahu Akbar" gerufen habe, konnte die Polizei nicht bestätigen.
 
Auch jene vier Männer, die den Täter auf der Straße verfolgten und ihn überwältigen konnten, wollten gegenüber dem "Sydney Morning Herald" keinen Kommentar dazu abgeben. Sie fixierten den Angreifer mit Sesseln und einer Kiste am Boden, bis die Polizei eintraf. Medienberichten zufolge hatte der Mann ein europäisches Erscheinungsbild. Laut der Polizei stand er nicht auf der Terrorbeobachtungsliste der australischen Behörden.
 

Motiv unklar

Der konservative australische Ministerpräsident Scott Morrison würdigte die "tapferen Taten" der Passanten, darunter drei Briten aus Manchester. "Das Motiv für diesen Angriff wurde noch ergründet, die Polizeiermittlungen sind am Laufen", twitterte Morrison.
 
Im November vergangenen Jahres war ein aus Somalia stammender Mann in der Innenstadt von Melbourne mit einem Messer auf Passanten losgegangen. Er erstach einen Cafébesitzer und verletzte zwei weitere Passanten. Dann attackierte er eintreffende Polizisten und wurde schließlich von einem der Beamten erschossen. Nach Behördenangaben berief sich der Angreifer auf die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS), hatte aber keinen direkten Kontakt zu ihr.