Hier räumt die Polizei die Kinderhölle von Lüdge aus

Missbrauch auf Campingplatz:

Hier räumt die Polizei die Kinderhölle von Lüdge aus

Zu Ergebnissen äußerte sich die Polizei vorerst nicht.

Fahnder haben auf einem Campingplatz bei Lüdge in Nordrhein-Westfalen erneut nach Hinweisen auf einen massenhaften sexuellen Missbrauch gesucht. Ein Spürhund aus Sachsen habe dabei in einer Sesselritze einen USB-Stick gefunden, sagte eine Sprecherin der Polizei Bielefeld. Bei der erneuten Durchsuchung wurden noch weitere Datenträger gefunden.

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Der Datenträger aus der Behausung des Hauptbeschuldigten wurde laut Mitteilung der Polizei vom Nachmittag noch nicht auf Inhalte geprüft. Spezialisten hatten am Mittwoch erneut den mutmaßlichen Tatort durchkämmt und Spuren gesichert.
 
Seit 2008 waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge auf einem Campingplatz im lippischen Lügde an der Landesgrenze zu Niedersachsen mindestens 31 Kinder im Alter von vier bis 13 Jahren in mehr als 1.000 Fällen Opfer sexuellen Missbrauchs geworden. Ob es auch Fälle vor 2008 gab, wird derzeit geprüft. Zuerst hatte die Polizei des Kreises Lippe die Ermittlungen geführt und viele Datenträger mit Beweismaterial sichergestellt. Nach mehreren Pannen bei der Kreispolizei hatte der NRW-Innenminister die Ermittlungen an die Polizei in Bielefeld übertragen.
 
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Minister tauscht weiteren ranghohen Polizisten aus

Der deutsche Behördenskandal um jahrelangen Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lügde bei Detmold hat nun weitere einschneidende Konsequenzen für die zuständige Kreispolizei. Auf Anweisung des Innenministeriums von Nordrhein-Westfalen werde der Polizeidirektor an das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten versetzt, teilte Landrat Axel Lehmann am Dienstagabend mit.
 
Den Posten übernimmt kommissarisch bis Mai 2019 eine Beamtin aus dem Landeskriminalamt. Der Landrat hatte bereits vorige Woche einen anderen Beamten, den Leiter der Direktion Kriminalität, von seinen Aufgaben entbunden.
 
"Schlüsselpositionen sind damit kurzfristig wieder besetzt, so dass wir die weitere Aufarbeitung der Fehlleistungen in der Kreispolizeibehörde Lippe umgehend angehen und die Behörde zukunftsgerichtet neu aufstellen können", betonte Lehmann.
 
In dem Fall des jahrelangen Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde rücken Vorwürfe zu Versäumnissen und Pannen die Polizei immer mehr in den Fokus. Unter anderem sind sichergestellte oder beschlagnahmte Gegenstände verschwunden.
 
Auf dem Campingplatz sollen über Jahre hinweg mindestens 31 Kinder im Alter zwischen 4 und 13 Jahren missbraucht und dabei gefilmt worden sein. Drei Verdächtige sitzen bereits in Untersuchungshaft.
 

Siebenter Verdächtiger in Missbrauchsskandal

Im Missbrauchsskandal von Lügde in Nordrhein-Westfalen gibt es einen siebenten Tatverdächtigen. Der Minderjährige soll im Besitz von Kinderpornografie gewesen sein, wie das Polizeipräsidium Bielefeld am Dienstag mitteilte. Er befinde sich so wie drei andere Tatverdächtige auf freiem Fuß.
 
Nach einem Bericht des Westdeutschen Rundfunks handelt es sich bei dem Verdächtigen um einen 16-Jährigen. Die bei ihm gefundenen Kinderpornos sollen auf dem Campingplatz entstanden sein. Unklar sei, ob der aus der Region stammende Heranwachsende sich in der Vergangenheit persönlich auf dem Campingplatz befunden habe.
 
Wie die Ermittler weiter mitteilten, blieb die Zahl der identifizierten Opfer bei 31, darunter 27 Mädchen und vier Buben. Die zuständige Ermittlungskommission sei auf 60 Beamte vergrößert worden.
 

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